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Test Drive Ferrari Racing Legends: Einmal Ferrari und zurück

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Preview Test Drive Ferrari Racing Legends | Rennspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Einmal Ferrari und zurück

03.04.2012, 10:41 Uhr | vb / jr, Richard Löwenstein

Test Drive Ferrari Racing Legends: Einmal Ferrari und zurück. Test Drive Ferrari Racing Legends (Quelle: Rombax / Big Ben)

Test Drive Ferrari Racing Legends (Quelle: Rombax / Big Ben)

Was fährt sich krasser: Ein Ferrari draußen auf der Straße, oder einer im Videospiel? Macht die Rennspiel-Simulation "Test Drive Ferrari Racing Legends" Träume von Auto-Liebhabern wahr? Kickt die Fahrt damit genauso wie in einem echten Sportwagen? Wir machen den Praxistest - einmal draußen auf den Straßen rund um München, danach im Game. Proband Nummer eins hört auf den wohlklingenden Namen "Ferrari 458 Italia". Mit 570 PS, Doppelkupplung und F1-Schaltung schlägt die Sportwagen-Schöpfung aus dem italienischen Maranello so ziemlich alles andere im Autoquartett. Danach steht dasselbe Geschoss ein zweites Mal am Start: Im neuen Rennspiel aus dem Hause Slightly Mad. Die Engländer haben mit ihren Arbeiten an "Need For Speed: Shift" und "Shift 2 Unleashed" bereits motorsportliches Können unter Beweis gestellt. Nun wagt man sich an italienisches Edelblech.

Appetitliche Rundungen

Da steht er also nun, der Ferrari 458 Italia. Natürlich in knallrot. Geparkt an der Aral-Tankstelle an der Münchner Kapuzinerstraße. Die Kulisse verströmt weder motorsportliches, noch historisches oder gar romantisches Flair. Aber architektonische Ablenkungen würden hier nur stören. Das Auto ist Kunst genug. Verführerische Rundungen außen, appetitliche Technik innen. Das Lenkrad sieht aus wie in einem Formel 1-Prototypen. Die Hände umschließen weder Plastik noch Kunstleder, sondern Kohlefaser und Samtbezug. Kleine Rädchen und Schalter laden zur Feinjustierung von Fahrwerk und Motorcharakteristik ein - Spielereien für Schumi und andere Könner. Als Neuling tippt man besser erst mal nur die Starttaste an und erweckt so das hinter Pilot und Beifahrer sitzende V8-Aggregat zu Leben. Im Leerlauf hält es sich zurück, knurrt nur leise vor sich hin. Das soll sich bald ändern.

Da fehlt der Tritt ins Kreuz

Anderthalb Stunden lang darf der Autor dieser Zeilen dem 458 die Sporen geben, ihn über den Mittleren Ring jagen, raus dem quälend engen Stadtverkehr und hinein ins Jagdrevier, auf die Autobahn und die Landstraße. Erst hier lässt sich beurteilen, wie sich so ein Geschoss anfühlt. Ob es kickt, wenn man das Gaspedal durchtritt. Ob es einem die Ohren wegfetzt, wenn man den V8-Motor in der Unterführung bellen lässt. Beides ist der Fall. Dieser Ferrari ist unbarmherzig, nichts für schwache Nerven. Ein Lustmacher. Genau wie das Spiel. Das löst die Adrenalinausschüttung allerdings auf andere Art und Weise aus. Zwei Stunden Probefahrt mit Ferrari Racing Legends belegen, was Kenner des Rennspiel-Genres ohnehin wissen: Keine noch so aufwändige Simulation kann den Tritt ins Kreuz ersetzen, den das Durchdrücken des Gaspedals im echten 458 auslöst. Es fehlen nervös schwitzende Hände beim Einsteigen, und leuchtenden Augen beim Betasten der Armaturen.

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Detailarbeit innen und außen

Gefühle löst Ferrari Racing Legends trotzdem aus. Bewundernde Blicke auch. Eine Kamerafahrt setzt die sanften Schwünge in der Frontpartie des Fahrzeugs vor dem Start gekonnt in Szene. Schön, wie sich das Licht an Kanten und Falzen bricht. Beim Blick in den Innenraum der Simulation werden wohl nur Besitzer eines echten 458 Ungereimtheiten erkennen. Drehzahlmesser, Tacho, Schaltflügel, Pferdewappen, scheint alles am rechten Fleck zu sitzen. Kann sein, der kleine Knauf zur Feineinstellung der Display-Funktionen ragt etwas zu wenig aus dem Armaturenbrett hervor. Aber die optische Nähe war zu erwarten, das können inzwischen viele Rennspiele.

Viele Gemeinsamkeiten

Aber dass sich auch das Fahrerlebnis in manchen Situationen ähnelt, überrascht. Zum Beispiel stellt sich hier wie da eine vergleichbare Lust auf Kurve ein. Immer wenn eine Biegung naht, wird sie mit den Augen aufgesogen und will im größtmöglichen Tempo genommen sein. Im wahren Leben endet sowas leicht im Graben, denn das Heck des 458 keilt bei allzu forschem Tritt aufs Gas aus. Im Spiel ist das genauso, aber natürlich gefahrlos für Leben und Geldbeutel. Leitplanke getroffen, Beule im Blech, Rundenzeit versemmelt? Dann wird eben neu gestartet. Das kostet nicht mal eine Ladepause, macht aber Lust. Denn die Steuerung überzeugt. Ferrari Racing Legends erlaubt kontrollierbares, gefühlvolles und letztlich lustvolles Driften um den Kurven-Scheitelpunkt.

Mitreißender Motorsound

Eine fast zwillingsgleiche Verwandtschaft zeigt sich beim Sound. Im Leerlauf röchelt der Motor drohend vor sich. Bei Gaseinsatz radikalisiert sich die Tonlage sofort. Das Brodeln steigert sich in aggressives Sägen und gieriges Kreischen. Noch mehr anmachende Wirkung hat das hochfrequente Blubbern und Spotzen bei schneller Gaswegnahme. All diese Eigenschaften des Ferrari-V8 bringt die Simulation richtig gut rüber. Bei Einsatz eines Subwoofers gehen einem die tiefen Frequenzen vermutlich sogar spürbar durch den Körper. Genau wie im echten 458. Das Spiel hat allerdings einen Vorteil: Es enthält nicht nur den 458 als Nachbildung, sondern über 50 weitere Modelle. Im Karrieremodus klettert man in drei Stufen durch die goldene, die silberne und die moderne Ära von Ferrari. Dabei kommen Sport- und Grand-Prix-Fahrzeuge aus mehren Jahrzehnten zum Einsatz. Und das für 50 Euro. Dafür gibt's in der echten Ferrari-Werkstatt noch nicht mal Luft in die Reifen.

Was wir mögen

Die Schöpfer von den Slightly Mad Studios haben ein Herz für Rennspiele, das ist an vielen Details erkennbar: Der Rückspiegel funktioniert prima, Neustarts klappen ohne Ladepause, die Fahrzeuge fesseln den Blick. 

Was wir nicht mögen

Die Benutzeroberfläche wirkt fad. Der Mehrspieler-Modus lässt acht Online-Mitspieler zu, aber keine Wettrennen auf dem Splitscreen. Während der Rennen sind an manchen Stellen Popups zu sehen: Kulissen und Schatten ploppen sichtbar ins Bild - nicht grade hübsch.

Fazit

Der Titel führt in die Irre: Mit den letzten Genießerfahrten aus der Test Drive-Reihe hat dieses Werk gerade mal vier Räder und einen Motor gemeinsam. Ferrari Racing Legends versteht sich vielmehr als reinrassige Renn-Simulation für Ferraristi und eigentlich alle Motorsport-Begeisterte. An den Vollgas-Rausch in einem echten Ferrari kommt das Spiel vielleicht noch nicht ganz heran. Aber viel dürfte nicht fehlen.

Infos zum Spiel

Titel: Test Drive Ferrari Racing Legends
Genre: Rennspiel-Simulation
Publisher: Rombax / Big Ben
Hersteller: Slightly Mad Studios
Release-Termin: Juni 2012
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut

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