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Test zum Action-Rennspiel Ridge Racer Unbounded: Der Vollgas-Etikettenschwindel

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Test Ridge Racer Unbounded | Action-Rennspiel | PS3, Xbox 360  

Der Vollgas-Etikettenschwindel

05.04.2012, 12:22 Uhr | vb / jr, Richard Löwenstein

Test zum Action-Rennspiel Ridge Racer Unbounded: Der Vollgas-Etikettenschwindel. Ridge Racer Unbounded (Quelle: Namco-Bandai)

Ridge Racer Unbounded (Quelle: Namco-Bandai)

Erwartungen sind Fluch und Segen zugleich. Es kann passieren, dass sich die Vorfreude auf ein neues Videospiel in herbe Enttäuschung umkehrt. Das passiert, wenn das Produkt der Begierde beim hautnahen Kontakt einen völlig anderen Charakter offenbart als erwünscht. Der neueste Teil aus Namcos Rennspiel-Reihe "Ridge Racer" ist so ein Fall. Wer sich den auf seinen PC, PS3 oder Xbox 360 holt und heiße Driftduelle im alten Stil erhofft, der wird enttäuscht sein. Denn das vom finnischen Bugbear Team kreierte "Unbounded" wirft so ziemlich alles über Bord, was die Serie kennzeichnet: die Fröhlichkeit, die Farben, das Tempo, die Asien-Exotik. Stattdessen werden die genretypische Rennspiel-Usancen der letzten Jahre noch einmal durchgekaut. Und so unterscheidet sich das Gameplay von "Ridge Racer: Unbounded" nur unwesentlich von Need for Speed oder Burnout Paradise - es macht aber nichts besser.

Karriere als Rowdy

Das Intro-Video malt eine düstere Vision auf den Bildschirm. Eine englischsprachige Erzählerin berichtet vom Verfall einer fiktiven US-Metropole namens Shatter Bay. Die Stadt sei kalt und desolat, es herrsche Terror auf den Straßen. Als Mitglied der gesetzlosen Unbounded-Racing-Gang soll der Spieler in seinem Sportauto ordentlich das Gaspedal durchdrücken. Nach der Begrüßung laden aber weder Einzelrennen noch Arcade-Modi zum Start ein. Zur auswahl stehen stattdessen Online-Wettrennen zwischen maximal zwölf Teilnehmern und die Komplettkarriere für Solisten. Ausgangspunkt ist eine in acht Bezirke gegliederte Karte. Jeder Bezirk dient als Zugang zu verschiedenen Rennveranstaltungen auf abgesteckten Rundkursen. Freies Fahren ist nicht gestattet.

Vielseitiges Gameplay

Dafür sind die Wettbewerbe sind abwechslungsreich gestaltet und verbreiten gute Laune. Manchmal stehen reinrassige Positionskämpfe auf dem Programm; ein andermal soll man zwischen riesigen Rampen und Steilkurven einen Weg ins Ziel finden. Bei den Driftwettbewerben tickt die Uhr: Nur wer sich durch lange Drifts Zeitboni erkämpft, erreicht die geforderte Mindestpunktzahl - spannende Sache! Am häufigsten werden "Domination"-Wettkämpfe ausgetragen. Das sind Rundrennen mit elf Computergegnern. Man drängt einander in die Leitplanken, gerät angesichts des Gegenverkehrs in Panik, driftet beherzt um die Kurven und füllt dadurch den Turbo-Vorrat auf. Auf Kommando entlädt sich die Energie in einen Geschwindigkeits-Schub -  das Auto durchstößt dann sogar Schaufenster oder rammt Tanklaster zur Seite.

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Es fehlt an Präzision

Trotz dieses Feuerwerks versteht sich "Ridge Racer: Unbounded" eher als Rennspiel denn als Crashkurs. Wer siegen will, muss eine schnelle Linie finden und Kurven gefühlvoll kratzen. So  erspielt man sich neue Ränge, Bezirke, Strecken und Fahrzeuge. Die Augen genießen jede Minute davon, denn einige Szenen sehen spektakulär aus. Große Teile der Stadtautobahnen, Industriezonen und Randbezirke purzeln bei Fahrzeugkontakt über den Bildschirm und versinken in Schutt und Asche. Dabei tun sich Abkürzungen auf, weitere Folgen für's Gameplay ergeben sich keine. Und die aufwändige Machart hat einen Preis. Die Kulissen sehen sich ähnlich, außerdem baut sich das Effektfeuerwerk mit nur 30 Bildern pro Sekunde auf. Richtig fetzige Arcade-Racer - "Burnout", "Blur", das originale "Ridge Racer" von 1993  - können das 60 mal pro Sekunde. Diesen Unterschied erkennen geübte Augen, und spüren kann das jeder. Denn die Fahrzeugreaktionen bei Unbounded fühlen sich einen Tick zu schwer, zu unpräzise an.

Ein Lob den Ladepausen

Dafür verdient sich der Spielfluss ein Kompliment. Derart kurze Ladepausen sind selten im Rennspiel-Genre. Da mag man sogar den unausgewogenen Schwierigkeitsgrad verzeihen. Einige Siege fallen einem nämlich in den Schoß. Bei anderen Gelegenheiten - dummerweise gerade zu Beginn - ärgert man sich grün und blau, weil der mühsam herausgearbeitete Vorsprung nach bloß einem Fahrfehler schon wieder perdu ist. Die Führenden wieder einholen, das gerät je nach Strecke und Fahrzeug zum mühsamen bis nahezu unrealistischen Unterfangen. Aber - und das ist entscheidend - es ist möglich. Und sobald man das verinnerlicht hat, glaubt man an Siege und treibt seine Laufbahn engagiert voran, sogar über das Ende hinaus, wenn längst alle 64 Renn-Veranstaltungen freigeschaltet sind. Dann ist die Jagd auf alle Bestleistungs-Belohnungen in allen Wettbewerben eröffnet.

Was wir mögen

Die Kulissen sehen hübsch und die Explosionen effektreich aus. Die übersichtliche Menüführung verdient Lob. Die vielen Wiederholungen und Zeitlupen während des Rennens sind abschaltbar. Der integrierte Strecken-Baukasten ist sehr leicht zu bedienen.

Was wir nicht mögen

Halbherzige Lokalisierung mit englischer Sprecherin und deutschen Untertiteln fallen unschön auf. Die Ausstattung könnte besser sein: Zum Beispiel fehlt die Splitscreen-Action für zwei Spieler. Könner sind zudem trotz knackigem Schwierigkeitsgrad binnen drei bis vier Abenden durch.

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Fazit

Alles in allem betrachtet macht einem "Ridge Racer:Unbounded" die Beurteilung schwer. Die finnische Vollgas-Produktion fährt ohne zündende Ideen und einprägsamen Stil an den Start. Sie ist dafür technisch auf Höhe, und kann - der das entscheidende Punkt - prima unterhalten. Ob das allerdings den Ridge Racer-Fahrspurwechsel entschuldigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Infos zum Spiel

Titel: Ridge Racer Unbounded
Genre: Action-Rennspiel
Publisher: Namco-Bandai
Hersteller: Bugbear Entertainment
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: ab 12 Jahren
Wertung: Befriedigend

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