20.04.2012, 09:40 Uhr | jr / ams
Apple Game Center (Quelle: Apple)
Nach einem von diversen Medien kolportierten Besuch von Apple-Chef Tim Cook beim Spiele-Anbieter Valve in Washington überschlagen sich die Gerüchte. Angeblich verfolgt Apple Pläne, zusammen mit Valve eine per Bewegungs- und Touch-Steuerung bedienbare Spielkonsole auf den Markt zu bringen, um die strategische Position zum Launch des in diesem Jahr erwarteten Apple-Fernsehers weiter zu stärken. In den letzten Monaten waren angefeuert durch Stellenausschreibungen und Äußerungen von Valve-Boss Gabe Newell Vermutungen aufgekommen, dass Valve - bisher mit eigenen Games und dem Online-Distributionsservice Steam eher softwareorientiert unterwegs - das Geschäftsfeld in Richtung Hardware erweitert und im Geheimen an einer eigenen Spielkonsole mit der Codebezeichnung "Steam Box" arbeitet. Apple als finanzstarker Kooperationspartner würde da gut ins Bild passen.
Andere Experten sehen die Angelegenheit vorsichtiger und verweisen darauf, dass eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Apple und Valve auch softwareseitig Sinn machen würde, um mehr und aktuellere Mac-Spiele-Portierungen via Steam anbieten zu können. Immerhin habe Apple 1995 mit einer Hardware-Kooperation ("Bandai-Pippin") schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, und es bestünde aktuell keine Notwendigkeit, sich im hart umkämpften und eher saturierten Spielkonsolen-Markt mit Kontrahenten wie Sony, Microsoft und Nintendo anzulegen.
Wieder andere Stimmen sehen Apples strategische Interessen eher im Smartphone- und Tablet PC-Bereich, wo die Kalifornier mit ihren iOS-basierten Geräten iPhone und iPad im Zusammenspiel mit dem gut bestückten Games-Bereich im iTunes-Store den bisherigen Mobile Games-Markt bereits kräftig aufgemischt haben. Dafür stünden dann auch anders als im Konsolenbereich genügend aktive Entwickler zur Verfügung. Betrachtet man das neue iPad mit 1 GB RAM, seinem über HD-Qualität hinausgehenden Retina-Display, dem A5X-Prozessor samt Quad-Core-Grafik und addiert dazu das auf 1080p-Streaming hochgerüstete, via Airplay ansprechbare Apple-TV, dann ist der Weg, vollwertige Konsolen-Games auf den heimischen LED-HD-TV zu bringen, für Apple ohnehin nicht mehr weit. Das einzige, was dann noch fehlt, wäre laut Epic Games-Präsident Mike Caps ein Bluetooth-Controller für das iPad.
Update: Wie Valve aktuell mitgeteilt hat, hat sich kein Offizieller der Firma mit Apple-Boss Tim Cook getroffen. Der zugrunde liegende Bericht von Kotaku sei aber so überzeugend gewesen, dass hausintern Nachforschungen per E-Mail bezüglich eine Meetings mit dem Apple-CEO stattgefunden hätten. Nach Ansicht von Valve-Boss Gabe Newell wäre ein Treffen durchaus sinnvoll gewesen: "Wir haben eine lange Liste an Dingen, von denen wir uns wünschten, dass Apple sie täte, um Spiele und Gaming besser zu unterstützen."
Quelle: jr / ams
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