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Test Risen 2: Von Palmen, Planken und Piraten

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Test Risen 2 | Rollenspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Risen 2: Von Palmen, Planken und Piraten

25.04.2012, 14:38 Uhr | (vb / jr), Richard Löwenstein

Test Risen 2: Von Palmen, Planken und Piraten. Risen 2 (Quelle: Deep Silver / Piranha Bytes)

Risen 2 (Quelle: Deep Silver / Piranha Bytes)

Piranha Bytes aus Essen sind seit "Gothic" für monumentale Fantasy-Rollenspiele voller Schwertergeklirr und Drachenzauber bekannt. In Risen 2 setzt die Truppe ganz andere Akzente, wendet sich ab vom vertrautem fantastischen Abenteuer-Szenario und macht stattdessen einen auf Palmen, Planken und Piratenexotik. Dabei verknüpft das Spiel seine neu ausgerichtete Rahmenhandlung aber derart geschickt mit vertrauten Facetten, dass sich Kenner sofort genauso wohl fühlen werden wie neu hinzukommende Gamer. Ein PC ist allerdings vorerst unabdingbar Voraussetzung zum Einstieg in Risen 2. Besitzer von PS3 und Xbox 360 müssen noch bis August geduldig sein.

Titanenplage

Das Ganze fängt schon mal gut an. Nämlich im Delirium, denn der namenlose Held in Risen 2 ist ein Säufer. Zu Spielbeginn ertränkt er sein Elend in Rum und Grog. Seit den Ereignissen im ersten Risen - also seit seiner Auseinandersetzung mit den Titanen - trägt er eine Augenklappe. All sein Einsatz scheint vergeblich gewesen zu sein, denn nach wie vor tyrannisieren mächtige Titanen die Erde. Um die Lage zu komplizieren, sind jetzt auch noch Seeungeheuer dazugekommen, welche die Meere beherrschen. Doch mir nichts, dir nichts wird dem Helden eine große Aufgabe zuteil. Angeblich hat ein Piratenkapitän eine Waffe gegen die Titanen - genauer gesagt einen magischen Speer - an Land gezogen. Dummerweise verschanzt sich der Finder an einem unbekannten Ort irgendwo an der Schwertküste. Also bricht unser Held auf, holt Erkundigungen beim Inselvolk ein und macht sich auf die Suche nach dem magischen Spieß und seinem Besitzer.

Tu was Dir gefällt

Bevor die Reise beginnt, muss ein Transportmittel her: Praktischerweise ein Schiff - der namenlose Held muss anheuern. Zufällig ankert gerade der berüchtigte Kapitän Stahlbart im Hafen. Er sucht Verstärkung. Typisch: Mit einem einfachen "Hey, ich will bei dir mitmachen!" ist’s nicht getan. Stattdessen fordert Stahlbart, dass man ihm imponiert. Auf welche Weise? Hier wiederholt sich das Markenzeichen aller Rollenspiele aus dem Hause Piranha Bytes: Risen 2 lässt einem viele Möglichkeiten offen. Man kann sich zum Beispiel als Schlossknacker versuchen und für Stahlbart eine Schatztruhe öffnen. Oder man kümmert sich um das Riesenkrabben-Problem am Strand; fordert einen von Stahlbarts Matrosen im Faustkampf heraus oder organisiert eine Rum-Lieferung zu Stahlbarts Schiff.

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Kurtisanen als Lehrmeister

Die Spielwelt setzt sich aus dem Kontinent Caldera und einer Handvoll angegliederter Inseln zusammen. Man lässt sich von der Handlung gerne an der Hand nehmen und von Ort zu Ort führen. Freiheitsliebende koppeln sich ab und ziehen auf eigene Faust los. Nahezu die komplette Umgebung ist begeh- und erkundbar. Hunderte Aufträge abseits vom Haupt-Handlungsstrang warten auf Entdeckung. Sie bringen klimpernde Goldmünzen ein und steigern das Vertrauen der Bürger. Wer sich das erarbeitet, dem bringt beispielsweise der Schmied die Kunst der Waffenherstellung bei, während man von der Kurtisane lernen kann, wie sie Gesprächspartner verbal um den Finger wickelt. Mit der Zeit entsteht ein individuell talentierter Held, der durch unterschiedliche Kleidungsvarianten zusätzlich an den eigenen Geschmack angepasst wird.

Dialog im Gnomen-Dialekt

Der Held mag aussehen wie ein verwegener Pirat oder ein feiner Edelmann, um eines kommt er nicht herum: Wortgefechte. Die Bewohner von Caldera plaudern gern. Die Dialoge sind durch rauen Charme geprägt, die Wendung "Aufs Maul" beispielsweise entwickelt sich zum Dauerbrenner an Calderas Küsten. Wer sich damit abfindet, dem zaubert der Wortwitz häufig ein Schmunzeln in die Mundwinkel. Beispielsweise sind Dialekte ins Spiel integriert, die vor allem den Gesprächen mit dem Volk der Gnome Pfiff geben. Deren Mischung aus Englisch, Deutsch und Brabbelsprache klingt einfach zu herrlich.

Die Säbel gezückt!

Irgendwann ist aber genug geredet, und der Held schreitet zur Tat. Der dichte Dschungel birgt exotische Pflanzen, reißende Flüsse und große Gefahren: wilde Warzenschweine, Feuer spuckende Vögel, tollwütige Krallenaffen und feindselige Eingeborene rufen häufig zum Kampf. Darum die Säbel gezückt: Zur Eingewöhnung bearbeitet man Angreifer in den ersten paar Szenen rhythmisch und unaufgeregt, bald aber auch recht unmotiviert per Angriffs-Taste. Gottlob schleichen sich schon bald Tiefe und Taktik ins Kampfsystem ein. Gegen Einzelgegner hilft in der Regel gezieltes Parieren und Kontern. Bestien hingegen hält man am besten auf Abstand und deckt gezielt ihre Schwachstellen auf, bevor man sich ihnen näher und schließlich final widmet.

Spektakuläre Bosskämpfe

Durch die Integration solcher Finessen gewinnen die Auseinandersetzungen im Vergleich zum Vorgängerspiel stark an Reiz. Und sogar ein bisschen Witz kommt durch, nämlich beim Einsatz von "schmutzigen Tricks". Wer die erlernt, lenkt Angreifer beispielsweise mit einem dressierten Papageien ab oder wirft ihnen Sand in die Augen. Die Bosskämpfe fühlen sich diesmal nicht wie unvermeidliche Hindernisse im Spielablauf an, sondern wie willkommene Höhepunkte. Wenn sich einem beispielsweise ein gewaltiger Erd-Golem in den Weg stellt, presst es einem ordentlich Adrenalin ins Blut. Die Begegnungen sind eindrucksvoll in Szene gesetzt und mit Videos davor und danach unterfüttert. In denen zeigen sich allerdings deutliche technische Schwächen im Vergleich zu Genre-Kollegen wie The Witcher 2. Schon allein aufgrund des beachtlichen Schwierigkeitsgrades setzt jeder Sieg ein tiefes Gefühl der Befriedigung frei: Schöne Krönung eines gelungenen Rollenspiels.

Was wir mögen

Die Kulissen sehen deutlich attraktiver aus als in Teil eins und gewinnen durch gelungene Wechsel von Wetter und Tageszeiten zusätzlich an Reiz. Die Kämpfe fühlen sich angenehm flott an und überzeugen auch dank der fiesen Tricks mit Witz und Tiefe.

Was wir nicht mögen

Schade, dass die deutschen Sprecher manchmal etwas unmotiviert zu Werke gehen. Zudem geht einige Male die Synchronizität zwischen Lippen und Text verloren; und die Schauspielkunst der Figuren erinnert stellenweise an die eines Kehrbesen. Überhaupt hätte man technisch deutlich mehr aus Risen 2 herausholen können. Das kostet Stimmungspunkte. 

Fazit

Risen 2 ist ein Koloss von einem Rollenspiel, der mit knapp 40 bis 50 Stunden Spielzeit etliche Abende und Wochenenden füllen dürfte. Schön, dass sich das Spiel trotz des neuen Piraten-Anstrichs vertraut anfühlt. Begegnungen mit Stahlbart, Patty und anderen bekannten Figuren wecken angenehme Erinnerungen. Viele bewährte Spielmechaniken aus Risen und Gothic bleiben zwar erhalten, gleichzeitig steckt viel Neues und Entdeckenswertes in Risen 2 - eine gute Mischung.

Infos zum Spiel

Titel: Risen 2
Genre: Rollenspiel
Publisher: Deep Silver
Hersteller: Piranha Bytes
System: PC (Versionen für PS3 und Xbox 360 folgen im August)
Release: 27. April 2012
Preis: zirka 40 Euro (Collector's Edition: zirka 55 Euro, "Stahlbarts Schatz"-Edition: zirka 90 Euro)
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Gut

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