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Test zur Motocross-Rennspiel-Simulation Mud von dtp für PC, PS3 und Xbox 360

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Test Mud | Motocross-Rennspiel-Simulation | PC, PS3, Xbox 360  

Deine Spuren im Schlamm

10.05.2012, 12:24 Uhr | (vb / jr), Richard Löwenstein

Test zur Motocross-Rennspiel-Simulation Mud von dtp für PC, PS3 und Xbox 360. Mud (Quelle: dtp)

Mud (Quelle: dtp)

Fühlt sich das wirklich so an? Bringt das neue Motocross-Game "Mud" den Kick rüber, wenn man die groben Stollenreifen seiner Suzuki durch den Schlick treibt und todesmutig von Kuppe zu Kuppe springt? Zumindest gibt sich die neueste Produktion aus der italienischen Spielewerkstatt Milestone auf der Packungsrückseite einen realitätsnahen Anstrich. Da ist die Rede von FIM-Lizenz, den WM-Klassen MX1/MX2 und so weiter. Wer das Spiel auf Xbox 360, PS3 oder PC startet, der begegnet tatsächlich vielen vertrauten Marken und Logos, zum Beispiel von Herstellern wie KTM und Yamaha. Ein vertrautes Gefühl lösen auch gelegentliche Begegnungen mit den Superstars der Szene aus. Aber das reicht nicht als Grundlage für gute Vollgas-Unterhaltung.

Lieblose Inszenierung

Für die deutschen Motocross-Könner Ken Roczen und Maxi Nagl gilt leider dasselbe wie für alle anderen Persönlichkeiten in diesem Spiel: Ihr Name taucht lediglich in Tabellen auf. Sie werden nicht als Persönlichkeiten vorgestellt. Ob sie aggressiv oder defensiv fahren, das bleibt mangels Bezug zum Gameplay offen. Es fehlt aber nicht nur den Figuren an Charakter. Mud entlarvt sich bald als oberflächliche Mischung aus Motocross-Action und Rallye-Game. Das Spiel bildet nur einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Motocross-Panorama ab: 12 Rundstrecken, eine Handvoll Arenen, das ist zu wenig. Auch in Details wirkt das Ganze nicht stimmig, sogar einige Namen von Piloten und Orten sind falsch. Teuthschental statt richtig geschrieben Teutschenthal - meine Güte, Milestone. Sind das wirklich noch dieselben Entwickler, deren toller Arcade-Racer "Bleifuß" vor 20 Jahren so unendlich viel Spaß gemacht hat?

Zu wenig Abwechslung

Es gibt in Mud weder Trials noch Hillclimbs oder Quads. Nur Zweiräder, und die fahren sich alle gleich. Die Grafik kann sich sehen lassen. Die Berg- und Talbahnen sind zwischen ansehnlichen Wäldern und Baustellen platziert. Szenen im Dschungel und auf Flugzeugträgern lockern das Visuelle auf. Dass der ansonsten flüssige Bildaufbau bei den wichtigen Startszenen kurz ins Ruckeln verfällt, ist weniger kritikwürdig als die überschaubare Anzahl an Spielvarianten. Zur Wahl stehen Einzel- und Online-Starts, WM- und Karrieremodus. Der offizielle WM-Modus feiert zwölf Rennen in Folge ab. Das passiert leider arg emotionslos, also ohne Videoszenen, ein bisschen Feuerwerk oder zumindest nennenswerte Kamerafahrten.

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Unterhaltsame Rundrennen

Mehr Unterhaltung steckt im Im Karrieremodus. Da wechseln sich Motocross-Rundrennen mit Tricksprung-Wettbewerben und weiteren Herausforderungen ab. Da zieht man dann zum Beispiel auf Freestyle-Rampen Frontflips, Supermans und andere Tricks ab. Aber das kickt wegen der anspruchslosen Trick-Mechanik kaum. Interessanter ist es da schon, bei Rundrennen den schnellsten Weg um die Ecken zu finden. Spannend sind auch die Eliminierungsrennen. Da fliegt alle paar Sekunden der jeweils Letztplatzierte aus dem Rennen. Das Feld fährt meistens dicht an dicht, ein bis zwei Fahrfehler werfen einen deutlich zurück - daraus ergibt sich eine beachtliche Motivationskurve. Wer also mit elf Computergegnern oder Mitspielern aus Fleisch und Blut über matschige Rundkurse knattert und bei den Eliminierungen dem anderen die rote Laterne umhängen mag, der könnte sich brauchbar unterhalten fühlen.

Steuerung mit Bezug zur Realität

Das Motorrad vor Kuppen in Schwung halten und im Sprung das Timing der Scrubbs-Trick-Taste zwecks Extraschub meistern, das macht wegen der flüssigen Steuerung Laune. Und hat sogar Bezug zur Realität. Auch im echten Motocross ist es wichtig, eine runde Linie zu finden und schwungvoll um die Kurven zu kommen. Das Sprungverhalten weist ebenfalls Bezüge zur Realität auf. Man kann durch Verlagerung der Körperhaltung nach vorne und hinten die Lage des Gefährts verändern und es so für die bevorstehende Landung optimal ausrichten. Das Ganze ist aber nicht allzu gut kontrollierbar und ohne größeren Belang: In der Praxis klappen Sprung und Landung auch ohne das Balancehalten mit dem linken Analogstick.

Bedeutungslose Spuren im Schlamm

Einige wichtige Realitäts-Merkmale fallen fast komplett unter den Tisch. Motocross-Piloten nutzen Fahrspuren im Matsch zur Stabilisierung der Fuhre. Das Spiel zeichnet zwar Spuren in den Matsch, aber fühlbar sind sie nicht. Außerdem ahndet die Kollisionsabfrage den Körperkontakt mit den Gegnern viel zu lasch. Selbst wenn in der hektischen Startphase mit Typen links und rechts aneinander gerät, hält man in aller Regel problemlos die Spur. Wenn mal nicht, sieht das seltsam aus: Der Fahrer purzelt wie eine im Stich gelassene Marionette aus seinem Sattel. Bei einer rundum gelungenen Simulation sähe das anders aus.

Was uns gefällt

Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Motocross-Lizenzgeber FIM kommen zumindest dem Motocross-Kenner die Namen der Piloten und Teams, Motorräder und Strecken vertraut vor. Grundlage für das Spiel sind die Meisterschaften aus den Klassen MX1 und MX2 im Jahr 2011.

Was uns nicht gefällt

Die Einstellmöglichkeiten zeigen sich wenig flexibel: Die Tastenbelegung auf dem Controller ist fest verdrahtet, die Musikabfolge unveränderlich. Ladepausen bremsen den Spielfluss nicht nur zwischen Titelbild und Startphase, sondern auch zwischen Qualifikation und Läufen auf ein- und derselben Strecke.

Fazit

Man merkt´s vom Start bis ins Ziel, wie wenig Geld und Aufwand in dieser Produktion steckt. Überraschend ist aber: Trotz karger Ausstattung und raffinesse-armem Auftritt kommt brauchbarer Spielspaß auf - der handlichen Steuerung und dem hinreichend abwechslungsreichen Karrieremodus sei´s gedankt. Außerdem ist der Kaufpreis fairerweise niedriger angesetzt. Wer also keine Simulation erwartet, sondern einfach nur mit dem Moped ein bisschen im Schlamm wühlen mag, könnte sich in Mud ordentlich unterhalten fühlen.

Infos zum Spiel

Titel: Mud
Genre: Motocross-Rennspiel
Publisher: dtp / Milestone
Hersteller: Milestone
Release: Im Handel
Preis: zirka 30 Euro (PC) / zirka 40 Euro (Konsolen)
System: PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Befriedigend

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