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Spieletest zum Adventure Der Fall John Yesterday für PC

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Test Der Fall John Yesterday | Adventure | PC  

Auf der Suche nach dem Massenmörder

15.05.2012, 14:18 Uhr | Medienagentur plassma (jr / ams), Medienagentur plassma

Spieletest zum Adventure Der Fall John Yesterday für PC. Der Fall John Yesterday (Quelle: Crimson Cow)

Der Fall John Yesterday (Quelle: Crimson Cow)

Die spanischen Entwickler der Pendulo Studios sind Adventure-Fans bestens bekannt, stammen doch legendäre Abenteuer wie die "Runaway"-Serie oder "The Next Big Thing" aus ihrer Feder. Mit ihrem neuesten PC-Titel "Der Fall John Yesterday" halten ernstere Themen wie Satanismus und Folter Einzug in den ansonsten eher humorvollen Pendulo-Kosmos. Der Spieler wird Teil eines spannenden Horror-Adventures mit düsteren Unterwelten, mystischen Schwertkampf-Meistern, zahlreichen intelligenten Rätseln und jähen Wendungen.

Grausame Mordserie an Obdachlosen

Henry White, ein ehrenamtlich für die New Yorker Organisation "Kinder des Don Quichotte" tätiger junger Student aus reicher Familie, will zu Beginn des Spiels den Obdachlosen helfen, die sich vor einem wahnsinnigen Killer fürchten, der sie mit dem Feuertod bedroht. Hinter der grausigen Mordserie scheint eine Geheimorganisation zu stecken, die ihre Wurzeln im 16. Jahrhundert zur Hochzeit der Inquisition hat. In der unheimlichen, zerfallenen Cadway Station erkundet Henry den Untergrund, als er plötzlich überwältigt und gefangengenommen wird. Der psychotische Sektenanführer Anführer Choke und seine Gefolgsleute drohen, Henry in einen Schacht voller Ratten zu werfen. Um ihn aus der misslichen Lage zu befreien, steuert der Spieler schließlich dessen Freund und Gehilfen Samuel Cooper, den Henry - nach geglückter Reparatur eines Münztelefons - anrufen und vorwarnen konnte. Sam - tollpatschig, freundlich und dank seiner kräftigen Figur mit ausreichend Kraft ausgestattet - schafft es, die Dinge zum Guten zu wenden. Hier macht das Spiel einen Zeitsprung: Henry steht im Büro seines mittlerweile aufgebauten Wirtschaftsimperiums und empfängt nun die eigentliche Hauptfigur des Adventure-Krimis - John Yesterday.

Amnesie-Abenteuer

John ist jedoch alles andere als ein strahlender Held. Nach einem angeblichen Selbstmord-Versuch hat er sein Gedächtnis verloren. Übrigens wie immer, wenn er das Zeitliche segnet, wie er im Laufe des Abenteuers oft schmerzvoll erkennen muss. Zum Glück greift ihm Henry unter die Arme: Der kümmert sich um den Amnesie-Patienten, schickt ihn ins Krankenhaus und versorgt ihn mit satanischer Lektüre, die seinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen soll. Denn John war als Experte schon früher für Henry auf den Spuren der grauenvollen Geheimorganisation. So heftet sich John erneut an die Fersen der Sekte und kann nach und nach seine Gedächtnislücken füllen. Die spannende Geschichte, die den Spieler in neun Kapiteln an 30 handgemalte Schauplätze wie Paris, den Himalaya oder an eine schottische Kirchenruine führt, steckt voller großer Überraschungen und geizt auch nicht mit Schockmomenten und Horror-Elementen. Da die Story düster und mystisch angelegt ist, hat Pendulo die übliche Humorquote stark zurückgenommen und durch amüsante Anspielungen ersetzt.

Übersichtliches Inventar

Auch wenn die Atmosphäre deutlich düsterer als bei den vorherigen Pendulo-Werken ist, spielt sich "Der Fall John Yesterday" in typischer Point & Click-Manier. Überall gibt es etwas zu entdecken, zu erforschen und einzustecken. Gegenstände wollen miteinander kombiniert und zahlreiche Multiple-Choice-Gespräche geführt werden. Die per Tastendruck aufrufbare Hotspot-Funktion hilft dabei, alle Stellen in der Szenerie aufzuspüren, mit denen man interagieren kann. Gegenstände, die man einmal benutzt hat, aber im späteren Verlauf nicht mehr benötigt, lassen sich sinnvollerweise auch nicht mehr ins Inventar aufnehmen, was für Übersichtlichkeit sorgt. Zeitsparend: Lange Laufwege übergeht mit man via Standort-Schnellwechsel.

Kleine Knobeleien

Immer wieder gilt es, kleine Knobelaufgaben zu absolvieren. Mal muss man in einem Schachspiel die richtigen Züge ansagen, dann wiederum einen vertrackten Schlossmechanismus durch richtiges Kombinieren von Symbolen knacken. Auch wenn hier ein paar knifflige Herausforderungen warten, bleibt das Rätseldesign fair und fast immer logisch, zumal auch die Anzahl der Gegenstände im Inventar nie zu groß wird. Das automatische Spielstand-Speichern ist eine ebenso willkommene Komfortfunktionen wie die optionale Ingame-Hilfe. Diese verrät dem Spieler, was als nächstes zu tun ist. Allerdings kann man sie nicht permanent aufrufen, sondern muss nach einem Tipp des Programms erst einige Zeit warten, bis man sie wieder nutzen darf. Und nicht selten kommt man währenddessen selbst auf des Rätsels Lösung.

Viel Liebe zum Detail

Die Schauplätze in "Der Fall John Yesterday" werden in der für Pendulo typischen hübschen Comic-Grafik dargestellt. Auch die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Außer Henry und Sam steuert der Spieler auch den Namensgeber John Yesterday sowie die die geheimnisvolle Pauline Petit. Die über 20 Charaktere, die man im Spielverlauf kennen lernt, tragen viel zu der filmreifen Stimmung bei und heben sich wohltuend vom üblichen Gut-Böse-Schema ab. Die Zwischensequenzen mit ihren animierten Bild-in-Bild-Sequenzen tragen zum gelungenen Ambiente bei, nur die Hintergründe der einzelnen Schauplätze wirken etwas karg. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen. Die Sprecher verstehen es, die Stimmung der Story zu vertiefen, wozu der dezente Soundtrack ebenfalls beiträgt.

Was uns gefällt

Die spanischen Entwickler fesseln den Spieler mit einer wundervoll erzählten Geschichte an ihr Spiel. Auch die deutschen Synchronsprecher und speziell der Erzähler (gesprochen von Konstantin Graudus) tragen viel zur stimmungsvollen Atmosphäre bei. Die Rätsel sind durchweg nachvollziehbar und mit etwas Um-die-Ecke-denken lösbar - könnten aber auch noch einen Pfiff mehr Schwierigkeit vertragen. Adventure-Anfänger freuen sich über die gelungene Hilfsfunktion, die sie mit nützlichen Tipps versorgt.

Was uns nicht gefällt

Der Einstieg ist recht verworren, und nicht alle spielbaren Charaktere kommen sympathisch rüber. Obwohl die Hotspot-Anzeige dafür sorgt, alle wichtigen Hilfsmittel zu finden, stellt man bald fest, dass die Entwickler oft mehrere Objekte an derselben Stelle versteckt haben. Trotz des übersichtlichen Inventars ist es manchmal doch etwas fummelig, die Gegenstände zum Benutzen wieder herauszuziehen. Ein paar zusätzliche Schauplätze wären zudem wünschenswert gewesen. Erfahrene Spieler werden schon nach rund fünf bis sieben Stunden eines der drei möglichen Enden sehen

Fazit

Der Fall John Yesterday überzeugt mit einer prima inszenierten und skurrilen Story, die bis zum Ende spannend bleibt. Mehr als einmal überrascht das Geschehen mit jähen Wendungen und beängstigenden, aber erhellenden Erinnerungen. Der Comic-Charakter samt schöner Schauplätze und fein gezeichneter Charaktere gefällt ebenso wie die professionelle deutsche Sprachausgabe. Größtes Manko ist die viel zu kurze Spielzeit. Das ist der Fluch des Spiels: Es ist so gut, dass man unbedingt mehr will.

Infos zum Spiel

Titel: Der Fall John Yesterday
Genre: Adventure
Publisher: Crimson Cow
Hersteller: Pendulo Studios
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 35 Euro
System: Windows-PC
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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