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Digitaler Spielevertrieb: Das Ende des Datenträgers

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Reportage Digitaler Spielevertrieb  

Das Ende des Datenträgers

24.05.2012, 13:48 Uhr | vb / jr, Medienagentur plassma

Digitaler Spielevertrieb: Das Ende des Datenträgers. Onlive  (Quelle: Onlive )

Onlive (Quelle: Onlive )

Der Trend zum Online-Spiele-Kauf wird immer stärker. Eine Vorreiterrolle spielen dabei Valves Online-Vertriebsplattform Steam, die PC- und Mac-Besitzer seit 2003 mit aktuellen Game-Hits füttert, sowie die Deutsche Telekom mit ihrem 2005 gestarteten Spiele-Shop Gamesload. Auch traditionelle Publisher wie Electronic Arts mit dem Online-Dienst Origin oder die Konsolenhersteller Microsoft (Xbox Live) und Sony (Playstation Store) mischen mit eigenen Shops kräftig bei der digitalen Distribution von Games mit. Das geht immer öfter, aber nicht durchweg zu Lasten von physischen Datenträgern. Sony fährt zum Beispiel bei seiner neuen Playstation Vita eine Doppelstrategie. So sind zahlreiche Vita-Spiele sowohl als physische Box-Version als auch als preislich günstigere Download-Version erhältlich. Wir haben uns das Phänomen des boomenden Digital-Vertriebs näher angesehen und stellen die besten Shops im Überblick vor.

Nintendo will aufholen

Ein breit gefächertes Digital-Sortiment ist heute wichtiger denn je. Das merken auch Spätstarter wie der zuletzt mit Umsatz- und Gewinneinbußen kämpfende Branchen-Riese Nintendo. Hier verfolgt man Pläne, den digitalen Vertrieb nach Kräften zu pushen. Mit dem "Nintendo Network" will Präsident Satoru Iwata eine neue Online-Infrastruktur für Besitzer von Nintendo-Konsolen einführen. Der Dienst soll eine Zusammenfassung aller Online-Inhalte bieten. Er fungiert als Plattform für zusätzliche DLC-Inhalte, soll auf lange Sicht aber auch zum Online-Shop für Vollpreis-Games des Hauses ausgebaut werden. Dann wird man sich die großen Mario- und Zelda-Titel von zu Hause aus gegen entsprechende Bezahlung herunterladen können, wie es heute schon auf PC, Xbox 360 und PS3 möglich ist. Nintendo wird die gleiche Infrastruktur auch für die neue Wii U übernehmen.

Quer durch die Eiswüste

Publisher profitieren vom digitalen Spieleverkauf. Verpackungs- und Materialkosten werden eingespart, Content-Updates und Patches lassen sich schneller in das Produkt integrieren, die Logistik bei der Distribution ist ungleich einfacher. Sega-Manager Fabian Döhla weiß um die Vorteile: "Die Total War-Serie ist ein schönes Beispiel. Wo man früher umständlich nach Patches und Updates suchen musste, gibt es heute automatisierte Downloads, die das Spiel aktuell halten und Probleme automatisch beheben. Und dann gibt es noch einen ganz klassischen Aspekt, der besonders in den USA von großer Bedeutung ist: Die schiere Größe des Landes macht eine flächendeckende Distribution mit klassischen Spielen zum Kraftakt - logistisch und finanziell. Warum also nicht auf den digitalen Vertrieb setzen, wenn sich der Spielefan aus einem 300-Seelen-Dorf in Alaska zum Launch das neueste Produkt kaufen will, ohne quer durch die Eiswüste fahren zu müssen." In die gleiche Kerbe schlägt auch Martin Lorber von Electronic Arts: "Die Flexibilität und Schnelligkeit eines Internetangebots hat natürlich Vorteile für den Publisher, er kann sich besser auf die Kundenwünsche und Vorlieben einstellen." Auch unter finanziellen Gesichtspunkten ist das Download-Business für große Hersteller attraktiv. Lorber: "Origin hat inzwischen mehr als 9,3 Million registrierte Nutzer. Seit dem Start im vergangenen Jahr wurden Spiele im Wert von über 100 Millionen US-Dollar über Origin verkauft."

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Chancen für Indie-Entwickler

Interessant ist der Online-Vertrieb aber nicht nur für die großen Haie im Becken, sondern auch für kleinere Entwickler, die Schaufenster wie "Xbox Live Arcade" zum Durchstarten nutzen können. Macher von Independent-Spielen "können Projekte umsetzen, ohne hohe finanzielle Risiken bei der Produktion, Vermarktung und Distribution der physischen Datenträger einzugehen. Dadurch werden außergewöhnliche Spielkonzepte ermöglicht, wovon die Spieler direkt profitieren", bestätigt Felix Petzel von Microsoft. Zwar wird nicht jedes Indie-Spiel zum großen Download-Bestseller wie das Klötzchen-Epos Minecraft, eine Chance für enthusiastische Spiele-Entwickler ist der digitale Vertrieb aber auf jeden Fall.

Das haben die Spieler davon

Faktoren wie Zeit- und Platzersparnis, sofortige Verfügbarkeit des Spiels, aktive Umweltschutz-Unterstützung und - je nach Anbieter - reduzierte Kosten sind nicht zu unterschätzende Argumente für den digitalen Spiele-Erwerb. Aber auch der zusätzliche Service, denn die Hersteller den Download-Kunden bieten, sprechen für den Online-Kauf. Martin Lorber: "Dazu zählen die Möglichkeiten, im Internet bequem, schnell und unabhängig vom Ort und Zeit Spiele zu kaufen und herunterzuladen, aber auch soziale Features wie Profile, Freundeslisten, Chats und die Möglichkeit, direkt mit Freunden online zu spielen, Auto-Patching, kostenloser bequemer Ersatz bei verlorenen Disks, Spielen ohne Disk sowie Cloudsave der Spielstände, so dass man auf verschiedenen Rechnern immer mit dem letzten Spielstand weiterspielen kann."

Fragwürdige Nutzungsbedingungen

Bei all dem Lob verschweigen die Publisher ganz gerne einen fundamentalen Nachteil für die Gamer, den die digitale Distribution mit sich bringt: Vertriebsplattformen wie Origin fungieren zeitgleich als Kopierschutz, setzen zwingend eine Internetverbindung voraus und erlauben sich dank ihrer Nutzungsbedingungen, Daten der Kunden zu sammeln. Dies führte im Falle Origin nach der Veröffentlichung von Battlefield 3 zu einem handfesten Skandal, als bekannt wurde, dass die Origin-Nutzungsbedingungen gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Immerhin reagierte EA schnell und überarbeitete seine EULA (End User License Agreement)-Nutzungsbedingungen. Ein weiterer Nachteil: Oft sind die Download-Preise noch sehr nahe an denen für Retail-Games im Einzelhandel, so dass das Preis-Leistungsverhältnis nicht immer überzeugt. Schließlich muss der Käufer beim Download auf ein haptisches Erlebnis verzichten; er hat nichts, was er sich ins Regal stellen kann.

Spielen in der Wolke

Noch einen Schritt weiter als das Verkaufen von Games per Download geht das "Cloud Gaming", das Streaming von Spielen und das Speichern von Spielständen im Netz. In diesem Bereich sind Anbieter wie Gaikai oder Onlive führend. Derzeit können sich Onlive-User in England und den USA aktuelle Spiele wahlweise auf PC, Mac, Smartphone und Tablet-PC oder gar direkt auf den Fernseher streamen - letzteres allerdings nur mittels einer speziellen Zusatzbox. Wann Onlive nach Deutschland kommt, ist noch unklar. Für Gaikai steht neben dem Streaming vor allem die Einbindung von Core-Games auf Facebook im Fokus. Wie im Rahmen des "Cloud Gaming Europe"-Events im Januar 2012 in London anhand des MMO-Hits World of Warcraft demonstriert, soll es bald möglich sein, auf Facebook mit nur einem Mausklick per Stream zu spielen. Das Unternehmen kooperiert aktuell in Deutschland mit seinem Browser-Games-Angebot mit Gamesload, der Spiele-Platform der Deutschen Telekom.

Fazit

Die Mischung aus Download und Streaming dürfte in Zukunft einen immer wichtiger werdenden Stellenwert bei Spielern, Herstellern und Publishern einnehmen. Doch stirbt der gute alte Spiele-Datenträger denn nun wirklich aus? Wir meinen: Nein. Nicht heute und auch nicht in absehbarer Zeit. Trotz des sich anbahnenden fundamentalen Wandels werden noch einige Spiele-Generationen in einer Box vor uns liegen, bis Disks und Co. endgültig von der Bildfläche verschwinden. Dies sieht auch Fabian Döhla so: "Anteile verschieben sich, sicher. Aber Aussterben werden Datenträger in absehbarer Zeit nicht. Sind denn die Schallplatten ausgestorben? Nein, inzwischen gibt’s sogar wieder eigene Verkaufsflächen für den Klassiker unter den Tonträgern. Gibt’s in Zukunft mehr Downloads? Klar. Aber deswegen einen Dinosaurier-Vergleich anstehen? Das erscheint leicht übertrieben."

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