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Dirt Showdown für PC, PS3 & Xbox 360: das Arcade-Rennspiel im Test

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Test Dirt Showdown | Arcade-Rennspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Wrestling mit 300 Pferdestärken

30.05.2012, 15:31 Uhr | Richard Löwenstein (jr / ams), Richard Löwenstein

Dirt Showdown für PC, PS3 & Xbox 360: das Arcade-Rennspiel im Test. Dirt Showdown (Quelle: Codemasters)

Dirt Showdown (Quelle: Codemasters)

Im Actionfilm markiert der "Showdown" den Höhepunkt des Ganzen, den Moment der Entscheidung. Dem Anspruch kann Codemasters neues Arcade-Rennspiel nicht ganz gerecht werden. Denn trotz "Showdown" im Titel spielt der Duellcharakter eine untergeordnete Rolle. Der neueste Ableger aus Codemasters "Dirt"-Reihe ist aber auch keine Rallye-Simulation mehr wie noch seine Vorgänger. Wer sich bei "Dirt Showdown" auf der Xbox 360, der PS3 oder dem PC ans Lenkrad wagt, lässt sich stattdessen auf Racing ohne Regeln ein. Auf Positionskämpfe, in denen nach Herzenslust gerempelt wird. "Showdown" erinnert zunächst an Games vom Schlag eines "Burnout" oder "Ridge Racer Unbounded", aber irgendwann merkt man: Huch, gut die Hälfte meiner Zeit fahre ich in Arenen, ramme andere Autos schrottreif, versuche eine Hasenjagd so lang wie möglich zu überleben. Das passt dann eher zum PSOne-Oldie "Destruction Derby" von 1995.

Royal Rumble in der Arena

Kernstück des Einzelspieler-Modus ist die Karriere. Insgesamt 48 Wettbewerbe verteilen sich auf vier Karrierestufen. Den Abschluss jeder Stufe bildet je ein Finalrennen. Das unterscheidet sich allerdings nicht groß von dem, was sonst in der Karriere passiert, ihm fehlt der wahre Höhepunkt-Charakter. Langweile kommt trotzdem keine auf, denn im Lauf des Karrieremodus schaltet sich ein breiter Strauß an Wettkampf-Varianten frei. Den größten Teil bilden besagte Arena-Rammereien in verschiedenen Varianten. Acht Autos stürzen sich aus allen Richtungen in eine Arena; schubsen einander von Plattformen oder fahren sich möglichst derbe ans Blech. Die Szenen erinnern an einen Royal Rumble im Wrestling, wenn sich mehrere Kämpfer im Ring balgen. Nur: Wenn Autos dasselbe tun, dann sollten eigentlich noch viel mehr Fetzen fliegen. Das passiert aber nicht. Es kommt zu Funkenflug, ein paar Kratzern und Splittern. Richtig massive Zerstörung inklusive dem damit verknüpften Aha-Effekt beim Betrachter bleibt aus.

Vielfältige Herausforderungen

Die Rundrennen machen einen ausgewogeneren Eindruck. Da die Kamera weniger nervös hinter dem Fahrzeug-Heck hin- und herschwenkt als in der Arena, behält man eher den Überblick und fühlt sich, als hätte man die Dinge unter Kontrolle. Das fühlt sich deutlich stärker nach Motorsport-Simulation an, zumindest ist eine gewisse Prise Fahrkönnen klar von Vorteil. Auch die Rundrennen sind in mehreren Varianten vorhanden. Es gibt die üblichen "Der Letzte scheidet aus"-Wettkämpfe auf abgesperrten Kursen oder in der komplizierteren Version auf Strecken mit Kreuzungen, was mitunter ein großartiges Chaos auslöst.

Gymkhana im Wohnzimmer

Hohen Unterhaltungswert haben auch die Duelle. Im direkten Wettkampf fährt man auf zwei gespiegelt angelegten Hindernis-Strecken gegen einen Computergegner. Man soll Pylonen rammen, Markierungen umkreisen, um Kurven driften - das Ergebnis erinnert an die sogenannten "Gymkhana"-Darbietungen des prominenten Rallye-Piloten Ken Block. Ein bisschen ärgerlich ist dabei, dass der Karrieremodus ein Weiterkommen an das Erreichen von Podestplätzen bei wirklich allen Wettbewerben koppelt. Wer also beispielsweise Rundstrecken-Rennen bevorzugt, kommt dennoch nicht um die Aneignung gewisser Arena-Fähigkeiten herum. Bei manchen Starts muss man sich also durchbeißen, auch wenn's mal weniger Spaß macht.

Fantasie- und Rallye-Boliden

Auch der Fuhrpark löst nicht gerade einen Sturm der Begeisterung aus. Die aufgemotzten Schrottkarren und mit Totenköpfen bemalten Sportautos fahren sich zwar ordentlich. Die deutlich spürbaren Unterschiede beim Fahrverhalten spornen zum Ausprobieren wechselnder Modelle an. Aber die Autos heißen Onyx Runner oder Zender Cup, es handelt sich also fast ausschließlich um Fantasie-Fahrzeuge. Dazwischen verlieren sich ein Ford Fiesta WRC, ein Subaru Impreza und ein paar andere authentische Rallyefahrzeuge und wirken schon fast fehl am Platze.

Aufdringliches Steuerungs-ESP

Leider hinterlässt auch die Steuerung, traditionell eine Stärke von Rennspielen aus dem Hause Codemasters, in diesem Fall keinen perfekten Eindruck. Es geht zwar alles gut von der Hand, aber die Reaktionen könnten einen Schuss Schärfe vertragen. Wenn man in der Arena flott umkehren möchte, dauert das Manöver viel zu lang. Andererseits gehen Drifts und Donuts derart locker von der Hand, dass es sich fast anfühlt, als wäre man auf Schienen unterwegs. Daraus ergeben sich zwar schnelle Erfolgserlebnisse, was gut ist für Online-Rennen oder Splitscreen-Spaß mit Freunden. Genre-Kenner könnten sich jedoch bevormundet fühlen. Die Suche nach einem Ausschalter für dieses subtile Kontrolle-aus-der-Hand-nehmen verläuft leider im Sand. Die Videospiel-Version der elektronischen Stabilitätskontrolle ist permanent aktiv.

Was wir mögen

Beim Spielen per Vollbild-Kamera kommt die Action nicht nur gut rüber, sie lässt sich auch blendend kontrollieren. Die Präsentation verdient vom Auswahlmenü bis zur Benutzerführung das Prädikat "Sehr gut". Abwechslungsreiche Begleitmusik und gelungene Eindeutschung runden den hochwertigen Gesamteindruck ab.

Was wir nicht mögen

Die Heck-Kamera schwenkt manchmal arg hektisch hin und her, eine Cockpit-Perspektive fehlt komplett. Das Fahrzeug-Tuning beschränkt sich auf ein paar einfache Attributverbesserungen beispielsweise an Lenkung und Beschleunigung. Eine Wettersimulation fehlt, die Wiederholungen lassen sich nicht speichern, und die Ladepausen stören den Spielfluss.

Fazit

Technisch macht der neueste Teil aus der "Dirt"-Reihe einen prima Eindruck. Die Grafik punktet mit großer Detailfülle, der Motorsound reizt zum Lauterdrehen. Bei Wettkämpfen im Online-Modus und auf dem Splitscreen kommt ordentlich Partystimmung auf. Auch die Fülle an Herausforderungen überzeugt. Ganz ausgewogen wirkt das Paket dennoch nicht. Die Arena-Wettkämpfe fühlen sich eher nach Arcade-Racing, die Rundrennen deutlich stärker nach Rennsimulation an. Wer beides mag, prima. Wer nicht, könnte "Dirt Showdown" als weder Fisch noch Fleisch empfinden.

Infos zum Spiel

Titel: Dirt Showdown
Genre: Arcade-Rennspiel
Publisher: Codemasters
Hersteller: Codemasters Racing Studio
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 55 Euro (Konsolen-Version)
System: PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut

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