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Test Lollipop Chainsaw: Schulmädchen-Gewaltreport

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Test Lollipop Chainsaw | Action | PS3, Xbox 360  

Trashiger Schulmädchen-Gewaltreport

21.06.2012, 09:17 Uhr | Volker Bonacker / jr

Test Lollipop Chainsaw: Schulmädchen-Gewaltreport. Lollipop Chainsaw (Quelle: WB Games)

Lollipop Chainsaw (Quelle: WB Games)

Was haben eine knallbunte Kettensäge, haufenweise Untote und eine knapp bekleidete Cheerleaderin gemeinsam? Auf den ersten Blick vermutlich herzlich wenig. Nicht so in der Gedankenwelt von Games-Designer Goichi Suda, besser bekannt als Suda 51 ("Shadows of the Damned"). Denn in dessen neuem Spiel "Lollipop Chainsaw" für PS3 und Xbox 360 vereinen sich die drei genannten Elemente zu einem unkonventionellen Gesamtpaket, das stilistisch ganz bewusst die Nische zwischen einem visuell überbordenden Action-Spektakel vom Schlage eines "Bayonetta" und zitatgeladenem Pop-Trash anvisiert. Wir haben uns auf eine unvergleichliche Zombiehatz begeben und überprüft, ob die Mixtur zu überzeugen weiß.

Familie Zombiejäger

Eine Geschichte sucht man in Lollipop Chainsaw größtenteils vergeblich. Das Spiel beginnt mit dem 18. Geburtstag der Heldin Juliette Starling. Zu feiern gibt es allerdings nichts, denn blöderweise haben sich die Untoten just an diesem Tag entschieden, die Schule der Heldin (deren Name "San Romero High School" nur eine von zahlreichen Querverweisen auf den Zombiefilm ist) zu überrennen und die freundlichen Mitschüler von einst in blutrünstig dahin schlurfende Zombies zu verwandeln. Kurzentschlossen greift sich Juliette ihre Kettensäge, denn - man vermutet es bereits - abseits ihrer Tätigkeit als Football-Zujublerin ist sie ebenso wie ihre Schwestern Cordelia und Rosalind auch als Zombiejägerin unterwegs. Eine tiefer gehende Story oder gar sozialkritische Untertöne - filmhistorisch betrachtet ja eng mit dem Genre des Untotenfilms verknüpft - fehlen hier völlig.

Girlpower oder Männerphantasie?

Stattdessen bedient Lollipop Chainsaw die Popcornkino-Schiene des Action-Genres: Eine von den blonden Zöpfen bis zu den Kniestrümpfen durchsexualisierte Heldin, die den Spieler beständig daran erinnert, ihr nicht unter den Rock zu schauen, prügelt und sägt sich mit verschiedenen Moves, die auch zu Kombinationen verbunden werden können, durch ihre Highschool. Die Faltenrock-Action mit Punk- und Metal-Klangkulisse mag dem einen als plumpe Männerphantasie vorkommen, andere dagegen interpretieren das Spiel als Ausdruck von Girlpower - schließlich ist Juliette sich nicht für den einen oder anderen fiesen Spruch nach Erledigung der Gegner zu schade und kommt allemal selbstbewusster daher als die durchschnittliche Spielheldin. Erinnerungen an den 2009 veröffentlichten Kritikerliebling Bayonetta werden quasi zwangsläufig wach. Und die Macher versuchen auch gar nicht erst, das zu vermeiden.

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Technisches Mittelfeld

Trotz aller Referenzen bleibt Juliette allerdings eher die kleine Schwester des Vorbilds, denn optisch kann Lollipop Chainsaw nicht mit dem verspielten, effektüberladenen Look von Bayonetta mithalten. Stattdessen versucht sich das Spiel an einer Mischung aus Comic- und Cel-Shading-Look, inklusive entsprechend gestalteter Menüs. Das ist auf seine Art ebenso anders wie erfrischend, täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass der Titel grafisch wie technisch eher im Mittelfeld angesiedelt ist. Besonders die schlauchartig aufgebauten Schauplätze, die keinerlei Raum für eigene Erkundungen lassen, trüben den Spaß.

Einfach nicht ernst nehmen

Immerhin gibt's innerhalb der thematisch jeweils eigenständigen Level durchaus Abwechslung: Minispiele wie Zombie-Basketball, Mitschüler retten oder die Fähigkeiten der Heldin verstärken (was Geld kostet, das wiederum durch den Tod der Untoten verdient wird) sowie neue Kostüme für Juliette erwerben sorgen für Kurzweil. Soll's das nicht sein, warten noch diverse Quicktime-Events auf Juliettes Freund. Selbigen trägt die Heldin nämlich stets bei sich - besser gesagt, was noch von ihm übrig ist: seinen Kopf. Der baumelt dauerquasselnd am Rock der Heldin und kann im späteren Spielverlauf gar als Munition verwendet werden. Abgedreht? Mindestens. Derartige Elemente machen deutlich, wohin die Reise geht: Lollipop Chainsaw will sich nicht ernst nehmen und auch gar nicht ernst genommen werden. Was im Film der Trash ist - einerseits als produktionstechnisch minderwertig belächelt, andererseits als Popkultur-Phänomen geschätzt - soll das neue Werk von Suda 51 für die Videospielwelt sein.

Was wir mögen

Kann das gutgehen? Für manche Spieler tut es das: Wer auf abgedrehte Action steht und dabei Anspielungen auf liebgewonnene Filme und bekannte Charaktere nicht nervig, sondern bereichernd findet, wird mit dem Spiel seine Freude haben. Nicht zuletzt auch, weil Juliettes Zombiejagd mit ihrer "Verlust der Unschuld"-Motivik ein ums andere Mal ganz zauberhaft an den "Coming of Age"-Film erinnert.

Was wir nicht mögen

So reich an Inhalt das alles auch sein mag, spielerisch läuft der Titel tatsächlich Gefahr, Trash in der negativen Bedeutung des Wortes zu sein. Denn die simplen Moves sind schnell verinnerlicht, danach herrschen Monotonie und Wiederholungsprinzip vor. Daran ändern neu hinzukommende Elemente sowie durchaus anspruchsvolle Bossfights nichts. Schlimmer noch: Die Spielzeit fällt mit fünf bis sieben Stunden arg gering aus. Ob es nach dem Abspann zu weiteren Stunden mit Juliette kommt (schließlich gilt es, einige Extras freizuspielen), ist angesichts der repetitiven Spielmechanik fraglich.

Fazit

Trotz aller berechtigten Kritik: Lollipop Chainsaw funktioniert als Spiel wie auch als Sammelwerk zahlreicher Popkultur-Referenzen und infantiler Humoreske gleichermaßen gut. Zumindest, so man für die gebotene, stets völlig überzogene Mischung der Zutaten Zombie, Sex und Action empfänglich ist. Wer dem nichts abgewinnen kann, wird seine Meinung auch mit Suda 51s jüngstem Werk nicht ändern. Alle anderen erwartet ein herrlich abgedrehter Buttonsmasher, mit dem sich die Wartezeit auf das weiterhin nicht offiziell bestätigte "Bayonetta 2" durchaus überbrücken lässt.

Infos zum Spiel

Titel: Lollipop Chainsaw
Genre: Action
Publisher: WB Games
Hersteller: Grasshopper Manufacture
Release: Im Handel
Preis: zirka 45 Euro
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut

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