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Test The Amazing Spider-Man | Actionspiel | PS3, Xbox 360, 3DS  

"The Amazing Spider-Man": Spinnenmausmann in Aktion

04.07.2012, 13:02 Uhr | Volker Bonacker / jr

Test The Amazing Spider-Man: Spinnenmausmann in Aktion. The Amazing Spider-Man (Quelle: Activision)

The Amazing Spider-Man (Quelle: Activision)

Noch ein Lizenz-Game, das pünktlich zum Kinofilm in den Regalen steht - braucht's das? Eine berechtigte Frage angesichts des Rufes, den Spiele-Umsetzungen zu Zelluloid-Blockbustern zurecht genießen. Schließlich denken viele Gamer beim Thema Lizenzware vor allem an eine halbgare Umsetzung, die weder Fans des Kinostreifens noch Spieler wirklich zu begeistern vermag. Umso erfreulicher sind die seltenen Ausnahmen. Das jüngste Abenteuer von Peter Parker, der in Form seines Superhelden-Alter-Egos Spider-Man derzeit nicht nur die Kino-Umsätze nach oben treibt, sondern in "The Amazing Spiderman" auf PS3, Xbox 360, Wii und 3DS auch bei Activision für klingelnde Kassen sorgen soll, wäre beinahe eine geworden. Und hat dabei einen steten Begleiter, der seinen Schatten in Form einer Fledermaus über jede Facette des Actionspiels wirft.

Keine Freundschaftsanfrage

Inhaltlich - soviel sei verraten - sollten Hardcore-Fans zunächst ins Kino marschieren. Schließlich enthält die Story um ein Virus, das die Bewohner Manhattans in Tier-Mensch-Mutanten verwandelt, den einen oder anderen Spoiler zum aktuellen, gleichnamigen Kinofilm "The Amazing Spider-Man". Und natürlich treten diverse alte Bekannte, etwa der verrückte Wissenschaftler Curt "Die Echse" Connors sowie der Chef des mysteriösen Unternehmens Oscorp, Alistair Smythe, auf. Dessen Forschungen lassen alte Spider-Man-Gegner wie Rhino und Scorpion in neuen, noch gefährlicheren Versionen aufleben und bilden den Rahmen für die rund zehnstündige Kampagne, die in Sachen Dramatik zwar durchaus den einen oder anderen Höhepunkt bietet, insgesamt aber nicht sehr packend inszeniert wurde. So wirken vor allem die Dialoge ein ums andere Mal aufgesetzt und kindisch. Zugute halten muss man dem Superhelden dafür den einen oder anderen lockeren Spruch, der bisweilen sogar popkulturellen Bezug hat. Wenn der Heroe nach der Rettung einer Reporterin etwa locker "Dafür sende ich dir nun aber keine Freundschaftsanfrage" anmerkt, kann sich der Facebook-Account besitzende Spieler von heute das Lächeln kaum verkneifen.

Hoch hinaus

Abseits der Geschichte funktioniert "The Amazing Spider-Man" aber erstaunlich gut. Das ist zunächst der Aufteilung in Innen- und Außenlevel geschuldet. Während die Hauptstory in geschossenen, schlauchartig aufgebauten Missionen innerhalb von Gebäuden, Laboren oder auch Mal der Kanalisation vorangetrieben wird, kann sich Spider-Man zwischen den Aufträgen in trendiger Open-World-Manier frei im detailliert nachgebauten Manhattan bewegen. Was dank simpler Steuerung richtig Spaß macht. Per Tastendruck schwingt sich der Spinnenmann von Hochhaus zu Hochhaus, läuft die Gebäude in der Vertikalen hinauf oder lässt sich in die Tiefe stürzen, nur um im letzten Moment vor dem Aufprall dann doch noch den rettenden Spinnenfaden auszuwerfen. Klatscht er dennoch einmal auf den Boden, passiert ihm übrigens nichts: Egal aus welcher Höhe Spider-Man auch stürzt, der Aufprall ist wunderbarerweise niemals tödlich. Und um Hochhäuser fliegen auch nicht die einzige Tätigkeit innerhalb New Yorks.

Viel zu tun

So muss Spidy etwa entflohene Psychopathen einfangen, infizierte Bewohner in Krankenhäuser transportieren, Raub- und Banküberfälle vereiteln, sich bei Stunts filmen lassen oder schlicht 700 über die Stadt verteilte Comic-Seiten sammeln. Soll es das nicht sein, erledigt er Fotografen-Jobs für seine Reporter-Kollegin. Kleinere Nebentätigkeiten gibt es einige, und sie alle haben etwas gemein: herausfordernd sind sie nicht. Stattdessen handelt es sich bei den meisten Jobs entweder um stumpfes Button-Mashing oder um simpel gestrickte, schnell zu erledigende Aufträge, bei denen Scheitern quasi ausgeschlossen ist. Erstaunlicherweise macht das Ganze aber dennoch Spaß - und sei es nur aufgrund des Sammeltriebs, der einen dazu treibt, eine weitere Straftat zu vereiteln oder die Stadt abermals nach Comicseiten zu durchforsten.

Fledermausmann lässt grüßen

Was allerdings nicht darüber hinwegtäuscht, wo die Entwickler von Beenox sich ihr Spielkonzept abgeschaut haben: Die beiden Batman-Spiele "Arkham Asylum" und "Arkham City" sind allgegenwärtig. Sei es bei den Nebenjobs oder der Spielmechanik in den Innenleveln. Denn dort verfügt Spider-Man mit "Web-Rush" über ein Feature, das Batman-Spieler bestens kennen: Per Knopfdruck versetzt man das Geschehen in eine Art Pause-Modus, in dem Gegner und Objekte von Interesse angezeigt werden, was das strategische Planen der nächsten Schritte ermöglicht. Greift man frontal an oder geht man die Sache lieber heimlich, still und leise von der Decke hängend an? Wer sich für erstere Methode entscheidet, bekommt ein eins zu eins aus Batman übernommenes Kampfsystem geboten: Eine Taste für Angriffe, eine zum Ausweichen. Mehrere Treffer kombiniert man zu durchschlagskräftigen Combos, dazu gibt es diverse Technik-Extras wie die obligatorische Attacke mit dem Spinnennetz. Je ausgeklügelter der Spieler seine Gegner erledigt, desto mehr Punkte gibt's am Ende. Die wiederum investiert man - auch hier lässt der Fledermausmann grüßen - in Upgrades für Spider-Mans Anzug.

Einfach zu einfach

Mit stumpfer Prügelei kommt der Superheld jedoch selten weit, schließlich rüsten die Kombattanten bald auf und rücken mit Automatikwaffen an. Hier gilt es, mit Bedacht vorzugehen. So lassen sich Gegner etwa per gut getimter Tarnattacke direkt ausschalten, was im späteren Spielverlauf unumgänglich ist. Und den nächsten Batman-Klon darstellt. Spider-Man orientiert sich sehr am Kritiker-Liebling des letzten Jahres. Will man das den Machern vorwerfen? Eigentlich nicht, denn trotz allem verfügt das Spiel über eigenständige Features. Somit bleibt letztlich nur der Schwierigkeitsgrad, der sich für erfahrene Zocker als Fallstrick erweisen dürfte. Denn von Nebenjobs bis gut inszenierten Bossfights ist "The Amazing Spider-Man" schlicht zu einfach ausgefallen. Neben der Geschichte und deren mangelndem Tiefgang merkt man dem Spiel hier noch am ehesten die Mängel an. Es sei Beenox gewünscht, dass die Arbeiten am nächsten Spider-Man-Titel von Activision mit genügend Zeit und Ressourcen versehen werden, um hier ein besseres Ergebnis zu produzieren.

Was wir mögen

Es gibt viel zu tun in "The Amazing Spider-Man": Mittels diverser Nebentätigkeiten und Sammelaufgaben sorgen die Macher für Kurzweil. Wer die Story nicht im Eiltempo durchlaufen will, bekommt mehr als nur eine Gelegenheit zum Verweilen in Manhattan. Bisweilen will man eigentlich gar nicht mehr als nur noch ein weiteres Mal am Times Square herum schwingen oder die 5th Avenue entlang hangeln.

Was wir nicht mögen

Leider ist das Actionspiel viel zu rudimentär und einfach ausgefallen. Wie es richtig geht, zeigt das große Vorbild Batman: Hier sind selbst die kleineren Jobs mit Kopfnüssen versehen, das Kampfsystem fordernder, das Gesamtpaket weniger als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Feierabendzocker und Gaming-Einsteiger angelegt. Erwachsene Spieler wünschen sich einen ebensolchen Superhelden leider vergebens - "The Amazing Spider-Man" zielt ganz klar auf eine jüngere, weniger spielerfahrene Zielgruppe ab.

Fazit

Trotz aller Mängel: "The Amazing Spider-Man" ist kein schlechtes Spiel. Im Gegenteil: Man verzeiht dem Spinnenmann sowohl seine Copy-Paste-Mechanik als auch den Schwierigkeitsgrad und wünscht sich stattdessen einen Nachfolger, der in Sachen Story und Herausforderung den einen oder anderen Akzent zu setzen vermag. Warum die aktuelle Kinofilm-Umsetzung bis dahin trotz allen Makels nicht durchfällt? Weil "The Amazing Spider-Man" im Kern kein schlechtes Produkt ist - aber eben auch kein ausgereiftes. Warum Spieler es dennoch lieben können? Wer nach einem freien Fall von gefühlt 300 Metern im letzten Moment vor dem Aufprall sein Netz auswirft, um anschließend mehrere hundert Meter nach oben geschleudert zu werden, wo ein spektakulärer Sonnenuntergang das Hochhaus-Panorama des abendlichen Manhattan ziert, wird es verstehen.

Infos zum Spiel

Titel: The Amazing Spider-Man
Genre: Actionspiel
Publisher: Activision
Hersteller: Beenox
Release: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro (PS3, Xbox 360) / zirka 40 Euro (Wii, 3DS)
System: PS3, Xbox 360, Wii, 3DS
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Gut

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