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Bericht: Activision-Blizzard soll verkauft werden

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Bericht: Activision-Blizzard soll verkauft werden

12.07.2012, 10:57 Uhr | jr / vb

Bericht: Activision-Blizzard soll verkauft werden. Logo des Spiele-Publishers Activision-Blizzard (Quelle: Activision-Blizzard)

Logo des Spiele-Publishers Activision-Blizzard (Quelle: Activision-Blizzard)

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will der durch die Übernahme des französischen Telekommunikationsunternehmens SFR in finanzielle Schwierigkeiten geratene Mehrheitseigner Vivendi Universal seinen 60-Prozent-Anteil am Spiele-Publisher Activision-Blizzard verkaufen. Trotz seiner positiven Zahlen gehöre der Publisher nicht zum Kernbereich des Geschäfts des französischen Medienkonzerns, ist als Begründung für die noch nicht offiziell bekundete Verkaufsabsicht zu hören. Angestrebt ist ein Rekord-Verkaufserlös im Bereich von zehn Milliarden US-Dollar. Der Börsenwert von Activision-Blizzard mit Top-Marken wie Call of Duty, Diablo, Starcraft und World of Warcraft im Portfolio liegt zur Zeit bei rund dreizehn Milliarden (Electronic Arts auf Platz zwei ist um die 3,7 Milliarden US-Dollar schwer).

Verschiedene Interessenten

Wie Reuters meldet, haben bereits verschiedene potentielle Käufer - darunter der Software-Riese Microsoft, der amerikanische Medienkonzern Time Warner und der chinesische Telekommunikations-Multi Tencent - ihr Interesse an einem Deal bekundet. Das Spiele-Magazin Gamasutra sieht allerdings bei keinem der Kandidaten optimale Voraussetzungen. Microsoft sei mit dem Halo-Relaunch und der Vorbereitung der Xbox 720 ausgelastet. Zudem müsse man im Fall des Falles mit Bilanzeinbußen bei Activision-Blizzard rechnen, da Microsoft wohl kein Interesse daran habe, über die hauseigene Windows- und Xbox-Plattform hinaus die Konkurrenzkonsolen von Nintendo und Sony mit Games zu versorgen, was auch das bisher gute Verhältnis zu Drittherstellern nicht unberührt lassen würde. Bei dem im asiatischen Markt tätigen Tencent (Betreiber des geplanten Free-to-Play-Ablegers "Call of Duty Online") sieht Gamasutra in der fehlenden Erfahrung im Retail-Bereich ein Problem. Darüber hinaus habe Tecent durch Käufe und Beteiligungen an Riot Games und Epic Games in jüngster Zeit bereits ordentlich investiert. Time Warner verfüge mit Warner Bros. Interactive bereits über eine Spielesparte (Monolith, TT Games, Rocksteady), so dass eher die Filmlizenzen für Activision-Blizzard-Marken hier interessant seien. Insgesamt dürften aber die zu stemmenden Übernahmekosten angesichts der Wirtschaftskrise auf den amerikanischen Konzern abschreckend wirken, urteilt Gamasutra. Da erscheine die Alternative, dass Vivendi den Publisher vollständig ausgliedert und die Aktien auf dem freien Markt verkauft, insgesamt plausibler.

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