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Ouya: Crowd-finanzierte Android-Konsole sorgt für Furore

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Ouya: Crowd-finanzierte Android-Konsole sorgt für Furore

11.07.2012, 14:45 Uhr | vb / jr

Ouya: Crowd-finanzierte Android-Konsole sorgt für Furore. Ouya (Quelle: Ouya)

Ouya (Quelle: Ouya)

Eine Konsole zum Preis von 99 US-Dollar, die gleichermaßen als Abspiel-Plattform für neue Games wie auch völlig offenes, leicht zugängliches Entwickler-Kit dient? Die Android-basierte "Ouya" soll es möglich machen. Das ungewöhnliche Konsolen-Projekt sorgt derzeit im Netz für Furore: Kurz nach der Ankündigung einer Crowdfunding-Aktion, in der die Macher dafür werben, ihr Gerät via Kickstarter zu finanzieren, sind die angepeilten Ziele nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. Wenig erstaunlich, denn die Möglichkeiten der Ouya klingen vielversprechend: Jeder kann zum Entwickler, Vertreiber und Spieler in Personalunion werden. Zudem sind sämtliche Games zunächst als Free-to-Play-Fassung gratis spielbar. Müssen sich Xbox 360, PS3 und Co. warm anziehen?

Offenes System

Der größte Unterschied zu den Konsolen von Microsoft und Sony besteht darin, dass die Ouya als komplett Android-basiertes Gerät von vornherein auf Zugänglichkeit angelegt ist. Entwickler wie Kunden kommen mit dem Betriebssystem gleichermaßen klar, zahlreiche Independent-Game-Schaffende haben bereits mannigfaltige Erfahrungen vorzuweisen. Und die Lizenzen für die Spiele-Produktion entfallen. Gleiches gilt für teure Software Development Kits (SDK), mit denen Spiele gemacht werden. Heißt: Wer die Ouya erwirbt, bekommt damit auch gleichzeitig ein Entwicklerkit mitgeliefert. Direktvertrieb der Eigenbau-Games - das klingt zunächst sehr attraktiv.

Start ab März 2013?

"Ouya könnte die Produktion von AAA-Games verändern. Vergesst Lizenzgebühren, Handelsgebühren und Veröffentlichungsgebühren", kündigen die Macher auf ihrer Kickstarter-Seite an. Dort wirbt man um Zuwendungen für die Entwicklung der Ouya. Das angegebene Ziel von 950.000 US-Dollar hat man längst übertroffen: Derzeit (Stand: 12.07.) stehen die Zuwendungen bei über 3,7 Millionen US-Dollar - und die Aktion dauert noch weitere 28 Tage. Wer 95 US-Dollar oder mehr spendet, bekommt die Konsole zur Veröffentlichung geliefert. Einen festen Termin haben die Macher allerdings noch nicht genannt, vagen Ankündigungen zufolge peilt man den März 2013 als Release-Zeitraum an. Derzeit ist noch nicht bekannt, wann die Massenproduktion starten soll. Angeblich existiert jedoch bereits ein lauffähiger Prototyp. Bilder dagegen gibt es bereits einige. Während die Konsole selbst in ihrem nüchternen Look durchaus modern aussieht, fühlt man sich beim Controller nicht grundlos an das Gamepad der Xbox 360 erinnert.

Free-to-Play ist Pflicht

Schließlich ist Yves Behar, seines Zeichens Co-Designer der Xbox 360 und Vater des "One Laptop Per Child"-Billignotebooks mit an Bord. Abseits davon mangelt es nicht an prominenten Fürsprechern: Von Brian Fargo ("Wasteland") über Jenova Chen (thatgamecompany) bis hin zu Markus "Notch" Persson (Minecraft) votieren auf der Kickstarter-Seite zahlreiche Entwickler für das Projekt. Dessen mächtigstes Argument bleibt aber das kostenlose Testen von Spielen, ehe es zum Kauf kommt: Alle für Ouya veröffentlichten Games müssen zunächst als Free-to-Play-Version erscheinen. Welchen Preis die Entwickler danach für ihre Produkte aufrufen, ob sie sich für Geschäftsmodelle wie Mikro-Transaktionen oder entscheiden oder lieber einen festen Preis verlangen, bleibt ihnen überlassen.

Technisch im Mittelfeld

Was die technische Ausstattung betrifft, darf man für den Preis von 99 US-Dollar keine Quantensprünge erwarten. Ein Tegra-3-Quadcore-Prozessor treibt die Ouya an, das Gerät verfügt über ein Gigabyte Arbeitsspeicher und nur acht Gigabyte internen Flash-Speicher. HDMI-, Bluetooth und WiFi werden unterstützt, über einen USB-Anschluss verfügt die Ouya ebenso. In der ersten Hardware-Reihe steht man damit definitiv nicht.

Konkurrenz oder Alternative?

Doch kann die Rechnung aufgehen? Wie das IT-Magazin "Wired" anmerkt, haben es bislang lediglich zwei Firmen in der jüngsten Vergangenheit geschafft: Sony und Microsoft - und beide unter millionenschweren Verlusten. Wer nicht fähig ist, über Jahre hinweg einige Millionen zu investieren, bekommt keinen Fuß auf den hart umkämpften Konsolenmarkt. Eine Lektion, die vor der Ouya bereits andere lernen mussten. Den Frontalangriff gilt es folglich zu vermeiden. Das wollen die Ouya-Macher allerdings auch gar nicht. Stattdessen positionieren sie sich sowohl den Anschaffungspreis als auch Vertriebsmodell und Softwareentwicklung betreffend bewusst dort, wo die anderen Hersteller nicht stehen. Von "Konkurrenz" mag man beinahe nicht mehr reden. Stattdessen ist die neue Konsole mehr eine Alternative zum bestehenden Angebot.

Android kein Erfolgsgarant

Zu bedenken ist allerdings, dass iOS- und Android-Games aktuell nur deshalb so erfolgreich sind, weil sie tendenziell Millionen von Menschen erreichen können, nämlich all jene, die in Besitz eines entsprechenden Smartphones oder Tablet-PC sind. Genau diese Basis hat Ouya zum Start noch nicht, richtet sich das Produkt doch ausschließlich an Gamer. Und die müssen sich fragen, ob sie mit dem Angebot der "großen" Konkurrenten Microsoft, Sony und Nintendo nicht schon zufrieden sind und nebenbei weitere Plattformen brauchen. Somit entscheidet über Erfolg und Misserfolg auch das Angebot an attraktiver Ouya-Games-Software. Hier wiederum muss in Betracht gezogen werden, dass längst nicht jede Softwareentwicklung für Android lohnt. Von den Games-Entwicklern profitieren schließlich nur jene, deren Produkte in den Shops an attraktiven Positionen aufgelistet werden und entsprechend viele Neukunden erreichen. Alle anderen - und das ist die große Mehrheit - gehören nicht zu den Matchwinnern.

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