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Preview Tomb Raider | Action-Adventure | PC, PS3, Xbox 360  

Tomb Raider: Lara Croft macht ernst

07.12.2012, 10:08 Uhr | Benjamin Kratsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Tomb Raider: Lara Croft macht ernst. Tomb Raider 9 Action-Adventure von Square Enix für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Square Enix)

Tomb Raider 9 (Quelle: Square Enix)

Lasziver Blick, eine Figur mit imponierenden Rundungen und unerschütterlichem Selbstbewusstsein, immer einen kessen Spruch auf den Lippen: Das war Lara Croft über 16 Jahre lang. Sie wollte immer nur spielen, hat viel geballert, ihren Körper in zahlreichen Action-Adventures in die Kamera gehalten - und erlebte einen beispiellosen Niedergang von der Spiele-Ikone zur Ladenhüterin. Damit ist jetzt Schluss, denn Entwickler Crystal Dynamics wirft das Steuer herum. Im neuen "Tomb Raider", das für Xbox 360, PS3 und PC erscheint, gibt Lara nicht mehr die taffe Powerfrau von einst. Stattdessen ist die Hauptfigur jung, verletzlich und unerfahren. Die Archäologie-Studentin Lara wagt sich auf eine gefährliche Expedition, bei der prompt ihr Schiff sinkt und sie auf einer vermeintlich einsamen Insel strandet, Hier muss Lara auf die harte Tour lernen. was es heißt, zur Heldin zu werden. Eindrücke von dem Abenteuer gibt es in unserer Foto-Show.

Packend, dramatisch, hart inszeniert

Tomb Raider vermittelt vom ersten Moment an ein Gefühl von Einsamkeit und Bedrohung. Lara stürzt von Bäumen, stößt sich den Knöchel oder gerät in eine Bärenfalle, deren scharfe Zacken sich in ihr Bein bohren. Atmosphärisch gesehen ist das hier eigentlich viel mehr Film als klassisches Spiel. Normalerweise gehört es zum guten Ton, dass der Actionheld mit Sturmgewehren ganze Armeen effektvoll ausschaltet, aber Tomb Raider ist da ganz anders. Es gibt eine Szene, in der Lara von einem Banditen angegriffen und bedroht wird. Auch wenn Crystal Dynamics' Karl Stewart betont, dass es sich hier nicht um eine Vergewaltigungsszene handelt, so hat man doch als Spieler immer das Gefühl, gleich könnte etwas in diese Richtung passieren.

Töten ist eine schmutzige Sache

Lara reagiert, wie sie reagieren muss: Sie schnappt sich die Pistole des Ganoven und feuert. Notwehr, aber kein Grund für Triumphgefühle. Im Gegenteil, denn Lara und der Spieler sehen, wie die Kugel aus nächster Nähe einschlägt. Es ist der erste getötete Gegner der jungen Miss Croft - Regen setzt ein, und sie weint. Genau diese Szenen sind es, die das neue Tomb Raider so anders machen als seine Vorgänger. Es wirkt erwachsen, weil es den Tod nicht als selbstverständliches Spielelement zelebriert. Wer beispielsweise "Uncharted 3" spielt, ballert mit Nathan Drake schon in den ersten Stunden gefühlt 100 geklonte Feinde über den Haufen. Das ist normal, das gehört dazu. Für Lara hingegen ist es das letzte Mittel, dessen sie sich in reiner Notwehr bedient.

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Lara macht ernst

Auch der Rest des Spiels ist auf Authentizität getrimmt: Um bei Kräften zu bleiben, muss Lara jagen gehen, Das Spiel skizziert im Verlaufe seiner Geschichte, wie sich Lara zur erfahrenen Jägerin entwickelt und auf diesem Feld durchaus gnadenlos, ja eigentlich schon brutal agiert. Und sie lernt dazu. Nachdem Banditen etliche Mitglieder ihrer Crew töten, greift auch Lara zu deutlich raueren Methoden. Sie bezieht die Umgebung mit ein, um Gegner überraschend anzugreifen und sie aus der Ferne mit Pfeil und Bogen auszuschalten, ohne dass diese eine Chance zur Gegenwehr hätten. In einer Situation will sie ein kleines Mädchen retten und muss dazu eine Brücke überqueren. Die wird von vier Männern bewacht, Lara hätte also kaum eine Chance. Oder doch? Aus einem der Fässer nahe der Brücke fließt Benzin. Die Lösung: Pfeil entflammen, gut zielen und die Feinde rösten. Das ist ebenfalls brutal inszeniert, versucht seine Grausamkeit nicht zu verschleiern. Und passt genau deswegen hervorragend zu diesem Abenteuer für Erwachsene.

Was uns gefällt

Lara ist nicht mehr diese Sexbombe von früher, die zwar mit imposanter Oberweite aufwartete, deren Charakter aber auf ein flaches Stück Papier passte. Der Spieler erlebt in Tomb Raider, wie ein Mensch gezwungen wird zu töten - erst Tiere, dann virtuelle Menschen. Und dafür bezahlt, denn Lara wird verwundet, erleidet Schmerz und weint. Das sind alles Dinge, die einen mitfühlen lassen. Lara ist in der Neuinterpretation durch Crystal Dynamics mehr als nur eine handelsübliche Actionheldin. Sie ist ein Individuum, das grausame Dinge tut, weil sie die Umstände dazu zwingen.

Was uns nicht gefällt

Tomb Raider setzt auf ein Level-System, wie man es aus Rollenspielen kennt. Das ist prinzipiell keine schlechte Idee, nimmt aber sehr viel Glaubwürdigkeit wieder weg. Besser wäre es, wenn man durch Aktionen im Spiel bestimmte Fähigkeiten lernen oder Waffen bekommen würde, anstatt Punkte verteilen zu müssen, damit Lara beispielsweise Pfeile recyceln und wieder verwenden kann. Funktioniert für das Spiel gut, ist aber schlecht für die sonst so extrem dichte Atmosphäre.

Fazit

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet die extrovertierte, über ihr äußerliches Erscheinungsbild definierte Lara Croft wird zu einer überzeugenden Charakterdarstellerin. Tomb Raider verabschiedet sich vom blutleeren Baller-Spektakel mit eingestreuten Klettereinlagen und wird zu einem schonungslosen Psycho-Thriller. Brutal, schmutzig und bestimmt nichts für zart besaitete Gemüter - aber eines der interessantesten Action-Adventures des kommenden Jahres.

Infos zum Spiel

Titel: Tomb Raider
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Square Enix
Hersteller: Crystal Dynamics
Release: 5. März 2013
Preis: Noch nicht bekannt
System: Windows-PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Sehr gut

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