20.08.2012, 14:16 Uhr | jr / ams
Micro Console (Quelle: Onlive)
Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene, auf das Streaming von PC-Spielen spezialisierte Online-Dienst Onlive gibt auf - und macht nach dem Aufkauf durch die Investmentfirma Lauder Partners unter demselben Namen mit weniger Beschäftigten weiter. Für die 1,5 Millionen Abonnenten soll sich erst einmal nichts ändern - der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben von Onlive unverändert fortgeführt.
Das Streaming-Geschäft ist Neuland, die Kalkulation dafür schwierig. Nicht umsonst flüchtete sich Konkurrent Gaikai unter die Fittiche von Sony. Ganz ohne Kooperationspartner produzierten die 8000 zur Verfügung stehenden Onlive-Server vor allem eins: enorme Hardware- und Betriebskosten. Ausgelastet waren sie bei durchschnittlich 1600 gleichzeitig aktiven Nutzern nicht. Konsequenterweise geriet das Schiff ins Schlingern: Onlive wurde verkauft und alle Angestellten entlassen. Dank des Engagements der auf Technologie- und Online-Firmen spezialisierten Investmentfirma Lauder Partners geht der Versuch, mit dem Streaming von Spielen Geld zu verdienen, in die nächste Runde. Anstehenden Projekte wie der Sprung auf Smart-TV-Geräte und die Android-Konsole Ouya sollen laut Onlive weiterhin realisiert werden. Die Zeche für den missglückten ersten Anlauf zahlen erst einmal die Mitarbeiter: Nur die Hälfte wurde übernommen, der Rest soll eventuell als externe freie Mitarbeiter eingebunden werden. Alle Aktienoptionen sind perdu, und sogar das Management musste Gehaltseinbußen akzeptieren. Ganz aus dem Wolkenkuckucksheim ausziehen will man bei Onlive trotzdem nicht: Langfristig, heißt es von Seiten der Firma, soll der Personalstamm wieder aufgestockt werden.
Quelle: jr / ams
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