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Spieletest zum Action-Adventure Darksiders 2 für PC, PS3 und Xbox 360

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Test Darksiders 2 | Action-Adventure | PC, PS3, Xbox 360  

Der Tod bereitet Kopfzerbrechen

29.08.2012, 12:43 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Spieletest zum Action-Adventure Darksiders 2 für PC, PS3 und Xbox 360. Darksiders 2 (Quelle: THQ)

Darksiders 2 (Quelle: THQ)

Die Reiter der Apokalypse galoppieren wieder. Schon das erste "Darksiders" aus dem Jahr 2010 entpuppte sich als überaus gelungenes Action-Adventure mit starken "Zelda"-Einflüssen und düstererem Fantasy-Ambiente. Nun schickt Entwickler Vigil Games den Nachfolger ins Rennen. Der neue Protagonist, der gefürchtetste der vier Reiter der Apokalypse, hört zwar auf den Namen Tod, ist aber quicklebendig: Um seinen Bruder Krieg, den tragischen Helden des ersten Teils zu erlösen (der wurde für dafür verantwortlich gemacht, die Apokalypse zu früh ausgelöst zu haben), tritt er in Darksiders 2 für PC, PS3 und Xbox 360 eine wahre Odyssee an. Tods epische Reise ist spannend, packend und finster - wie ein Märchen zum Mitspielen für Erwachsene.

Riesiger Fantasy-Spielplatz

Darksiders 2 lässt sich nur sehr schwer in eine Schublade stecken. Es mischt Einflüsse aus verschiedenen Genres zusammen, fühlt sich dabei aber runder an als sein Vorgänger. Die Spielwelt gliedert sich grob in vier riesige Areale. Alle Gebiete können vom Spieler frei erkundet werden. Abseits der etwa 20-stündigen Hauptgeschichte verbringt man ebenso viel Zeit mit Nebenaufgaben. Diese sollte man unbedingt absolvieren, um die Kampfkraft und die Charakterwerte von Tod aufzuwerten. Denn lässt man diese so genannten Sidequests links liegen, wird es im späteren Spielverlauf umso schwieriger.

Die richtige Ausrüstung

So geht man etwa in der Anfangsphase für den massigen Krieger Kharn auf die Suche nach seiner verlorenen Ausrüstung. Man kann sich im selben Gebiet aber auch von Thane ausbilden lassen. Der bringt Tod im Tausch für bare Münze neue Aktionen bei. Allerdings gibt es keine Übungsrunden wie etwa in "Sleeping Dogs". Besser fallen da die weiteren Rollenspiel-Funktionen aus: Bei Händlern kauft der Spieler Waffen, Rüstungen und Tränke oder verhökert gefundene Beute. Die Schattenkreatur Vulgrim belohnt einen hingegen, wenn man ihr Buchseiten bringt, die in den Levels versteckt sind. Dann freut sich Tod über rare Gegenstände, Geld oder Fähigkeiten-Punkte. Und an Drachen-Denkmalen tritt man - ähnlich wie im PS3-Action-Rollenspiel "Dark Souls" - durch das Verschicken von Nachrichten oder das Ablegen von Geschenken mit anderen Spielern in Kontakt.

Action für flinke Helden

Der eigentliche Kern des Spiels besteht aber aus Kämpfen und ungemein intelligenten Umgebungsrätseln. Ähnlich wie in "Prince of Persia" zeigt ein Kameraschwenk beim Eintritt in einen neuen Raum den Weg zum nächsten Ziel. Tod ist ein flinker Kletterer: Er beherrscht Wandläufe, kann sich an Mauern hochhangeln oder sich mittels Todesgriff an Haken entlang schwingen. Die Steuerung dieser Geschicklichkeitspassagen funktioniert ordentlich, allerdings sind die Kamerawinkel gelegentlich unvorteilhaft gewählt. Daher kommt es immer wieder zu ungewollten Abstürzen und Neustarts. Glücklicherweise setzt einen das Spiel sofort wieder an die Stelle zurück, an der man abgestürzt ist. Auf diese Weise verliert man kaum Zeit, und der Ärger hält sich in Grenzen.

Rätsel mit Köpfchen

Das heimliche Prunkstück von Darksiders 2 sind die toll inszenierten Umgebungs-Puzzles. Sie kombinieren die Kletterei mit fordernden Schalter- und Logikübungen. Zu Beginn gilt es zum Beispiel, riesige leuchtende Energiekugeln in dafür vorgesehene Einbuchtungen zu rollen und so Tore zu öffnen. Später nutzt man Tods Fähigkeiten wie die Interdiktion oder den Seelenteiler, um mehrere Hebel oder Druckplatten gleichzeitig zu betätigen. Die Lernkurve innerhalb Darksiders 2 ist erstaunlich steil und das Belohnungsgefühl ungemein befriedigend. Ein besonderes Lob verdient dabei die pure Struktur der Kellergewölbe: Der Spieler muss nur in Ausnahmefällen längere Rückwege in Kauf nehmen. Stattdessen gibt es immer wieder einen versteckten Korridor oder eine zuvor verschlossene Tür, die einen an den Anfang und ans Ende jedes erfolgreich abgeschlossenen Gebiets führt. Auf diese Weise wird der Spielfluss nicht unterbrochen.

Kleine Henkersmahlzeit

Das zweite, große Aufgabenfeld des Todes sind die Kämpfe. Man sieht die Spielfigur stets aus der Verfolgerperspektive, dreht die Kamera aber auch mit dem rechten Analog-Stick. Tod verfügt über zwei Waffen, zwischen denen man ohne Menü-Wühlerei wechselt. Die Sense ist das Standardwerkzeug und kann beim Fund so genannter "Besessener Sensen" durch das Opfern von Waffen und Ausrüstungsgegenständen sogar aufgewertet werden. Als Zweitwaffen wählt der Spieler aus unterschiedlichen Prügeln, darunter Hämmer, Klauen oder Gleven. Sie alle variieren bei Werten wie Durchschlagskraft und Geschwindigkeit, verfügen zudem über spezielle Elementarschäden – etwa Frost oder Feuer. Über die Schultertasten aktiviert man Spezialfunktionen wie Magieattacken und beschwört so eine Horde Ghule oder einen Schwarm Raben. Dazu benötigt man allerdings Zorn, den man durch erfolgreiche Attacken oder durch Tränke auflädt.

Fordernde Fieslinge

Trotz all dieser Möglichkeiten spielt sich Darksiders 2 handlich und problemlos. Aufgrund der fehlenden Block-Funktion ist man dazu gezwungen, immer in Bewegung zu bleiben. Das ist prima für die Spieldynamik, allerdings leidet darunter manchmal die Übersicht. So sehen gerade die Massenschlachten mit unzähligen toll gestalteten Monstern imposant aus, arten aber leider zu Dauerfeuer-Kloppereien aus. Richtig heiß her geht es schließlich in den Bosskämpfen an den entscheidenden Stellen von Tods Reise. Die oftmals haushohen Endgegner lassen das Blut in den Adern des Spielers gefrieren und sind spielerisch eine große Herausforderung. Sie verfügen zumeist über Schwachpunkte oder Standard-Angriffsmechanismen, die man zunächst herausfinden muss. Die Spielbalance stimmt aber: Mit ein wenig Übung und ausreichend Heiltränken ist auch jeder noch so große Schurke ein ebenbürtiger Gegner für Tod.

Auf Highscore-Jagd

Darksiders 2 bietet keinen klassischen Mehrspieler-Modus, dafür aber ein Ranglistensystem. Bereits beim Spielen werden Highscores wie "Die längste Kombo" oder "Der höchste kritische Schaden" mitgezählt. Diese werden hochgeladen und können so mit anderen Spielern verglichen werden - das motiviert zusätzlich. Zudem beinhaltet Darksiders 2 das "New Game+", also einen zusätzlichen Modus nach dem ersten Durchspielen. Hier wird der Schwierigkeitsgrad neu angepasst, und die stilvollen Zwischensequenzen werden dem Spieler in leicht veränderter Form vorgesetzt. Wer die Herausforderung sucht, darf sich zudem in den 100 Stufen des "Crucible-Dungeon-System", einem einfachen Arena-Modus, austoben.

Was uns gefällt  

Die intelligente Mischung aus Rollenspiel und Action-Adventure motiviert ungemein, sieht toll aus und spielt sich hervorragend. Speziell das starke Kampfsystem und die anspruchsvollen Umgebungsrätsel unterhalten prächtig. Hinzu kommt ein riesiger Spielumfang. Bis man wirklich alles in Darksiders 2 gesehen hat, ist man locker 40 Stunden und mehr unterwegs.

Was uns nicht gefällt

Die Kämpfe sind gelegentlich unübersichtlich, zudem erfordert die Steuerung etwas Eingewöhnungszeit und viel Präzision. Das könnte Einsteiger zuweilen überfordern. Die technisch makellose Grafik ist teilweise zu eintönig - das waren aber auch schon die wenigen Kritikpunkte.

Fazit

Darksiders 2 ist ein fantastisches Spiel: Facettenreich, toll ausbalanciert und ungeheuer umfangreich. Es versprüht den Charme des Besonderen und leistet sich nur wenige Fehler. Man spürt hier einfach, dass die Entwickler über nahezu jede Kleinigkeit mindestens zwei Mal nachgedacht haben. Die Schwächen des hochgelobten Vorgängers wurden zu Grabe getragen. Und so spielt sich Tod lebendig und frisch, als wäre er gerade dem Jungbrunnen entstiegen.

Titel: Darksiders 2
Genre: Action-Adventure
Publisher: THQ
Hersteller: Vigil Games
Release: Im Handel
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsolen)
System: PC, Xbox 360, PS3
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren 
Wertung: Sehr gut

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