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Far Cry 3 im Test: Ego-Shooter für Hartgesottene

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Test Far Cry 3 | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360  

Far Cry 3: Der ganz normale Wahnsinn

03.12.2012, 08:43 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Far Cry 3 im Test: Ego-Shooter für Hartgesottene. Far Cry 3 Ego-Shooter von Ubisoft für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Ubisoft)

Far Cry 3 (Quelle: Ubisoft)

Heißes Blei und Action statt Sonnenbrand und Dolce Vita: Wer sich seinen Tropenurlaub so vorstellt, der wird sich beim neuen Vorzeige-Shooter Far Cry 3 prima aufgehoben fühlen. Von der ersten Minute an geht es rund im neuen Actionspiel aus dem Hause Ubisoft. Selten hat man einen Ego-Shooter erlebt, der einen mit derart toller Grafik verführt - und gleichzeitig mit vielen irren Gestalten überfährt. Was soll man bitte von einem Helden wie Jason Brody halten? Einem Typ, der ernsthaft glaubt, er könne es allein mit einer viele tausend Mitglieder umfassenden Bande von Drogenbaronen und Menschenhändlern aufnehmen? Und mittendrin befindet sich ein Superfiesling namens Vaas, dessen Stimmung sekündlich zwischen schizophren, depressiv oder manisch pendelt.

Wundervolles Ambiente

Reine Hochstimmung löst dagegen der Blick in die Umgebung aus. Als Kulisse dient das fiktive Inselparadies Rook Island. Dschungel, Strände, Seen, Berge, Serpentinen, Kolonialhäuser, Höhlen und Plantagen sind mehr als einen Blick wert. Gar nicht so sehr der schönen Palmen wegen, oder weil die Sonne so herrlich vom Himmel flimmert. Vielmehr, weil das Ganze Hand in Hand geht mit einer sehr erlebenswerten Umwelt-Simulation. Da kommt es schon mal vor, dass der Tropenwald - ökologisch höchst unkorrekt, aber umso eindrucksvoller - in Flammen aufgeht, woraufhin das Feuermeer von einem Platzregen gelöscht wird. Solche Momente ziehen den Spieler sofort in diese Fantasiewelt hinein, jedenfalls solange er nicht genauer hinschaut: Denn nach dem Brand stehen die Häuser da wie neu, nicht einmal von Ruß sind sie geschwärzt. So etwas reißt einen dann doch wieder recht schnell aus der Traumwelt zurück in die Realität.

Jagen und basteln

Sei´s drum: Far Cry 3 zählt dennoch zu den derzeit schönsten Videospielen weit und breit. Man möchte stundenlang einfach nur über die Insel spazieren und deren Geheimnisse erforschen. Die Kulissen sind offen gestaltet und frei begehbar. Kamerafahrten und Dialogszenen legen einen roten Faden aus und lotsen zu Wegpunkten und Missionen - ein klassischer Open-World-Aufbau. Wer die Handlung zunächst links liegen lässt, kann vieles entdecken. Wildtiere zum Beispiel. Jason darf Tapire, Leoparden, Krokodile und allerlei andere Geschöpfe jagen, erlegen und verwerten. MacGyver-mäßig entstehen daraus größere Beutetaschen oder große Sprengbeutel. Prima Sache. So geht dem Ak-47-Sturmgewehr oder der RPG-7-Panzerbüchse nicht so bald die Munition aus.

Körper-Tuning

Auch die Säfte tropischer Pflanzen macht sich Jason zunutze. Er dopt sich mit ihnen, verliert dann weniger Lebensenergie oder atmet unter Wasser länger - so in der Art. Im Spielverlauf lernt Jason außerdem, wie er geduckt läuft, Gegner hinterrücks ausschaltet und dergleichen mehr. Tätowierungen aufs Jasons Körper spiegeln diese Fähigkeiten wieder. Hübsche Idee. Viele Herausforderungen, auf die Jason im Spielverlauf trifft, sind erst durch das Plus an Akrobatik überhaupt zu meistern. Funktürme erklimmen, Soldaten auflauern, Kasernen in Schutt und Asche sprengen - die Aufgaben klingen banal, spielen sich aber herausfordernd. Das Spieltempo gibt sich eher betulich und ist auf klare Denke ausgerichtet. Die Künstliche Intelligenz befähigt viele Gegner zu relativ intelligenten Manövern. Die Jungs lauern Jason auf, rufen Verstärkung herbei, blasen zur Treibjagd. Wer sich mit gedankenlosem Sturm-und-Drang-Ballern durchsetzen möchte, wird mit häufigem Heldentod bestraft.

Fehlendes Feintuning

Deshalb, und weil Rücksetzpunkte relativ spärlich verteilt sind, werden Einsteiger und Gelegenheits-Gamer Far Cry 3 etappenweise als frustrierend empfinden. Dazu kommt, dass sich längere Wege bequem an Bord von Jeeps zurücklegen lassen. Nur leider unterbindet die unpräzise Steuerung jegliches Reisevergnügen. Fahrten werden zu lästigen Muss-Unternehmungen. Da ist es gut, dass sich einige Wegpunkte via Karte direkt anspringen lassen. Und wieder schlecht, dass es vor Ort zu logisch nicht nachvollziehbaren Situationen kommt. Zum Beispiel widerstehen die dick gepolsterten Flammenwerfer-Träger in ihren Hitzeschutz-Anzügen locker drei LMP-Magazinen, bevor sie in die Knie gehen. Greift man hingegen mit dem Messer an, reichen ein paar Stiche, und die Sache ist erledigt. Dem Spiel fehlt es hier klar an Balance.

Action mit Schwachpunkten

Lob und Tadel gibt es auch für den Versuch, die Action in eine Rahmenhandlung einzubinden. Den herzhaften Feuergefechten durch erzählerisches Rahmenprogramm einen tieferen Sinn geben zu wollen, das funktioniert für einige Zeit gut, zumal die Dialoge und Ansagen schön knackig ins Deutsche übersetzt sind. Schade halt, dass Freunde und Feinde im Spielverlauf keine überraschenden Charakterzüge entwickeln. Jason mutiert vom friedvollen Auszeit-Suchenden zum nicht mehr zu bremsenden Killer. Mit seinem kaltherzigen Helden vergeigt Far Cry 3 vieles vom Sympathiebonus, den es sich anfangs aufbaut.

Was uns gefällt

Die enorm natürlich wirkenden Kulissen verbreiten großartiges Inselflair. Die Wettersimulation trägt mit Platzregen und Hitzeflimmern viel zur Stimmung bei. Ein Kompliment auch an die erstklassig übersetzte und professionelle gesprochene Eindeutschung.

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Was uns nicht gefällt

Der Handlung geht nach einiger Zeit die Luft aus. Die Figuren werden im Spielverlauf nicht allzu gut ausgearbeitet und dienen letzten Endes nur als Ausgangspunkt für immer dieselben Nebenmissionen. Auf Konsole fallen technische Schwächen wie zum Beispiel der deutlich sichtbare Zeilenversatz bei schnellen Kameraschwenks auf. Die spärlich verteilten Check- und Speicherpunkte lösen bisweilen Frust aus.

Fazit

Was für ein Trip. Bei "Far Cry 3" gehen Frust und Faszination Hand in Hand. Beim Anblick der wunderschönen Flora und Fauna öffnet sich sofort das Herz. Danach möchte man tagelang die Insel erforschen und die anspruchsvoll inszenierten Schießereien genießen. Zu blöd, dass dazwischen ärgerliche Fahrzeug-Etappen, unfaire Heldentode und langweilige Hin- und Herlaufereien eher Frust als Lust verursachen. Und so ist Far Cry 3 eher ein Ego-Shooter für hartgesottene Erwachsene als für Genießer.

Infos zum Spiel

Titel: Far Cry 3
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Montreal
Systeme: PC, PS3, Xbox 360
Release: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro (PC), zirka 60 Euro (PS3, Xbox 360)
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Gut

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