14.12.2012, 15:25 Uhr | (jr / ams), Medienagentur plassma
Die Spiele der "Metal Gear Solid" (MGS)-Reihe stehen ebenso sinnbildlich für Stealth-Action wie "Fifa" für Fußball-Simulationen oder "WoW" für Online-Rollenspiele. Ober besser: Sie standen, denn Publisher Konami hat das Ruder herumgeworfen und steuert mit dem neuen Ableger "Metal Gear Rising: Revengeance" spielerisch auf ganz andere Ufer zu. Dabei hat MGS-Schöpfer Hideo Kojima nur noch begrenzt die Finger im Spiel. Die Hauptarbeit übernehmen Platinum Games, die Macher von Bayonetta und "Vanquish". Herausgekommen ist dem ersten Anschein nach ein cineastisch inszeniertes, fetziges Actionspiel mit einem für Metal Gear-Fans irritierend hohen Gewaltanteil. Wir haben probegespielt.
"Metal Gear Rising: Revengeance" spielt vier Jahre nach dem PS3-Kracher "Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots". Der neue Held des Spiels, der androgyne Blondschopf Raiden, hat seine Ausbildung bei Solid Snake abgeschlossen und arbeitet inzwischen als Personenschützer für den Premierminister eines fiktiven afrikanischen Staates. Dieser sollte Frieden in die Region bringen, wird jedoch von den Söldnern von Desperado Enterprises entführt und umgebracht. Der Plot ist simpel: Raiden sinnt auf Rache. Was dabei genau passiert, zeigt "Metal Gear Rising: Revengeance" in langen Video-Zwischensequenzen und mit viel Pathos garniert - eine Form der Inszenierung, bei der man dann doch den Einfluss Hideo Kojimas spürt.
Der Stil des neuen Studios kommt ebenfalls zum Tragen. Es ist ein rassiges Actionspiel, in dem Raiden mit seinem Schwert und viel Akrobatik für Furore sorgt. Kernelement ist der Klingenmodus. Hier steuert der Spieler das Schwert mit dem rechten Analogstick und zerlegt Gegner und Objekte. Je flinker man dabei agiert, desto höher die Kombo-Wertung und die erzielte Punktzahl. "Metal Gear Rising: Revengeance" konzentriert sich ganz auf flotte Kämpfe und ausufernde Auseinandersetzungen mit mächtigen Bossgegnern. Dabei tritt Raiden gegen riesige Kampfroboter und dezent abgedrehte Superschurken an. Gerade hier zeigt das Spiel, dass das Kampfsystem nicht nur aus Dauerfeuer und tumben Metzeleien besteht. Der Schwierigkeitsgrad ist fordernd: Ohne Blocks und Ausweichmanöver endet ein solches Gefecht schneller als gedacht am Ausgangspunkt.
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Obwohl "Metal Gear Rising: Revengeance" über weite Strecken sehr linear angelegt ist, gibt es auch abseits der Hauptroute einiges zu entdecken. In versteckten Kisten befinden sich beispielsweise zusätzliche Gegenstände. Über geheime Informationen schaltet man neue VR-Missionen frei. Außerdem bietet das Spiel immer wieder alternative Kurzeinsätze an. An bestimmten Schlüsselstellen erscheint dann ein zweiter Kontrollpunkt auf der Mini-Map und beschreibt ein zusätzliches Missionsziel. All diese Mühen sind nicht umsonst: Mit zunehmender Kampferfahrung kauft man zusätzliche Aktionen für den Helden ein und verbessert die Kampfeigenschaften seiner Waffen. Etwas makaber: Durch das Abschlagen der linken Hand bestimmter Widersacher schaltet man ebenfalls neue Aktionen frei, die eingekauft werden können. Die Kriegsgeräte besiegter Endgegner wie etwa der Kampfstab L'Etranger von Mistral landen gleichermaßen im Inventar des Spielers und erweitern die Variationsmöglichkeiten bei Kombo-Angriffen.
"Metal Gear Rising: Revengeance" spielt sich sehr direkt. Die Kombinationen gehen leichter von der Hand als in Bayonetta, die Inszenierung ist aber ähnlich fulminant. Die Schlachten sind mit einem dynamischen Soundtrack erstklassig inszeniert.
Leider funktioniert die Kameraführung in der angespielten Vorab-Version nicht optimal. Aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit wechselt die Perspektive oftmals allzu schnell. Außerdem ist die Steuerung von Sekundärwaffen wie Granaten oder Raketenwerfern noch sehr fummelig und die Inventarführung zu umständlich.
Auf den ersten Blick wirkt "Metal Gear Rising: Revengeance" ungemein martialisch. Das Spiel ist sehr gewalthaltig und definitiv nur etwas für Erwachsene. Doch da ist mehr: Hinter dieser Fassade entpuppt sich das neue "Metal Gear"-Spiel als forderndes Actionspiel, das dem Spieler schnelle Reaktionen und Entscheidungen abverlangt. Die Inszenierung ist erstklassig, auch wenn die Dialoglastigkeit gelegentlich ein wenig übertrieben wirkt.
Titel: Metal Gear Rising Revengeance
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Konami
Entwickler:Platinum Games
Systeme: PS3, Xbox 360
Release: 21. Februar 2013
Preis: zirka 60 Euro
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut
Quelle: (jr / ams), Medienagentur plassma
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