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Bioshock Infinite: So gut wird die Stadt in den Wolken

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Preview Bioshock Infinite | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360  

Die Stadt in den Wolken

02.01.2013, 14:47 Uhr | Michael Förtsch (jr / ams), Richard Löwenstein

Bioshock Infinite: So gut wird die Stadt in den Wolken. Bioshock Infinite Ego-Shooter von 2K Games für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: 2K Games)

Bioshock Infinite (Quelle: 2K Games)

Mit Bioshock hat das amerikanische Studio Irrational Games 2007 einen Meilenstein der Videospiel-Geschichte geschaffen. Statt stumpfsinniger Ego-Shooter-Ballerei präsentierte man eine intellektuell-philosophische Geschichte um freien Willen, Gentechnik und eine gescheiterte Utopie - und kreierte mit der Art Déco-Unterwasserstadt Rapture einen spektakulären Spielort. Mit dem für März 2013 angesetzten Bioshock Infinite wollen die Macher an diesen Erfolg anknüpfen und erneut mehr als nur Action bieten. Dabei ziehen sie ihn in eine Welt hinein ziehen, die soweit von Rapture entfernt ist, wie es nur geht: in die schwebende Wolkenstadt Columbia.

Szenischer Einstieg erinnert an Bioshock

Schon die ersten Minuten von Bioshock Infinite bescheren Kennern des Originals ein kräftiges Déjà-vu. In einem Ruderboot sitzend steuert der neue Held Booker DeWitt inmitten eines nächtlichen Sturms auf einen einsamen Leuchtturm zu. Regen peitscht ihm ins Gesicht, Wellen schlagen hoch. An einem Steg angelegt, geht's hinein in die nur von Gaslampenlicht erhellte Trutzburg. Auf Bookers "Hallo, jemand hier?" folgt nur Stille. Kein Wunder, findet sich der Leuchtturmwärter doch wenig später ermordet in einem Stuhl. Um seinen Hals ein Schild mit der Aufschrift "Bring uns das Mädchen und deine Schuld sei beglichen!"

Hoch in die Wolken

Eine eindeutige Nachricht von Bookers mysteriösen Auftraggeber, denn eben das ist das Ziel von "Infinite": Ein Mädchen namens Elizabeth zu befreien. Einziger Haken: Elisabeths Aufenthaltsort ist die Stadt Columbia - ein Ort auf einer frei schwebenden Insel. Einst von den USA als Symbol der Macht und des technologischen Fortschritts erbaut, haben sich die Bewohner von den Vereinigten Staaten losgesagt. Wo sich die vogelfreie Stadt gerade aufhält, ist alleinig Eingeweihten bekannt. An der Spitze des Leuchtturms angekommen, erkennt Booker jedoch, wie er in das Wolkenreich gelangt. Ein Glockenspiel löst ein Leuchtfeuer aus. Ein Dröhnen ertönt über ihm im Himmel, und wenig später wird er,- festgeschnallt auf einem Stuhl - in die Höhe geschossen. Was für ein Anblick, wenn die von Ballons und Gasbrennern getragenen Kolonial-Zeit-Gebäude aus den Wolken auftauchen und wie silbern glänzende Zeppeline vorbeigleiten.

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Ein falsches Utopia

Die ersten Schritte in Columbia lassen an ein Paradies denken: Adrett gekleidete Menschen gehen ihrem Tagwerk nach, Kinder spielen in Parks, Kolibri-Vögel schwirren um wunderschöne Blumen. Ein Festumzug mit Ballon-Wagen findet statt, es wird Musik gespielt. Auf einer kleinen Messe stellen Erfinder aus der Stadt ihre neuesten Entwicklungen vor - alles ist bunt, freundlich und farbenfroh. Erst als Booker an eine Los-Bude geführt wird, bröckelt die utopische Fassade. Denn prompt wird er als Gewinner mit der Nummer 77 dazu angehalten, seinen “Preis“ in Anspruch zu nehmen, nämlich einen Baseball auf eine Afroamerikanerin und einen Iren zu werfen, die auf eine Bühne geschleppt werden. Doch soweit kommt's nicht, denn jetzt wird Booker als Eindringling enttarnt.

Die Kämpfe

Schnell entbrennen erste Kämpfe. Mit Pistole und Nahkampfattacken wehrt sich Booker gegen die anrückenden Polizisten. Später kommen noch die sogenannten Vigors dazu: Magische Fähigkeiten, die Booker aus seiner linken Hand Feuer und Blitze schleudern lassen oder mit denen er eine Horde Krähen loslässt. Das geht zackig, schnell und ist voller Dynamik. Vor allem, da man sich mittels eines Skyhook genannten Haken-Gerätes auch an Gleisen bewegen darf, die die schwebenden Inseln von Columbia miteinander verbinden. So fühlt sich "Infinite" zwar zunächst ähnlich an wie einst das erste "Bioshock", ist aber dennoch etwas anders, nämlich offener, größer und schneller.

Die Rettung Elizabeths

Erst nach einigen Gefechten kommt Booker an sein Ziel: Elizabeth, das etwa 20-jährige Mädchen, das stets und ständig in der Spitze einer riesigen Statue gefangen gehalten wurde. Wieso? Sie verfügt über übernatürliche Fähigkeiten, kann Risse in Raum und Zeit öffnen. Sie aus ihrem Gefängnis zu retten, ist einfach herzerweichend inszeniert. Mit Neugier und großen Augen betrachtet sie die Welt von Columbia, tanzt zu Musik, betastet Surfbretter, als wären sie wahre Wunderwerke und spielt in einem Casino fasziniert an Automaten. Doch ist es mit der kurzzeitigen Idylle abrupt vorbei, als der Herrscher von Columbia, ein gewisser Comstock, beide in seiner Stadt aufspürt.

Eine bizarre Welt

Allerdings hilft das Mädel, das ab nun stets an Bookers Seite ist, aktiv im Kampf: Sie wirft dem Spieler Munition zu, sammelt Heilpakete auf und reicht auch mal die für die Situation passende Waffe. Doch vor allem kann sie per Dimensionsriss in der Spielwelt halb sichtbare und flackernde Hilfsmittel "in die Realität" holen. Beispielsweise Automatikgeschütze, eine Kiste mit Verbandspäckchen oder eine simple Deckung aus Holz und Stein, die, intelligent genutzt, durchaus hilfreich sein kann. Vor allem gegen härtere Widersacher, wie einen Roboter mit Maschinenwehrarmen im George-Washington-Look oder einen Zwei-Meter-Kerl mit mechanischem Körper, sollten solche Möglichkeiten ausgespielt werden.

Viele offene Fragen

Auch abseits all des Spielerischen lockt Bioshock Infinite wie seine Vorgänger mit seiner dichten Atmosphäre und einer anspruchsvollen Geschichte. Vielfach werden historische Ereignisse wie der Boxer-Aufstand in China angesprochen. Hinzu kommen Themen wie Rassismus, die Folgen von religiösem Fanatismus und der Hochmut der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Spiel vorkommende Namen wie Comstock und Saltonstall referenzieren reale Personen. Und stets soll der Spieler mit neuen Fragen und Andeutungen zum Weiterspielen gelockt werden: Wer ist Booker DeWitt eigentlich? Was hat er verbrochen? Woher kommen die Kräfte von Elizabeth? Und wer sind Bookers Auftraggeber?

Was uns gefällt

Das Game beweist Mut zu Farbe und einer kunterbunten Welt und schafft es dennoch, ein glaubhaftes und authentisches Spielgefühl zu schaffen. Der Spieler wird mit intelligenten und tiefgründigen Themen konfrontiert und soll im Spielverlauf einige moralische Entscheidungen treffen können. Elizabeth als KI-Begleiter ist hilfreich, liebenswürdig und faszinierend.

Was uns nicht gefällt

Wie stark, stringent und nachvollziehbar "Infinite" seinen Themenfächer verarbeitet, bleibt abzuwarten. Rätsel sind leider kaum vorhanden. Ebenso wurden die bisher traditionell vorhandenen Rohr-Verlege-Hack-Spiele komplett getilgt. Die Konsolenversion hat bis dato noch mit teils schwachen Texturen und Zeilenversatz zu kämpfen.

Fazit

Ja, Bioshock Infinite macht Hoffnung, dass es den hohen Erwartungen der Fans gerecht wird: Nämlich eine interessante und anspruchsvolle Geschichte zu erzählen, die historisches wie aktuelles Zeitgeschehen reflektiert. Und das mit wunderschönen Bildern und liebenswerten Charakteren.

Titel: Bioshock Infinite
Genre: Ego-Shooter
Publisher: 2K Games
Hersteller: Irrational Games
Release: 26. März 2013
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Sehr gut

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