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Tomb Raider: Lara zwischen Schmutz und Schmerz

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Preview Tomb Raider | Action-Adventure | PC, PS3, Xbox 360  

Tomb Raider: Lara zwischen Schmutz und Schmerz

02.01.2013, 14:48 Uhr | Markus Würstle (jr / ams), Richard Löwenstein

Tomb Raider: Lara zwischen Schmutz und Schmerz. Tomb Raider (Quelle: Square Enix)

Tomb Raider (Quelle: Square Enix)

Als Lara Croft 1996 im ersten Tomb Raider debütierte, wurde es allgemein sehr positiv aufgenommen, dass endlich mal eine weibliche Heldin im Mittelpunkt eines Videospiels stand. Doch letztlich verband sie nur die Attribute des typischen Actionhelden - wie Unbesiegbarkeit und Nerven aus Stahl - mit den Reizen einer attraktiven Frau. Nun wagt Entwickler Crystal Dynamics einen Neustart und zeichnet eine Lara, die mit Machtlosigkeit konfrontiert wird und diese ins Gegenteil verwandelt, um so auf wesentlich imponierendere Weise stärke zu beweisen. In dem Action-Adventure für PC, PS3 und Xbox 360, das wie schon der erste Teil schlicht "Tomb Raider" heißt, wird passenderweise ein Sprung in die Vergangenheit gemacht und die Geschichte einer jungen Lara Croft erzählt, die noch keine abgebrühte Heldin ist.

Lara Croft in großer Angst

Es ist die Geschichte, die Lara Croft zu der Abenteurerin machen wird, wie die Welt sie in den letzten 16 Jahren kennen und lieben gelernt hat. Eine Geschichte, die Lara als junge moderne Frau skizziert. Lara befindet sich in ihrer Kajüte auf dem Bergungsschiff "Endurance". Zusammen mit einem mehrköpfigen Team ist sie auf der Suche nach verlorenen archäologischen Kostbarkeiten vor der Küste Japans. Doch das dortige "Teufelsmeer" trägt seinen Namen zurecht. Ein verheerender Sturm erfasst den massiven Kahn, der metallene Rumpf bricht entzwei. Lara hat Glück im Unglück: Sie überlebt und findet sich am felsigen Strand einer unbekannten Insel wieder. Doch die wahre Tortur soll jetzt erst beginnen.

Qualen ohne Ende

Lara schreit schmerzerfüllt auf, als sie aus mehreren Metern Höhe auf den dreckigen Boden einer Höhle fällt und sich ein verrostetes Armiereisen seitlich durch ihre Taille bohrt. Und als sich eine stumpfe Bärenfalle mit unaufhaltsamer Kraft oberhalb ihres Knöchels im abgetragenen Wanderstiefel verankert, ist ein gellender Aufschrei zu hören. Wer nach Szenen wie diesen an Begriffe wie “Folter“ denkt, liegt falsch. Hier geht es nicht darum, einer junge Frau bewusst Schmerzen zuzufügen - jedenfalls nicht als Selbstzweck. Ganz im Gegenteil: Der neunte Serienteil der bekannten Action-Abenteuer-Reihe ist vielmehr ein Appell daran, seine eigene Stärke zu finden. Je weiter man in der Geschichte voranschreitet, umso mehr merkt man, wie Lara an ihren Erlebnissen wächst und neue Herausforderungen meistert.

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Lara kämpft ums Überleben

Survivor-Trailer zu "Tomb Raider". zum Video

Im Zweifel weiter machen

Dunkelheit und düstere Farben bestimmen fast durchgängig das bedrückende, aber nicht triste Erscheinungsbild der überwucherten Insel, von der es schlussendlich zu fliehen gilt. Die vielseitigen Kulissen wechseln zwischen verfallenen Bunkern, verlassenen japanischen Dörfern, ungezähmter Wildnis, sowie Grabkammern und Höhlen. Motten flattern im Schein dutzender Kerzen. In der abgestandenen Luft tänzelnde Staubpartikel weisen den Weg durch Ruinen, die in vielen Jahrzehnten von nur wenigen Menschen betreten wurden. Schwermütige Szenerien machen das mystische Eiland zu einem visuellen Erlebnis, das berauschender kaum sein könnte.

Stärke zeigen

Die überaus harten ersten Minuten von Tomb Raider sind ein Mittel zum Zweck. Sie dienen dazu, zu verdeutlichen, welch Anstrengungen ein geschundener Körper und Geist durchstehen müssen, um zu überleben. Es ist die dramatische Zeichnung eines drastischen Schicksals. Kein Spiel mit der Sensationsgeilheit des Spielers, sondern mit dessen Mitgefühl. Man ertappt sich dabei, wie man zusammenzuckt und sich bang Meter um Meter voran kämpft. Man entwickelt ein Angstgefühl und möchte schließlich seiner Heldin unbedingt weiteres Elend ersparen.

So echt wie möglich

Das liegt insbesondere an der vom kalifornischen Studio Crystal Dynamics erzeugten Atmosphäre - ein brillanter Mix zwischen Schmerz, Anspannung und Furcht. Das Action-Abenteuer ist voll auf Authentizität getrimmt. Um zum Beispiel bei Kräften zu bleiben, muss Lara jagen gehen. Das Spiel zeigt, wie sich Lara zur erfahrenen Jägerin entwickelt und auf diesem Feld eine gnadenlose Effizienz entwickelt. Und Lara lernt ständig dazu. Nachdem Banditen zum Beispiel etliche Mitglieder ihrer Crew töten, die den Schiffsuntergang ebenfalls zunächst überlebt hatten, greift auch Lara zu deutlich raueren Methoden. Sie bezieht die Umgebung mit ein, um Gegner überraschend anzugreifen und sie aus sicherer Entfernung mit Pfeil und Bogen auszuschalten, ohne dass diese eine Chance zur Gegenwehr hätten. In einer Situation will sie ein kleines Mädchen retten und muss dazu eine gut gesicherte Brücke überqueren. Lara beobachtet, wie aus einem der Fässer Benzin sickert. Die Lösung: Mit einem Brandpfeil das Ganze explodieren lassen und die Gegner ausschalten. Das ist durchaus krass inszeniert und passt genau deswegen gut zu diesem Abenteuer für erwachsene Lara-Fans.

Was uns gefällt

Die gefährliche Insel vor der Küste Japans berauscht mit ungewöhnlichen Spielumgebungen und interessanten Orten. Gepaart mit einer herausragenden Soundkulisse erschafft Tomb Raider so schon ohne großen Story-Aufwand eine extrem beklemmende und dichte Atmosphäre. Die Steuerung gibt sich angenehm direkt und unkompliziert - Tomb Raider-Kenner werden sich direkt wieder heimisch fühlen.

Was uns nicht gefällt

Die Grafik des neuen Tomb Raider ist wunderschön, hat nach aktuellem Status aber noch mit einigen Kinderkrankheiten wie Zeilenversatz, Matschtexturen und aufpoppenden Umgebungsobjekten zu kämpfen. Ziemlich schwach gibt sich auch noch die KI der menschlichen Gegner auf der Insel. Zudem ist bislang noch unklar, ob die realistische Brutalität des Szenarios wirklich ohne Schnitte durch die USK-Prüfung nach Deutschland kommt.

Fazit

In Tomb Raider blickt Lara Croft ihrer bislang härtesten Herausforderung entgegen. Ein Spielerlebnis, derart intensiv und erwachsen wie selten zuvor. Tomb Raider wird keine einfache, schnöde Entstehungsgeschichte. Es wird dein Bild von Lara Croft grundsätzlich verändern. Es wird die Neugeburt einer Videospiel-Legende, die nur eines will: überleben.

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Infos zum Spiel

Titel: Tomb Raider
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Square Enix
Hersteller: Crystal Dynamics
Release: 5. März 2013
Preis: Noch nicht bekannt
System: Windows-PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Sehr gut

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