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THQ gibt Marken ab: Sega, Crytek und Ubisoft schlagen bei Auktion zu

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Das Ende von Spiele-Publisher THQ

24.01.2013, 17:36 Uhr | nic / jr

THQ gibt Marken ab: Sega, Crytek und Ubisoft schlagen bei Auktion zu. Logo des Spiele-Publishers THQ (Quelle: THQ)

Logo des Spiele-Publishers THQ (Quelle: THQ)

Spiele-Publisher THQ ist nun endgültig am Ende. Nachdem das Unternehmen im Dezember 2012 Insolvenz angemeldet hat und im Januar die Zerschlagung des Publishers von einem Gericht angeordnet wurde, haben nach erfolgter Versteigerung die meisten Marken und Studios nun neue Besitzern. Der Geschäftsbetrieb von THQ wird zum Ende des Monats eingestellt.

Saints Row und Metro bei Koch Media - Darksiders ohne neues Zuhause

Die Studios und Marken von THQ wurden von verschiedenen Interessenten aufgekauft. Den teuersten Einkauf tätigte Sega, die sich für 26,6 Millionen US-Dollar Relic Entertainment (Company of Heroes, Dawn of War) sicherten. Das deutsche Unternehmen Koch Media investierte insgesamt knapp 28 Millionen US-Dollar und verstärkt ihr Games-Label Deep Silver zum einen mit dem Saints Row-Entwicklerstudio Volition und zum anderen mit den Rechten an den "Metro"-Spielen. Das relativ frische THQ-Montreal Studio sowie die South Park-Lizenz wurden von Ubisoft übernommen. Das von den Turtle Rock Studios betreute "Evolve" segelt nun die "World Wrestling Entertainment"-Games unter der Flagge von Take 2, während sich der Frankfurter Entwickler Crytek die Homefront-Lizenz sicherte. Kurioserweise ohne Interessent blieb das Studio Vigil Games und mit seiner "Darksiders"-Reihe. Ob noch ein Käufer gefunden wird oder ob Vigil gemeinsam mit der Mutterfirma THQ die Pforten schließt, ist noch offen. Dem Vernehmen nach soll Platinum Games inzwischen ein grundsätzliches Interesse am Darksiders-Franchise geäußert haben.

THQ (1989 - 2013): Ein kurzer Rückblick auf 24 Jahre Games-Publishing

Streng genommen wurde THQ 1989 als "Trinity Acquisition Corporation" gegründet, nahm aber erst im Folgejahr die Geschäfte als "Toy Head Quarters" auf und stieg im September 1990 in die Games-Branche ein. Das erste Spiel des Publishers war das 1991 erschienene "Peter Pan and the Pirates", das auf dem gleichnamigen Cartoon des Fernsehsenders Fox basierte. In den Folgejahren liefen die Geschäfte im Bereich Videospiele für THQ so gut, dass sie die Herstellung und den Vertrieb von Spielzeug 1994 einstellten und sich ganz auf Games konzentrierten. Mitte der neunziger Jahre gelang der Firma ein Geniestreich: Statt sich direkt auf die neuen Konsolen Playstation, Nintendo 64 oder Sega Saturn zu konzentrieren, veröffentlichte das Unternehmen weiterhin Titel für ältere Konsolen, was unter anderem wegen der niedrigeren Produktionskosten zu Traumumsätzen führte.

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Auf Expansionskurs

Um die Jahrtausendwende eröffnete THQ viele neue Studios und begann, mit starken Lizenzen - darunter Games Workshops "Warhammer 40.000" - zu arbeiten. Dazu kamen starke Spiele-Reihen wie "Dawn of War", "Red Faction" oder "Saints Row". Etwa ab dem Jahr 2009 begann dann der Absturz des Publishers, dessen Spiele sich plötzlich nicht mehr gut genug verkauften. Das hatte zum einen mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu tun, aber auch mit dem zerfaserten Spiele-Portfolio. Auch die großen Titel - Saints Row, Dawn of War oder die "Ultimate Fighting Championship" (UFC)-Spiele - konnten die Verluste nicht mehr kompensieren. Das Desaster mit dem wie Blei in den Regalen liegenden "uDraw"-Tablet 2010 war dann vermutlich der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab. Insgesamt wurden zirka 100 Millionen US-Dollar für die Entwicklung und Herstellung des Gerätes investiert - nur haben wollte es dann keiner. Ein Jahr später floppten dann auch noch der neue Titel Homefront und die Fortsetzung der alten Erfolgsserie Red Faction Armageddon. Im Juni 2012 standen dann bereits alle Vorzeichen auf Insolvenz, als THQ sich dazu gezwungen sah, die UFC-Lizenz an den Konkurrent Electronic Arts zu verkaufen.

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