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"Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde" Test: Handy-Game mit Hobbits, Elben und Zwergen

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Test Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde | Aufbau-Simulation | iOS, Android  

Von Hobbits, Elben und Zwergen

03.02.2013, 08:42 Uhr | Lars Schmeink (nic), Medienagentur plassma

"Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde" Test: Handy-Game mit Hobbits, Elben und Zwergen. Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde von Kabam für iOS und Android (Quelle: Kabam)

Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde (Quelle: Kabam)

Peter Jacksons Fantasy-Epos "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" begeistert seit Dezember die Kinogänger. Passend zum Film ist für iOS- und Android-Geräte die kostenlose Aufbau-Simulation "Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde" erschienen. Hier übernimmt der Spieler die Rolle eines Stammesführers, der seinem Volk eine neue Heimat sucht. Dazu lässt man sich nieder, konstruiert Gebäude, baut Ressourcen ab und beginnt langsam aber stetig damit, Forschung und Militär aufzurüsten. Das Spiel bietet dabei die typische Genre-Mixtur aus Wirtschaftssimulation und Strategie, die man auch von anderen mittelalterlichen Free2Play-Aufbauspielen kennt. Ob "Der Hobbit" das Genre überzeugend vertritt und sich das Anspielen lohnt, erfahren Sie in unserem Test.

Tolkien light

Ja, das Spiel heißt "Der Hobbit". Und dementsprechend steuert man die bekannten Fantasy-Völker der Zwerge und Elben, muss sich gegen Bilwisse zur Wehr setzen und darf Gandalf den Grauen zu seinen engsten Verbündeten zählen. Doch warum "Königreiche von Mittelerde" ausgerechnet den am Ende des Buches aufkommenden Konflikt zwischen Elben und Zwergen – in der Filmreihe vermutlich erst im dritten Teil zu erwarten – als lose Hintergrundgeschichte wählt, ist unklar. Ebenso ist es recht merkwürdig, dass auch Elben neue Siedlungen brauchen und deren Armeen von Legolas angeführt werden, der in der Buchvorlage noch gar keine Rolle spielt. Insgesamt ist die Hintergrundgeschichte des Spiels mit Tolkiens Romanvorlage so gut wie nicht in Einklang zu bringen. Die Verwendung von Mittelerde sorgt hier allerhöchstens für Atmosphäre, mehr aber auch nicht.

Typische Spielsysteme

Auch in Hinsicht auf die Spielmechanik und Herausforderungen scheint sich Entwickler Kabam in der Kiste für Genre-Klischee bedient zu haben. Da wären die typischen Elemente Forschung, Militär und Gebäudebau, die es allesamt mit Ressourcen zu versorgen gilt. Die Bewohner müssen bei Laune gehalten, bestimmte Levels und Ziele erreicht werden, um immer mehr und bessere Einheiten zu bauen. Letztlich ist alles in einem mehr oder weniger komplexen Netz miteinander verbunden: "Zwergenreiter" benötigen einen bestimmten Grad an Forschung, der wiederum bestimmte Gebäude voraussetzt, die wiederum spezielle Ressourcen verschlingen. Alles in allem bietet das Gameplay wenig Neues und Innovatives, setzt bekannte Mechaniken und Spielelemente aber nicht schlecht um. Das Spielsystem funktioniert und macht durchaus Spaß. Man freut sich am Gedeihen seiner Stadt, bildet Allianzen mit anderen Spielern und bekämpft motiviert die gegnerische Fraktion.

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Bare Münze oder viel Geduld

Ein weiteres typisches Element des Genres ist die Idee, Spieler durch den kostenlosen Download ins Spiel zu bringen und Interesse zu wecken, um dann an einem einem gewissen Punkt ein Shopsystem einzuführen, was das Spiel wieder kostenpflichtig machen kann. So auch hier: Jede Aktion – Bauen, Forschen, Trainieren – kostet entweder Zeit oder Geld, das in Form von Mithril im Shop eingesetzt werden kann. Wer also Der Hobbit in vollen Zügen genießen möchte, kann in regelmäßigen Abständen immer mal ein paar Minuten im Spiel verbringen oder aber viel, viel Geld ausgeben. Und da Ihnen die günstigste Stufe gerade einmal 55 Mithril (entspricht in etwa fünf Stunden Wartezeit) für horrende 4,49 Euro beschert, kann Der Hobbit schnell zum Goldgrab werden.

Was uns gefällt

Für ein Aufbauspiel ist Der Hobbit dicht gepackt mit Atmosphäre und netten, schnellen Spielelementen. Gerade in der ersten Stunde erfüllt man ein Ziel nach dem anderen und erreicht schnelle Fortschritte. Auch wenn die Story wild Aspekte aus Tolkiens Mittelerde vermischt, so dürften die bekannten Figuren doch für die meisten Spieler ein positiver Anreiz sein, den Aufbau-Titel auszuprobieren. Und dank einfacher Spielmechanik kann man durchaus Spaß am Geschehen entwickeln. 

Was uns nicht gefällt

Wie so häufig bei Free2Play-Konzepten entsteht das Dilemma des Spielers, nachdem er den Köder geschluckt hat. Schon nach etwa einer Stunde ist man am Ende seiner "kostenlosen" Spielfreude und bezahlt ab dann umso kräftiger: entweder mit Zeit oder mit echtem Geld. Wer seine Akademie von Stufe 1 auf Stufe 2 erhöhen will, wartet zirka zwei Minuten, aber von Stufe 5 auf Stufe 6 dauert der Ausbau schon viereinhalb Stunden. Abkürzen lässt sich dies nur mit 40 Mithril – bei den im Laden üblichen Preisen also etwa drei bis vier Euro. Um das beste Preis/Leistungs-Verhältnis im Ingame-Shop zu erreichen, müssten Spieler für 665 Mithril knapp 45 Euro bezahlen. Das ist mehr als ein vollwertiges PC-Game im Laden kostet. 

Fazit

Der Hobbit ist ein nettes Aufbauspiel im Fantasy-Universum von Mittelerde. Der Reiz liegt sicher in der Kooperation mit anderen Spielern, dem wuseligen Aufbau von Städten und dem allgemein sehr einfachen Zugang zur Spielmechanik. Insofern wendet sich Der Hobbit vor allem an Gelegenheitsspieler, die nur wenig Zeit pro Tag investieren wollen. Wer aber richtig einsteigen möchte, der sei vor den versteckten Kosten gewarnt. Denn um das volle Spielerlebnis zu erhalten, ist man schnell richtig viel Geld los.

Infos zum Spiel

Titel: Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde
Genre: Aufbau-Simulation
Publisher / Hersteller: Kabam
Release-Termin: Im Handel
Preis: kostenlos
System: iPad, iPhone, iPod Touch, Android-Geräte
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Befriedigend

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