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Crysis 3 im Test: Crytek bläst zur Jagdsaison im Großstadtdschungel

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Test Crysis 3 | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360  

Jagdsaison im Großstadtdschungel

22.02.2013, 14:36 Uhr | Nils Osowski (jr / nic), Richard Löwenstein

Crysis 3 im Test: Crytek bläst zur Jagdsaison im Großstadtdschungel. Crysis 3 (Quelle: EA)

Crysis 3 (Quelle: EA)

Kamelblut trinken und Schafshoden essen? Dschungelprüfungen für Anfänger! Die wirklichen Gefahren lauern nicht im australischen Z-Promi-Camp, sondern im New York des Jahres 2047, wo die fiese Cell-Corporation ihr Unwesen treibt. Hierher schicken Publisher EA und das Frankfurter Entwicklerstudio Crytek den Spieler im Ego-Shooter "Crysis 3" - und liefern damit für PC, PS3 und Xbox 360 erneut ein Qualitätsprodukt "Made in Germany" ab.

Crysis 3: Nieder mit der Cell-Corporation

Im Manhattan des Jahres 2047 ist der urbane Dschungel wortwörtlich zu nehmen, überragen riesenhafte Bäume die überwucherten Straßenzüge. Der Bau des Liberty Dome, der gigantischen Kuppel am Horizont, ist der aus Crysis 2 bekannten Cell-Corporation geschuldet. Angeblich dient die Kuppel dazu, das Gebiet von den Spuren der außerirdischen Invasoren Ceph zu reinigen, die 23 Jahre zuvor New York attackierten. Seitdem ist Cell zu einer übermächtigen Institution aufgestiegen - ganz zum Unmut von Protagonist Prophet, dem Helden des Spiels. Der ist überzeugt, dass Cell mit gefährlicher Ceph-Alientechnologie experimentiert und diese Operationen unter dem Schutz des Liberty Dome sowie des dort verbauten Sicherheitssystem Hades durchführt. Zudem ist er sich sicher, dass die Aliens entgegen der Aussagen von Cell nicht ausgelöscht wurden. Visionen, in denen der Alpha Ceph, der Anführer der Extraterrestrischen vorkommt, plagen seinen Geist. Was damit zu tun hat, dass in Prophets Hightech-Rüstung Nanosuit 2.0 unter anderem auch Alien-Technologie verbaut ist. Es gibt also Handlungsbedarf, und so dringt Prophet zusammen mit seinem Raptor-Teamgefährten Michael “Psycho“ Sykes in die Kuppel ein, um Cell endgültig das Handwerk zu legen.

Mehr Action als Inhalt

Sonderlich viel Tiefgang bietet diese Story freilich nicht, beschwört sie im Verlauf der rund achtstündigen Kampagne doch lediglich die altehrwürdige Weltende-Thematik. Wirklich störend ist das bei einem derart auf Action getrimmten Titel wie Crysis 3 nicht. Auch der leicht pathetische Handlungsstrang, der unter anderem die Frage thematisiert, wie viel von Held Prophet überhaupt noch menschlich ist und ob sein mit Ceph-Technologie bestückter Nanosuit 2.0 nicht bereits die Kontrolle übernommen hat, gehört zum Standard-Repertoire. Immerhin: Er trägt damit die fortschrittlichste Hardware überhaupt am Leib. Mit Hilfe dieser Hightech-Rüstung ist es dem Helden möglich, wie ein Predator im gleichnamigen Schwazenegger Action-Kracher, sich nahezu unsichtbar zu machen. Folglich kann man den von Haus aus extrem actionlastigen, linear angelegten Ego-Shooter auch in einer Art Stealth-Modus angehen und viele Situationen subtiler lösen. Wer Herumkriechen albern findet, braucht sich nicht zu sorgen. An keiner Stelle des Spiels wird man zum Tarnen gezwungen, sodass in Crysis 3 auch immer fröhlich aus allen Rohren geballert werden kann.

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Kreatives Schießen

Im Gegensatz zu den bekannten Standard-Knarren aus den Vorgängerspielen steht Prophet diesmal eine ganz besondere Waffe zur Verfügung: Ein High-Tech-Bogen, der mit Druck auf das Steuerkreuz rechts hervorgeholt wird und dann in einer superben Animation zu voller Größe ausfährt. Das Spannen des Cyber-Bogens klingt eher nach knirschenden Metallzähnen denn nach einer Sehne, bevor der Pfeil davonschießt und eine Cell-Maske trifft. Durch das Abfeuern des Predator-Bogens bleibt die Tarn-Matrix erhalten. Wenn man als unsichtbarer Nano-Krieger durch niedergebrannte Bauruinen, meterhohes, sich im Wind wiegendes, Gras kriecht und mit schnellen Stealth-Kills Cell-Söldner aus dem Verkehr zieht, fühlt man sich mitunter tatsächlich wie die tödlichen Aggressoren aus den "Predator"-Filmen - ein großes Atmosphäre-Plus! Und wer keine Cyber-Bögen mag: Unter dem Liberty Dome stehen Prophet jede Menge Schießeisen zur Verfügung. Die Auswahl reicht vom für Crysis gewöhnlichen Sturmgewehr Scar Mod 2 über das vollautomatische Maschinengewehr Mk 60 bis hin zum futuristischen, mit zehn Läufen bestückte Schnellfeuer-Gewehr Typhoon oder dem taktischen L-Tag-Granatenwerfer. Mit 26 verschiedenen Waffen zuzüglich Granaten und Sprengsätzen bestückt Entwickler Crytek das Arsenal in Crysis 3.

Bastelstunde mit Alien-Technologie

Shooter-Fans dürften zudem angesichts der zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten frohlocken. Bei fast jeder Waffe können Feuermodus und Aufsätze über das Halten der Zurück-Taste an den persönlichen Geschmack angepasst werden. Besonders cool: die fantastisch designten Alien-Waffen. Gegen Mitte der Kampagne greifen nämlich die ausgelöscht geglaubten Ceph an. Neben dem normalen Grunt-Fußvolk besteht deren Armee unter anderem aus Flammen-spuckenden Scorcher-Drohnen, getarnten Stalker-Einheiten und mit X-Pac-Mörsern bewaffneten schweren Einheiten, doppelt so groß wie Prophet. Wenn man die ausschaltet, explodieren sie nicht wie gewöhnlich. Stattdessen bleibt ihr außerirdischer Körper erhalten, und sie lassen sehr wirksame Waffen wie zum Beispiel den "Reaper" - einen Plasmawerfer mit propellerartigem Lauf - fallen.

Atmosphäre hui!

Dass Crytek erneut New York als Schauplatz ausgewählt hat, bleibt gewöhnungsbedürftig. Ebenso wie die manchmal suboptimale Gegner-KI, die Cell-Jungs und Aliens oft seltsame Laufrouten und den plumpen, direkten Angriff wählen lässt. Und obgleich die Frankfurter Entwickler den Spieler durch Kanäle, auf Dämme, in düstere Sumpfgebiete oder ein schlicht großartiges finales Level schicken: Bei der optischen Vielfalt wäre noch mehr drin gewesen. Nichtsdestotrotz verdient die generelle Optik des Spiels größtes Lob. Angetrieben von Cryteks hauseigenem Grafikmotor, der "Cry Engine 3", zeigt sich das zerstörte New York von seiner besten Seite. Irre hübsche Spiegelungen und Lens-Flare-Effekte auf Prophets Visier machen die Rüstung spürbar und vermitteln einem als Spieler das Gefühl, selbst im Nanosuit 2.0-Kampfanzug zu stecken.

Was uns gefällt

Cryteks Steckenpferd ist und bleibt die Optik. Auch Crysis 3 imponiert vor allem durch seine Grafik, die eine extrem atmosphärische Spielwelt zaubert. Auch die generelle Shooter-Mechanik überzeugt dank zahlreicher anpassbarer Waffen, cooler Alien-Wummen und spaßiger Schleicheinlagen.

Was uns nicht gefällt

Die Gegner-KI gewinnt nach wie vor keinen Blumentopf: Aliens und Cell-Kämpfer stellen sich bisweilen ziemlich blöd an. Auch die Story ist eher Mittel zum Zweck und reichlich klischeebeladen. Dass Crytek schon wieder New York als Handlungsort gewählt hat, zeugt nicht gerade von Kreativität und könnte einige Spieler langweilen.

Fazit

Unterm Strich bleibt mit “Crysis 3“ ein Shooter, der in seinem Kern nicht ganz so überragend ist, wie er ausschaut. Der aber dennoch in der Oberliga spielt, durch tolle Spielbarkeit glänzt und zeigt: Action made in Germany macht auch 2013 Laune.

Infos zum Spiel

Titel: Crysis 3
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Electronic Arts
Hersteller: Crytek
Release: 21. Februar 2013
Preis: zirka 50 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsolen)
System: Windows-PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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