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Tomb Raider Review: Lara Croft ist 2013 fast besser denn je

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Test Tomb Raider | Action-Adventure | PC, PS3, Xbox 360  

Tomb Raider: Die Wiedergeburt einer Ikone

05.03.2013, 19:34 Uhr | Lars Schmeink (jr / nic), Medienagentur plassma

Tomb Raider Review: Lara Croft ist 2013 fast besser denn je. Tomb Raider Action-Adventure von Square Enix für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Square Enix)

Tomb Raider (Quelle: Square Enix)

Der Name hat einen Klang wie Donnerhall. Lara Croft - Archäologin, Abenteurerin, Millionärin, Playboy-Coverstar und vor allem Bilderbuch-Heldin. Diese Frau hatte wirklich alles - vielleicht sogar zu viel. Sie sah gut aus, sie war reich, erfolgreich und scheute dazu noch vor keiner Herausforderung zurück. Sie war so etwas wie eine Superheldin, die unkaputtbar, voller Selbstsicherheit und Risikobereitschaft Bösewichten, Fallen und Flüchen trotzte, um antike Schätze ans Tageslicht zu holen. Und wurde dabei von Mal zu Mal immer langweiliger. Doch damit ist es nun vorbei: Die Über-Lara vergangener "Tomb Raider"-Tage muss einer neuen, jüngeren Version ihrer selbst weichen. Wir haben das für PC, PS3 und Xbox 360 erscheinende Action-Adventure getestet und sagen, ob der Neuanfang mit der jungen Lara, die noch keine abgebrühte Heldin ist, gelingt.

Tomb Raider: Relaunch und Realismus

Wie schon so manche Popkultur-Ikone vor ihr war auch Lara in die Jahre gekommen. Acht Spiele (plus diverse Handheld-Versionen), zwei eher in der Kategorie Trash anzusiedelnde Filme und eine Vermarktungsmaschinerie, wie sie in der Spiele-Branche ihresgleichen sucht, erschöpften das Potenzial der schönen Britin bis zum Anschlag. Das Mysterium war verschwunden, das Spielprinzip hatte seinen Reiz verloren. Das Einzige, was da noch half, war ein Neuanfang. Die Welt hat sich verändert seit dem ersten Tomb Raider aus dem Jahr 1996, eine andere Art von Heldin ist gefragt: Eine, die nicht alles kann, die nicht jeder Gefahr stolz entgegentritt. Eine, die auch mal mit sich hadert. Eine realistische Protagonistin, jünger, unerfahrener und vor allem eine, die erst noch lernen muss zu überleben.

Weiblich, jung und unerfahren

Tomb Raider beginnt folgerichtig nicht im luxuriösen Croft-Anwesen, sondern auf einem Forschungsschiff. Lara ist gerade einmal 21 Jahre jung und noch ziemlich grün hinter den Ohren. Sie hat ihren Studienabschluss hinter sich gebracht, ist nun gemeinsam mit ihrem Mentor Professor Roth auf der Suche nach einer alten japanischen Herrscherin und deren versunkenem Reich irgendwo im Drachendreieck im Nordpazifik. Als ein Sturm das Schiff auf Grund laufen lässt, findet sich Lara plötzlich in einem Albtraum wieder, strandet auf einer mysteriösen Insel, muss um ihr Überleben kämpfen. Ein brutaler Mob beherrscht das Eiland, der gestrandete Schiffe plündert und ihre Crew ermordet. Das Spiel folgt nun Lara auf ihrem Weg aus diesem Horrorszenario, ist ihr ganz nah, als sie sich überwindet zu jagen, um ihr Leben zu kämpfen lernt und zum ersten Mal einen Menschen töten muss. So emotional, so verletzlich und so menschlich hat man Lara Croft noch nie gesehen. Und so brutal und düster auch nicht: Die "USK 18"-Einstufung ist hier hart, aber durchaus berechtigt.

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Die neue Lara Croft: jünger, härter, hübscher

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Lost und Co.: Die Insellage prägt das Geschehen

Stück für Stück entwickelt sich die Story weiter: Lara muss ihre Freude befreien und macht dabei die wohl wichtigste archäologische Entdeckung ihres jungen Forscherlebens - sie kommt einem vergessenen Königreich auf die Spur. So weit, so bekannt: Für den Plot gewinnt Entwickler Crystal Dynamics hier keinen Preis, dafür sieht man zu viele Ähnlichkeiten zu TV-Formaten wie "Lost" und "Survivor" oder auch dem Ego-Shooter "Far Cry". Der Reiz des Spiels liegt jedoch in der unglaublich ausgeklügelten Mischung von altbekannten Tomb Raider-Momenten und frischen, neuen Ideen. Laras neues Abenteuer ist extrem ausgewogen, mixt Action, Adventure, Rollenspiel und Geschicklichkeit in wohldosierten Portionen. Lara sammelt Bergungsgut, um ihre Ausrüstung zu verbessern, sie gerät in Kämpfe, klettert an Berghängen, jagt Tiere wie auch Artefakte, rutscht steile Abhänge hinunter und verbessert ihre Fähigkeiten in Überlebenskunst, Jagd und Kampf. So viele verschiedene Elemente, die wunderbar nahtlos ineinander greifen und nie das Gefühl von Gleichförmigkeit oder Wiederholung auftreten lassen, hat es noch nie in einem Tomb Raider gegeben.

Atmosphäre ist der Schlüssel

Die wohl wichtigste Neuerung des Spiels und der Schlüssel zum Erfolg ist aber die unglaublich stimmige Atmosphäre. Das fängt an bei einer Heldin, die blutet, sich durch den Dreck robbt, immer wieder einstecken muss und uns so ihre wahre Menschlichkeit offenbart. Da stört auch die etwas zu kindliche und manchmal steife Art von Nora Tschirner nicht allzu sehr, die Lara ihre Stimme leiht. Über jeden Zweifel erhaben ist allerdings das Setting: Die düstere, kalte und dreckige Pazifikinsel trotzt jedem Klischee und bietet alles auf, was man für die Härteprobe in Sachen Survival-Training so braucht: Rasiermesserscharfe Klippen, tiefe Abgründe, urwüchsige Wälder, dunkle und beklemmende Höhlen und jede Menge wahnsinniger Einwohner.

Was uns gefällt

Lara - ohne Frage. Die neue, junge und unerfahrene Lara, deren Überlebenstrieb hier hart auf die Probe gestellt wird. Dazu die grafische Pracht, die dichte Atmosphäre und ein wundervoll ausgewogenes Spielprinzip, bei dem für jeden etwas dabei ist, ohne dass auch nur ein Fünkchen Langeweile aufkommt.

Was uns nicht gefällt

Nora Tschirner ist nicht immer ganz die richtige Sprecherinnen-Besetzung für einen "Ab 18"-Titel: Eine Kindergärtnern mit Hornbrille ist auch die junge und unerfahrene Lara nicht. Und die Echtzeit-Actionevents funktionieren nicht immer so intuitiv, wie es die Programmierer gerne hätten. Da stirbt man manchmal schneller, als einem lieb ist.

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Lara kämpft ums Überleben

Survivor-Trailer zu "Tomb Raider". zum Video

Fazit

Der Neustart von Tomb Raider ist vollauf geglückt. Laras neues Ich ist so menschlich und real, dass man mit ihr gemeinsam leidet, bangt und schmerzt. So nah war man schon lange keinem Computerspielhelden mehr. Und weil sie auch immer noch ein bisschen von ihrem alten Selbst in sich trägt - keine Grabkammer ist vor ihr sicher - liebt man sie noch mehr. Für das, was sie mal war, was sie jetzt ist und das, was sie sein wird. Lara ist eben einzigartig.

Infos zum Spiel

Titel: Tomb Raider
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Square Enix
Hersteller: Crystal Dynamics
Release: 5. März 2013
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 55 Euro (Konsolen)
System: Windows-PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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