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Bioshock Infinite im Test: Von fliegenden Städten und magischen Frauen

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Bioshock Infinite | Ego-Shooter | PC, Xbox 360, PS3  

Von fliegenden Städten und magischen Frauen

27.03.2013, 07:58 Uhr | Michael Förtsch (nic / ams), Richard Löwenstein

Bioshock Infinite im Test: Von fliegenden Städten und magischen Frauen. Bioshock Infinite (Quelle: 2K Games)

Bioshock Infinite (Quelle: 2K Games)

Selten hat ein Videospiel Gamer als auch Fachpresse so begeistert wie das 2007 erschienene "Bioshock": Ein Ego-Shooter, der das Schießen degradierte und Story sowie Atmosphäre in den Vordergrund rückte. Kein Wunder, dass der Nachfolger "Bioshock Infinite" nun himmelschreiende Erwartungen weckt und auf ein Meisterwerk hoffen lässt. Tatsächlich überzeugt Bioshock Infinite über alle Maßen. Aber reicht es voll an die Abenteuer in der Unterwasserstadt Rapture heran? 

Ein Turm im Wasser

Schon die erste Szene von "Bioshock Infinite" ist symbolträchtig - eine Reminiszenz an das Original: In einem Ruderboot steuert der Protagonist Booker DeWitt im Jahre 1912 auf einen Leuchtturm mitten im Meer zu. Die zwei Ruderer, die ihn dorthin bringen, überreichen ihm alleinig eine Schatulle: Darin ein Bild und eine Nachricht. Er solle eine gewisse Elizabeth finden und sie nach New York bringen. Und zwar von einem Ort, der Legende und Mythos zugleich darstellt: Columbia, eine fliegende Stadt, erbaut von den Vereinigten Staaten. Nach Erkunden des Turms wandelt sich kurze Zeit später die gesamte Szenerie.

Willkommen in Columbia

In einer Rakete wird der Held in den Himmel geschossen. Die schwebende Stadt taucht auf: Riesige Villen gelagert auf Ballons, Parks getragen von Gasbrennern und surrenden Rotoren. Über allem ragt eine riesige Statue der Columbia - die Personifikation der Vereinigten Staaten. Einfach wunderschön, diese Kulisse. Flaggen wehen, Bänder flattern im Wind, Luftschiffe wandern umher und Wölkchen zwängen sich an den treibenden Häusern, Parks und Straßenzügen vorbei. Das alles ist bunt, farbenfroh und damit eine schöne Abwechslung zu den sonst so realitätsaffinen und düsteren Shootern dieser Tage. 

Die Ruhe vor dem Sturm

Ungestört kann man die schwebende Stadt kurz nach seiner Ankunft frei erkunden, Passanten belauschen und einen vorbeifliegenden Festzug zu schauen. Und schnell ist zu erkennen, dass Columbia alles andere als eine hübsche Utopie darstellt. Plakate an den Gründerzeitbauten propagieren Rassenreinheit, Menschen beten zu den Statuen von Washington und Jefferson und verehren den Stadtführer und Prophet namens Comstock. Auffindbare Tonbänder, genannt Voxophone, berichten von Rebellen und Aufständischen, von Unterdrückung und den fremden Horden - Iren, Schwarze, Mexikaner. Columbia ist eine Stadt voller radikaler Nationalisten und Rassisten unter einem verblendeten Führer. So wird Booker dann auch als Fremdling enttarnt - ein Mal auf seiner Hand macht ihn als "falschen Hirten" erkennbar.

Der Kampf

Dann stehen schon erste Kämpfe an und die erinnern in ihrer Dynamik und Handhabung stark ans Original. Mit Pistole, Schrotflinte und Maschinenpistole wird gefeuert. Gekämpft wird gegen Polizisten und Schutzmänner, später Kerle mit Roboterkörper oder sogar mechanische Nachbildungen der US-Präsidenten mit Gatlingkanonen. Dazu gibt's magische Fähigkeiten, genannt Vigors, die Booker Flammen, Blitze und einen Krähenschwarm aus der linken Hand schießen lassen. Dennoch fühlt sich das alles anders an: Größer als im Original sind die Areale und Gegnerhorden. Dazu kann sich Booker via "Skyhook", einer Art Enterhaken, an überall in Columbia verlaufenden Schienen einhaken und diese entlangfahren. Flucht und Angriffe aus dem Hinterhalt werden so schnell möglich. Toll! 

Arm und schade?

Dennoch werden Kenner hie und da Kleinigkeiten und Finessen des Vorgängers vermissen: das Hacken von Geschützen und Gerätschaften via Minispiel entfällt – das erledigt nun eines der Vigors. Auch ist Columbia anders als die Unterwasserstadt Rapture nicht mit Alarm auslösenden Kameras gespickt. Schleichen und Vorsicht? Nicht nötig! Zudem lassen sich Kräfte und Waffen über den Spielverlauf aufrüsten, in Sachen Durchschlagkraft, Zielgenauigkeit und Nachladegeschwindigkeit verbessern. Doch anders als in "Bioshock" wo dann Zahnräder und Druckventile die Waffen schmückten, sind hier die Verbesserungen nicht an den Schießeisen sichtbar.


Die geheimnisvolle Frau

Doch wird vieles davon locker aufgewogen. Denn nach den ersten Spielstunden erreicht Booker sein erstes Etappenziel: Elizabeth, die geheimnisvolle junge Frau, die - bewacht vom geflügeltem Ungetüm Songbird - im Kopf der riesigen Columbia-Statue festgehalten wird. Einmal befreit, ist sie von dort an in Bioshock Infinite stets an Bookers Seite. Auf sie aufpassen? Nicht nötig, das erledigt sie alleine und hilft im Kampf auch kräftig mit. Und findet Munition, Geld und Waffen, die sie ihm zuwirft. Vor allem aber ist sie alsbald der Dreh- und Angelpunkt von Emotion und Geschichte: Wenn sie nach steter Gefangenschaft das erste Mal Musik und Tanz erlebt. Wenn sie Booker mit großen Augen anschaut. Oder wenn sie erschüttert wegzurennen droht, dann geht das schon ans Herz. Außerdem ist Elizabeth kein gewöhnlicher Mensch, sie verfügt über besondere Fähigkeiten.

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Übernatürlich

Per Gedankenkraft kann sie Risse in eine andere Dimension öffnen. In alternative Realitäten blicken. Aus diesen auch im Kampf hilfreiche Gegenstände herüberziehen – alleinig ein Knopfdruck ist dafür von Spielerseite nötig. Das ist dabei mehr als nur eine Spielerei, sondern in den Schwierigkeit und Schnelligkeit anziehenden Kämpfen auch durchaus nötig. Denn wenn einen Luftschiffe mit Raketen schießen, Transport-Flieger auf freier Fläche befeuern oder in verwinkelten Slums Heerscharen von Maschinengewehrträgern herangestürzt kommen, dann ist man froh, wenn die junge Dame einem eine Kiste mit Heilmittel herzaubert - denn in Bioshock Infinite regeneriert sich die Gesundheit nicht einfach durch Ausruhen. 

Diskordischer Ausklang

Doch woher kann sie das? Wer ist dieses Mädchen wirklich? Was verbindet sie und Booker auf so sonderbare Weise? Das sind die zentralen Fragen in Bioshock Infinite, die sich immer weiterspinnen. Die dafür sorgen, dass der Spieler über große Teile der zwölf Stunden Spielzeit nicht weiß, was er glauben soll. All dies gipfelt letztlich in ein geradezu überbordendes und mit philosophischen und metaphysischen Elementen gespicktes Ende, das man so nicht erwartet hätte - das all das Gesehene und Erlebte mit kunstvollen Szenen in Frage stellt, was Regisseure wie David Lynch oder Terry Gilliam wohl kaum besser inszeniert hätten.  

Was wir mögen

Eine hochfliegende Story mischt sich in Bioshock Infinite mit grandios gezeichneten Charakteren, die einem wirklich in Erinnerung bleiben. Trotz der abgeschlossenen Stadtkulisse bekommt der Spieler atmosphärisch äußert vielfältige Umgebungen zu Gesicht. Sämtliche Textpassagen und Sprachspuren wurden engagiert und professionell eingedeutscht. Die Kämpfe sind schnell, dynamisch sowie dank hoher Bewegungsfreiheit sehr unterschiedlich und wechseln sich mit ruhigen Momenten ab. Vor allem jedoch schafft es das Game, den Spieler immer wieder anzufixen, weil man mehr über die Story und die Stadt erfahren will. Entdeckerdrang wird mit Audioaufzeichnungen und Randinformationen belohnt. 

Was wir nicht mögen

Selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad werden die Kämpfe schnell recht hart und fordernd, das könnte Einsteiger überfordern. Herausforderungen wie Mini-Games, Hack-, und Schlossknack-Rätsel aus dem Vorgänger wurden zugunsten von Action weggelassen. Bei den Konsolenfassungen kommt es in einigen wenigen Abschnitten zu Rucklern und Einbrüchen der Bildwiederholrate.

Fazit

Das hier ist definitiv schon jetzt eines der anspruchsvollsten und tiefsinnigsten Games des Jahres. Auch wenn es nicht gänzlich an die Perfektion des legendären Vorgängers heranreicht, brilliert es mit Köpfchen, Witz und einfach großartigen Charakteren. Und kann zudem mit einer der hochtrabendsten Story-Auflösungen der der Videospielgeschichte aufwarten.

Infos zum Spiel

Titel: Bioshock Infinite
Genre: Ego-Shooter
Hersteller: Irrational Games
Publisher: 2K Games
Release-Termin: Im Handel
System: PC, Xbox 360, PS3
Preis: zirka 60 Euro (Konsolen), zirka 50 Euro (PC-Version)
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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