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Wolfenstein: The New Order - Mit Witz und Wumme gegen Schreckensherrschaft

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First Look Wolfenstein: The New Order | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One  

Mit Witz und Wumme gegen die Schreckensherrschaft

06.06.2013, 08:37 Uhr | Nico Stockheim (ams)

Wolfenstein: The New Order - Mit Witz und Wumme gegen Schreckensherrschaft. Wolfenstein: The New Order Ego-Shooter von Bethesda für  PC, PS3, Xbox 360, PS4 und Xbox One (Quelle: Bethesda)

Wolfenstein: The New Order Ego-Shooter (Quelle: Bethesda)

Was wäre, wenn? Diese Frage ist der Ausgangspunkt für die Rahmenhandlung in Wolfenstein: The New Order, dem neuesten Teil in der Traditionsreihe, der im Herbst 2013 für PC, PS3, Xbox 360, PS4 und Xbox One erscheinen soll. In der alternativen Realität haben nämlich die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen und üben ihre Schreckensherrschaft auf der ganzen Welt aus. Bei einem Bethesda-Pressevent in der Nähe von London haben wir einige Spielszenen gezeigt bekommen und konnten in einem Preview-Level sogar selbst Hand anlegen und uns so ein erstes Bild von dem neuen Ego-Shooter verschaffen.

Die Welt im eisernen Griff der Nazi-Roboter – B.J., übernehmen Sie

Nachdem die Nazis in der Alternativgeschichte von "Wolfenstein: The New Order" als Sieger aus dem zweiten Weltkrieg hervorgangen sind halten sie 1960 zumindest ganz Europa, wenn nicht sogar die ganze Welt besetzt. So ganz genau weiß das der amerikanische Kriegsheld B.J. Blazkowicz – der vielen noch aus den alten Wolfenstein-Teilen bekannt sein dürfte – vermutlich auch nicht. Er lag nämlich 14 Jahre lang im Koma und muss nun den Widerstand aktivieren und eine letzte Offensive gegen das Terror-Regime starten. Dabei hat der Supersoldat auch immer einen flotten Spruch auf den Lippen und erinnert damit in den Grundzügen an Duke Nukem oder die neue Koryphäe auf diesem Gebiet: Sergeant Rex Power Colt aus Far Cry 3: Blood Dragon.

Ein Hauch "Inglorious Basterds" und "Iron Sky"

In einer von Creative Director Jens Matthies präsentierten Szene befindet sich B.J. undercover in einem Zug Richtung Berlin. Gerade als er für sich und die Widerstandskämpferin Anya eine Tasse Kaffee im Speisewagen holen möchte, wird er von der finsteren SS-Offizierin Frau Engel und ihrem äußerst androgynen Lustknaben „Bubi“ zu Tisch gebeten. Dort will sie mit einem vermeintlich psychologischen Test die „arische Abstammung“ des Helden ermitteln.  Diese Szene, mit völlig überzeichneten und stereotypischen Nazicharakteren und deren aberwitzige Dialoge verdeutlichen den Ton, den The New Order einschlägt. Zum einen sind diese Charaktere absolute Witzfiguren, wie die Nationalsozialisten im Film Iron Sky, andererseits wird durch das Psycho-Verhör eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen, die an die erste Szene mit Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) in Quentin Tarantinos Spielfilm Inglourious Basterds erinnert.

Wolfenstein 
Wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten

Story-Trailer mit Gameplay-Szenen zum neuen Wolfenstein. zum Video

Zerstörtes London

Die nächste Szene aus "Wolfenstein: The New Order" konnten wir im Anschluss auch selbst anspielen und so einen besseren Eindruck zum Spiel selbst gewinnen. Von der Stimmung her knüpft dieser Part an den vorherigen gut an. Zum einen müssen wir kräftig schlucken, weil wir durch die fast leeren Straßen des heruntergekommenen und von Nazis besetzte London fahren, das mit den vielen Patrouillen und Sicherheits-Kontrollen schon beinahe Orwellsche Züge annimmt und eine bedrohliche Atmosphäre schafft. Andererseits müssen wir lachen, als einer der Soldaten seine Robo-Töhle nicht unter Kontrolle hat, die er Blondie nennt - da ist er wieder, der Nazi-Klamauk. Die Fahrt endet, als unserer Fahrer und wir an dem modernen Nazi-Bau, der Nautica ankommen, wo er uns absetzt, um anschließend das mit einer Bombe bestückte Auto in das Gebäude zu fahren. Eine Szene die noch einige Zeit nachwirkt.

Draufgänger haben keine Chance

Uns bleibt nun nichts anderes übrig, als in die Nautica einzudringen und dort Informationen über das Regime, ihre Pläne und Technologien herauszufinden. Zunächst irren wir durch die Trümmer und liefern uns eine geskriptete Katz- und Maus-Jagd mit einem Robo-Hund, der am Ende von Geröll erschlagen wird. Problem an dieser Stelle: Die Übersicht. Ehe wir den richtigen Weg finden, laufen wir zunächst einige Male orientierungslos hin und her. Im Gebäude angekommen, gehen auch direkt die Schießereien los.

Während kleine Standard-Gegner-Ansammlungen in "Wolfenstein: The New Order" absolut kein Problem darstellen, merken wir doch recht früh, dass größere Gruppen, Mechs oder stationäre MG-Nester eine echte Herausforderung sein können, die ein gewisses Maß an Timing und taktischem Gespür verlangen. Wer es ausschließlich auf offene Gefechte anlegt, wird häufig sterben oder mindestens kräftig einstecken. Das gefällt uns, denn im Gegensatz zu Call of Duty und anderen modernen Genrevertretern heilt sich B.J. nicht selbst und ist auf Medipaks angewiesen. Lediglich ein kleiner Teil der Trefferpunkte erholt sich zwischen den Kämpfen. Um wieder auf 100 Prozent zu kommen oder den Lebensbalken im Stile der Ur-Ego-Shooter sogar kurzzeitig bis 200 Prozent zu „superchargen“, brauchen wir Medipacks.

Kreativer Spaß mit dem Laser

Ein Feuergefecht jagt von nun an das nächste, durch Eingangshallen, einen riesigen runden Ausstellungsraum mit Nachbildung des Mondes, durch Hangars und durch Aufzugsschächte, die wir an einem Kabel erklimmen – cool: Während wir nur einhändig schießen, weil B.J. schließlich klettert, ist auch nachladen nicht drin. Lediglich im letzten Abschnitt der Demo zeigt das Spiel noch Stealth-Potential. Hier steigen wir unbemerkt aus einem Lüftungsschacht und überrumpeln eine Hand voll Wachen, die wir lautlos mit dem Messer zu Boden bringen. Das wirkt im Vergleich zum Rest etwas unnötig und fehl am Platz.

Wolfenstein 
Fiese Nazi-Kampfroboter und ein Supersoldat

Der erste Trailer zu "Wolfenstein: The New Order" zum Video

Ebenfalls nicht nötig, aber im Gegensatz zur Stealth-Einlage unglaublich gut ist der Laser, den B.J. dabei hat und später sogar gegen größere Laserkanonen austauscht. Dieser kann einerseits als Waffe eingesetzt und an diversen Strom-Stationen wieder aufgeladen werden, andererseits können wir damit zahlreiche Oberflächen oder Gegenstände wie Butter zerschneiden und uns so neue Wege schaffen. Beispielsweise "zer-lasern" wir eine Kette mit Stahlträgern, um uns eine Art Brücke zu bauen. Lediglich beim Endboss der Demo, einem noch größeren Mech, kommt uns die Laserkanone dann doch viel zu stark vor. Während der Gegner ganze Magazine konventioneller Waffen schluckt, macht der Laser, für den es im Raum mehrere Ladestationen gibt, kurzen Prozess mit dem Biest.

Änderungen in der deutschen Fassung

Was wir von "Wolfenstein: The New Order" sehen konnten, war alles in der englischen Originalfassung (in der die Nazis trotzdem Deutsch sprechen), die an jeder Ecke mit verfassungsfeindlichen Symbolen wie Hakenkreuzen und SS-Runen gespickt ist. So wird das Spiel es selbstverständlich nicht in den deutschen Handel schaffen, da Computer- und Videospiele sich als Entertainment-Produkt nicht auf die Kunstfreiheit berufen können wie beispielsweise Film oder Theater. Die entsprechende Debatte wird seit Jahren geführt und vielleicht werden Spiele eines Tages auch unter Artikel 5 des Grundgesetzes fallen. Bis dahin müssen Spiele mit verfassungsfeindlichen Symbolen allerdings für den deutschen Markt modifiziert werden. "Bei Wolfenstein: The New Order" wirkt sich das aus, indem entsprechende Zeichen aus dem Spiel entfernt werden und die Nazis nicht mehr Nazis heißen, sondern "das Regime“. Am Spiel selbst wird sich laut den Entwicklern nichts ändern.

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Was uns gefällt

Die Szene im Zug und auch die Fahrt durch London deuten an, dass die Entwickler von Machinegames es verstehen, Geschichten für die Ego-Perspektive zu erzählen und Atmosphäre zu erzeugen. Spielerisch bleibt "Wolfenstein: The New Order" seinen Wurzeln treu. Das Spiel ist zwar modern, schafft es aber gleichzeitig, das Feeling eines "Oldschool“-Ego-Shooters einzufangen.

Was uns nicht gefällt

An einigen Stellen haben wir uns etwas orientierungslos gefühlt, da es auch keinerlei Hilfen gibt bei der Wegfindung. Es ist ärgerlich, wenn eine scheinbar unwichtige Aktion, wie das Aufheben einer neuen Waffe, einen Dialog zur Fortführung der Handlung auslöst. Außerdem braucht dieses Spiel kein halbherziges Stealth-Element - bitte darauf verzichten.

Fazit

"Wolfenstein: The New Order" ist ein moderner und flotter Shooter mit einigen Oldschool-Anleihen. Die Mischung kann durchaus funktionieren und auf lange Sicht Freude machen. Die Feuergefechte waren jetzt schon sehr motivierend, weil sie sich vom Feeling her von anderen aktuellen Shootern unterscheiden. Skeptisch sind wir noch, was die Geschichte und Atmosphäre betrifft. Einerseits werden im gezeigten Material sehr ernste und düstere Töne angeschlagen, andererseits gibt es einige Szenen, Kommentare und Dialoge, die völliger Klamauk sind. Man könnte sagen, in The New Order wohnen zwei Seelen. Das Spiel geht aber weder den vollen Weg Richtung Blödsinn wie ein "Far Cry 3: Blood Dragon", noch fährt es eine ernste, düstere und bedrohliche Schiene wie beispielsweise "Metro: Last Light". Ob das Konzept unterm Strich aufgeht, wird sich später noch zeigen müssen.

Infos zum Spiel

Titel: Wolfenstein: The New Order
Genre: Ego-Shooter
Hersteller: MachineGames
Publisher: Bethesda Softworks
Release: Herbst 2013
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut

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