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Farmville in Not: Microsoft-Manager übernimmt Chefposten bei Zynga

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Farmville in Not: Xbox-Manager übernimmt Chefposten bei Zynga

03.07.2013, 11:40 Uhr | jr / ams, dpa

Farmville in Not: Microsoft-Manager übernimmt Chefposten bei Zynga. Farmville Social Game von Zynga (Quelle: Zynga)

Farmville Social Game von Zynga (Quelle: Zynga)

Nach schwachen Zahlen und dem Verlust von Millionen Spielern bekommt Farmville-Entwickler Zynga einen neuen Chef. Gründer Mark Pincus macht Platz für Don Mattrick, der bislang Microsofts Spielekonsole Xbox verantwortete und zuvor lange beim Spiele-Publisher Electronic Arts arbeitete. "Don ist einzigartig im Spielegeschäft", lobte Pincus am Montag seinen Nachfolger. Mattrick hatte Spielehits wie "Need for Speed" oder "Die Sims" mitentwickelt. "Zynga ist ein tolles Unternehmen, das sein volles Potenzial erst noch ausschöpfen muss", erklärte Mattrick. Er sei überzeugt, dass Pincus' Vision, die Menschen über Spiele miteinander zu verbinden, erst am Anfang stehe, schrieb der Manager in einer vom Blog "All Things Digital" veröffentlichten Mail.

Zynga: Auf dem absteigenden Ast

Mattrick übernimmt zum 8. Juli das Ruder. Er muss dafür sorgen, dass Zynga an frühere Erfolge anknüpfen kann. Das Unternehmen war mit Spielen für Facebook groß geworden und hatte im Dezember 2011 einen milliardenschweren Börsengang hingelegt. Doch zuletzt verloren Zyngas Onlinespiele ihre Anziehungskraft, und der Umsatz schrumpfte. Pincus musste 520 Leute feuern, fast jeden fünften Mitarbeiter. Nun soll Mattrick die Wende bringen. Er hatte mitgeholfen, die Xbox in Millionen Wohnzimmer zu bringen. Zuletzt brüskierte er allerdings die Gamer: Microsoft wollte einen Onlinezwang sowie ein Tauschverbot von Spiele-Disks für die neue Konsole Xbox One durchsetzen. Das sorgte für Empörung. Ende vergangener Woche stampfte der Konzern die Pläne schließlich ein. Mattrick musste sich bei den Xbox-Fans entschuldigen.

Börse zeigt sich angetan

Die Börsianer lieben Mattrick ungeachtet dessen: Schon nach ersten Berichten über den anstehenden Chefwechsel schoss die Zynga-Aktie mehr als 10 Prozent hoch und legte nach der Bestätigung noch einmal 5 Prozent nachbörslich zu. Das Papier ist allerdings auch danach mit gut drei Dollar immer noch weniger als ein Drittel des Ausgabepreises von zehn Dollar wert. Mark Pincus wird weiterhin als Vorsitzender des Verwaltungsrats ein Auge auf sein Lebenswerk haben. Er ist Großaktionär und damit eine Macht bei Zynga. Auch die Entwicklung der Spiele wird Pincus weiter verantworten.

Aktuelle Spiele-News

    Neue Geschäftsfelder gesucht

    Zynga verdient sein Geld bisher vor allem mit dem Verkauf virtueller Güter wie einem Traktor oder Saatgut bei der Bauernhof-Simulation "Farmville". Pincus hatte bereits damit angefangen, die Abhängigkeit von diesen Klassikern zu verringern. In der Hoffnung auf neue Einnahmequellen stößt Zynga verstärkt ins Online-Glücksspiel vor. Zudem versucht sich das Unternehmen bei Smartphone-Spielen. Um in diesem Bereich aufzuholen, hatte Zynga die Spielefirma OMGPOP gekauft - es wurde jedoch eine teure Fehlinvestition. Zynga schnappte sich den Entwickler des Spiels "Draw Something", bei dem man Bilder erraten muss, im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt von dessen Erfolgsgeschichte. Entsprechend hoch war der Preis mit 180 Millionen Dollar. Doch die Nutzer liefen unter Zynga-Regie davon, und so mussten auch viele OMGPOP-Mitarbeiter gehen.

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