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Farmville in der Krise: Hersteller Zynga laufen die Spieler weg

26.07.2013, 17:07 Uhr | jr / nic, dpa

Farmville in der Krise: Hersteller Zynga laufen die Spieler weg. Farmville Social Game von Zynga (Quelle: Zynga)

Farmville Social Game von Zynga (Quelle: Zynga)

Die Krise beim Spiele-Entwickler Zynga nimmt immer größere Ausmaße an. Im vergangenen Quartal gab es Einbrüche auf ganzer Linie und rote Zahlen. Der neue Chef Don Mattrick will das Steuer herumreißen, sieht dabei aber das Glücksspiel nicht mehr als Heilsbringer. Zynga hatte mit Spielen für das Social Network Facebook den Aufstieg geschafft und hatte im Dezember 2011 einen milliardenschweren Börsengang hingelegt. Doch zuletzt zogen sich viele Spieler zurück, was dem Unternehmen einen Umsatzrückgang einbrockte.

Zynga: Einst das Synonym für Spielen auf Facebook

Dem Spiele-Entwickler Zynga, der mit Online-Games wie Farmville groß wurde, laufen die Nutzer davon. Im zweiten Quartal zogen die Spiele des Unternehmens 187 Millionen aktive Nutzer im Monat an. Das waren 39 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und gut ein Viertel weniger als noch im ersten Vierteljahr. Die Abwanderung schlug sich drastisch in den Geschäftszahlen nieder. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 230,7 Millionen Dollar ein, wie Zynga nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen verbuchte rote Zahlen von 15,8 Millionen Dollar nach einem Verlust von 22,8 Millionen vor einem Jahr. Am Freitag brach daraufhin die Aktie um 18 Prozent ein.

Gravierender Popularitätsverlust

Zynga war einst mit Facebook-Spielen wie Farmville oder Cityville sehr erfolgreich, schaffte es jedoch nicht, mit neuen Hits daran anzuknüpfen. Inzwischen haben die Zynga-Games auch beim weltgrößten Online-Netzwerk an Popularität verloren, während viele Spieler zu Konkurrenz-Angeboten abgewandert sind. Zynga hatte vor kurzem mehr als 500 Mitarbeiter entlassen und Gründer Marc Pincus an der Spitze durch den Ex-Xbox-Chef Don Mattrick ersetzt. Unter seiner Regie war Microsofts Xbox zur marktführenden Spielekonsole geworden.

Aktuelle Spiele-News

    Zynga setzt auf die Social Games-Karte

    Mattrick setzt jetzt erste eigene Akzente: Zynga zog den Antrag auf eine Glücksspiel-Lizenz in den USA zurück. Die größten Chancen lägen in kostenlosen Social Games, hieß es - das ist das bisherige Kerngeschäft. Mattrick kündigte an, er werde in den kommenden drei Monaten die Firmenstruktur und die heutigen Spiele auf den Prüfstand stellen. "In unserem Geschäft gibt es immer mehr Möglichkeiten, aber wir verpassen das Wachstum der Plattformen bei Apple, Google und Facebook", räumte Mattrick ein. Pincus setzte massiv auf das Glücksspiel, um das Steuer herumzureißen. Jetzt hieß es, man werde zunächst einmal den ersten Test in dem Bereich in Großbritannien beobachten.

    Mobile Gaming: Trend zu spät gesehen

    Von den monatlichen Zynga-Nutzern greifen rund 129 Millionen auf Web-Games zu und etwa 57 Millionen auf die mobilen Varianten. Diese Verteilung gibt einen Hinweis auf den Ursprung der Zynga-Probleme: Während immer mehr Menschen auf Smartphones und Tablets spielen, konnte Zynga sie nicht begeistern.

    Das Unternehmen war sich des Problems im mobilen Bereich zwar bewusst, doch die teure Übernahme des Spiele-Studios OMGPOP, die es lösen sollte, machte die Lage nur schlimmer. Zynga kaufte die kleine Firma auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Spiels "Draw Something". Entsprechend hoch fiel der Kaufpreis mit 180 Millionen Dollar aus. Doch schon kurz nach der Übernahme verging den Spielern die Lust am Bilderraten, die Nutzerzahlen brachen ein. Im Juni wurde das New Yorker Studio als Teil der Sparmaßnahmen geschlossen.

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