Test Deus Ex: The Fall | Action-Rollenspiel | iOS
Deus Ex: The Fall - Ein Touch Science-Fiction29.07.2013, 15:25 Uhr | Olaf Bleich (jr / nic), Medienagentur plassma
Als Square Enix "Deus Ex: The Fall" ankündigte und erstes Teaser-Material vorzeigte, hofften viele Gamer auf einen neuen großen Teil der Science-Fiction-Saga für Spielkonsolen und PC. Als dann "lediglich" ein neues Spiel für iOS-Geräte am Ende der Hoffnungskette stand, war die Enttäuschung zunächst einmal groß. Zu Unrecht, denn "Deus Ex: The Fall" ist ein ausgezeichnetes Action-Rollenspiel, das selbst eingefleischten Fans nur wenig Spielraum zur Kritik lässt.
Die Zukunft in "Deus Ex: The Fall" ist dunkel und finster - fast wie im Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner". Das Spiel knüpft inhaltlich an die Geschehnisse seine Konsolen- und PC-Vorläufers "Deus Ex: Human Revolution" an. Kurz nach dem Angriff auf Sarif Industries wird Söldner Ben Saxon von seinen eigenen Leuten hintergangen. Sein Pech: Er war einer groß angelegten Verschwörung auf der Spur. Das Problem: Viele Menschen - und Ben ist einer von ihnen - sind auf den Impfstoff Neuropozyn angewiesen, damit die Augmentierungen genannten biotechnischer Prothesen und Implantate nicht vom Körper abgestoßen werden. Ein Impfstoff-Entzug ist gleichbedeutend mit dem Tod. Fatalerweise werden die Vorräte immer knapper, und so ist es Bens Aufgaben im Spiel, die Ursache für die Engpässe ausfindig zu machen - und zu beheben.
"Deus Ex: The Fall" ist zwar technisch weniger aufwendig inszeniert als seine Großkonsolen-Vorgänger, zeigt aber auch so, wohin die Reise in Sachen Mobile Gaming geht. Es fängt die düstere Atmosphäre perfekt ein, glänzt dabei mit schönen Umgebungen und teils beeindruckenden Lichteffekten. Auch wenn manche Figur ein wenig hölzern aussieht, so ist "Deus Ex: The Fall" eines der wohl grafisch ausgereiftesten Spiele für iOS-Geräte.
Viele Tablet- und Smartphone-Spiele scheitern an der Umsetzung der Steuerung. "Deus Ex: The Fall" dagegen spielt sich über weite Strecken sehr handlich. Man hat zum Beispiel die Wahl, ob man mit den seitlichen Digital-Sticks spielt oder doch lieber die Position durch das Tippen auf den Bildschirm wechselt. Ähnlich wie in "Deus Ex: Human Revolution" gibt es auch in dem iOS-Ableger ein ordentliches Deckungssystem. Per Doppelklick bringt sich Ben in Sicherheit und wechselt flink zwischen verschiedenen Mauern hin und her. Steuert man den Helden aus der Ich-Perspektive, zoomt die Kamera in Grabkämpfen heraus und zeigt den Helden aus der Verfolger-Ansicht. Dadurch hat man eine sehr viel bessere Übersicht.
So funktioniert besonders das Anschleichen an die durchschnittlich clever agierenden Wachen wirklich klasse. In ruhigen Momenten gibt einem das Spiel ausreichend Zeit, um die Feinde lautlos auszuschalten. Wird man allerdings entdeckt, stellt einen "Deus Ex: The Fall" vor knifflige Herausforderungen. Trotz Zielfunktion ist die Steuerung in hektischen Schusswechseln arg unpräzise, sodass Ben oftmals erst mehrere Treffer kassiert, ehe er selbst zum Gegenangriff ansetzt. Hier zeigen sich dann doch die Grenzen der Touchscreen-Mechanik.
Ansonsten aber gibt sich "The Fall" keine Blöße. Wie bei seinem großen Bruder steuert man einen Spezial-Agenten, dessen Augmentierungen die besten Waffen im Kampf gegen Wachleute und Roboter sind. Über Praxis-Punkte rüstet man die eigenen Fähigkeiten auf, erhält beispielsweise zusätzliche Funktionen zur Tarnung, verbessert die eigene Gesundheit oder erleichtert sich das Hacken von Schlössern und Terminals. Für die ganz Ungeduldigen gibt es einen Ingame-Shop, mit dem man die Fähigkeiten-Punkte für echtes Geld nachkaufen kann. Dies ist grundsätzlich aber nicht notwendig - "Deus Ex: The Fall" ist auch ohne den Einsatz der Kreditkarte gut und problemlos spielbar.
Zu den Augmentierungen gesellt sich in "The Fall" ein umfangreiches Inventarsystem. Hier rüstet man Waffen mit Extras wie Schalldämpfer oder zusätzlichen Magazinen aus. Zudem gibt es Hilfsmittel wie Minen oder EMP-Granaten, falls einmal schwer gepanzerte Truppen anrücken. Das Inventar ist einfach zu bedienen und sehr übersichtlich. Besonders auf dem iPad kommt dem Spiel der große Bildschirm sehr zugute. Die Sprachausgabe in "Deus Ex: The Fall" ist auf Englisch und durchweg auf hohem Niveau. Als Hilfestellung gibt es deutsche Untertitel. Die im Spiel verteilten Nachrichten, Briefe und E-Books sind allerdings durchweg auf Deutsch.
Die größte Stärke von "Deus Ex: The Fall" ist die spielerische Freiheit, die einem das Action-Rollenspiel immer wieder gewährt. Schleichen oder ballern - die entscheidende Frage lässt sich variabel beantworten. Die Areale sind zwar nicht ganz so groß wie in "Deus Ex: Human Revolution" oder gar in "Crysis 3". Trotzdem gibt es häufig versteckte Lüftungsschächte oder verriegelte Gänge, die Ihnen eine alternative Route zum nächsten Wegpunkt eröffnen. Dadurch lassen sich immer wieder Konflikte umgehen, wodurch die unpräzise Steuerung nicht zu sehr ins Gewicht fällt. Auch innerhalb der Handlung gibt es Wahlmöglichkeiten. Bereits in der Einführungsmission entscheidet man über Leben und Tod einer Zielperson. Diese moralischen Dilemmas sind ein Garant für Spannung und manch inneren Konflikt.
Auch wenn Deus Ex: The Fall nur sechs Stunden lang ist, steht es seinen großen Brüdern in nichts nach: Augmentierungen, Wahlmöglichkeiten und Technik stimmen und liefern ein so spannendes wie forderndes Science-Fiction-Abenteuer in der von Transhumanismus geprägten Dystopie von Deus Ex.
Während das Schleichen mit dem Touchscreen gut funktioniert, gerät man beim Zielen doch gelegentlich ins Straucheln. Trotz Hilfefunktionen sind Feuergefechte die große Schwachstelle von "Deus Ex: The Fall". Sie enden aufgrund der unpräzisen Navigation oftmals im Neustart.
Alles in allem ein gelungener Mobile Games-Einstand: "Deus Ex: The Fall" ist ein klasse Action-Rollenspiel-Mix, der Stimmung und Spielprinzip früherer Ableger gekonnt auf Tablets und Smartphones bringt. Und ist daher - trotz der kniffligen Baller-Action - eine Empfehlung wert.
Titel: Deus Ex - The Fall
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher:Square Enix
Hersteller:N-Fusion / Eidos Montreal
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 6 Euro
System: iOS (iPhone 4S, iPhone 5, iPod Touch 5. Generation), iPad (3. Generation), iPad Wi-Fi + 4G, iPad (4. Generation), iPad Wi-Fi + Cellular (4. Generation), iPad mini und iPad mini Wi-Fi + Cellular)
USK-Freigabe: Nicht geprüft (Download-Spiel)
Wertung: Sehr gut
29.07.2013, 15:25 Uhr | Olaf Bleich (jr / nic), Medienagentur plassma
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