Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Reportage Silver Gamer: Man ist nie zu alt zum Zocken

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Man ist nie zu alt zum Zocken: Die Silver Gamer sind auf dem Vormarsch

31.07.2013, 10:23 Uhr | (jr / nic), dpa-tmn

Reportage Silver Gamer: Man ist nie zu alt zum Zocken. Nie zu alt zum Zocken: Computerspiele für Senioren - Action mit der Wii (Quelle: Nintendo)

Nie zu alt zum Zocken: Computerspiele für Senioren (Quelle: Nintendo)

Computerspiele werden noch immer mit Teenagern oder jungen Erwachsenen assoziiert. Doch die Älteren ziehen nach: Vor allem Tablet und Smartphone haben den Einstieg in die Spielewelt so leicht wie nie gemacht. Oft fehlt es ihnen nur an Gleichgesinnten.

Silver Gamer: Senioren entdecken virtuelle Spielwelten

Was die Nutzerzahlen angeht, können sie mit denen der Jüngeren noch nicht mithalten. Und doch gibt es sie: die "grauhaarige Spielergeneration", wie sie in einer Studie betitelt wird. "Ältere spielen durchaus, wenn auch nicht in Massen", beschreibt Professor Jörg Müller-Lietzkow von der Uni Paderborn das Phänomen. In den kommenden Jahren könnte die Zahl der älteren Spieler sogar weiter zunehmen: Denn die Gruppe derjenigen, die mit Konsolen aufgewachsen sind und regelmäßig spielen, wird älter. So wächst auch die Menge derer, die sich auch als Rentner noch in virtuelle Spielewelten wagen.

Schon in den vergangenen Jahren zeigte sich, dass diejenigen, die der "Generation C64" oder "Generation Atari" zugeordnet werden können, mit dem Älterwerden weiterspielen. Kein Wunder: Viele Spielearten aus dieser Zeit sind heute wieder als sogenannte Browsergames verfügbar. Laut den Daten des Branchenverbands Bitkom aus diesem Jahr spielt jeder Dritte (35 Prozent) in Deutschland ab 14 Jahren Videospiele oder Computerspiele. Bei den Befragten der Altersgruppe 50 bis 64 Jahre ist es knapp jeder Fünfte (18 Prozent).

Spiele 
Werden Sie Fan!

Gewinnspiele, News, Trailer, Onlinegames und mehr: Besuchen Sie uns auf Facebook und... Das Spiele-Portal von t-online.de bei Facebook

Serious Games: Lern- und Logikspiele werden bevorzugt

In den meisten Fällen kommen die sogenannten Serious Games bei den Älteren gut an: Das sind zum Beispiel Lern- und Logikspiele sowie Gedächtnistraining. "Viele haben sich den Nintendo DS nur deshalb gekauft, weil darauf 'Dr. Kawashimas Gehirnjogging' lief", sagt Linda Breitlauch, Professorin für Gamedesign an der privaten Games Academy Hochschule in Berlin. Klassische Gesellschaftsspiele wie Skat, Poker oder Schach sind ebenfalls beliebt. "Aber auch Blockbusterspiele wie 'World of Warcraft' werden genutzt." Eine qualitative Studie aus dem Jahr 2009 ergab, dass die Hälfte der Befragten solche Online-Rollenspiele nutzte. Die andere Hälfte spielte eher offline. Befragt wurden 21 Spieler zwischen 35 und 73 Jahren.

Ballerspiele sind eher etwas für Jüngere

Nur wenig Anklang finden Ego-Shooter. Vor allem in den Mehrspieler-Modi sind dort nur wenige Ältere vertreten: "Gegen die Jüngeren haben sie einfach keine Chance. Schon ab 25 Jahren lässt die Reaktionszeit nach", sagt Breitlauch. "Viele Titel sind von der Erzählstruktur und der Spielmechanik außerdem auf Jüngere ausgerichtet", ergänzt Professor Thorsten Quandt. Die Industrie habe sich bislang noch nicht so weit vorgewagt, Spiele speziell für die Silver Gamer auf den Markt zu bringen, so der Kommunikationswissenschaftler der Uni Münster.

Spielen lernen via Tablet oder Smartphone

Abgeholt wird die ältere Generation derzeit in erster Linie über Spiele, die auf dem Tablet-PC oder dem Smartphone laufen. "Dort findet eine Renaissance von alten Klassikern sowie Brett- und Kartenspielen statt", sagt Müller-Lietzkow. Populär sind etwa Titel wie Tetris oder Angry Birds. Zum einen nehme die Zahl solcher Spiele zu. Zum anderen machten mobile Spiele es leicht, sie auszuprobieren: Sie sind günstig, dienen als Pausenfüller und können jederzeit abgebrochen werden. "Spiele wie 'Tomb Raider' sind für solche Leute zu weit weg." Die Scheu, sich eine Spielkonsole oder einen PC anzuschaffen, sei einfach größer: "Denn da muss ich mich wirklich fragen: Will ich das?", sagt Müller-Lietzkow, der Professor für Medienökonomie ist.

Tablets punkten vor allem in Sachen Bedienbarkeit: "Die Hemmschwelle vor zu viel Technik und langwieriger Installation ist dadurch gesunken", stellt Breitlauch fest. Außerdem sei ein Touchscreen leichter zugänglich als die Bedienung über Tastatur oder Controller. Ähnlich unkompliziert ist nur die Wii von Nintendo, sagt die Expertin: "Da wurde eine andere Metapher gewählt und die ältere Zielgruppe mit Hilfe der Fernbedienung perfekt abgeholt."

Einstieg über jüngere Familienmitglieder

Den Einstieg in die Welt der Computerspiele finden viele Ältere über die Familie: "Meist ist es so, dass die Technologie von den Kindern mit nach Hause gebracht wird", sagt Quandt. Computerspiele funktionieren so als das verbindende Element zwischen den Generationen - und auch die Enkel finden es cool, wenn Opa zockt. Senioren sollten sich deshalb nicht scheuen, deren Expertenwissen anzuzapfen: "Lassen Sie sich das von den Jüngeren zeigen. Spiele wie Fußballmanager sprechen zumindest fast alle Männer an", sagt Müller-Lietzkow. Ohne Druck oder den Drang, mithalten zu wollen, könnten sich Ältere auf diese Weise ganz entspannt überlegen: Macht mir das Spaß? "Bloß nicht denken: 'Wer nicht spielt, ist out.' Das ist doch Quatsch", findet Müller-Lietzkow.

Gemeinsame Sache mit den Enkeln zu machen, ist für Großeltern nicht nur eine schöne Sache - ihnen bleibt auch nicht viel anderes übrig. Diesen Eindruck hinterlässt zumindest die qualitative Studie über die älteren Spieler: Die Befragten gaben an, sowohl bei Partnern als auch bei Gleichaltrigen auf wenig Verständnis für ihr Hobby zu stoßen. Viele Ältere organisieren sich bei Online-Rollenspielen daher in sogenannten Gilden und Spieleforen, hat Professor Breitlauch beobachtet. Sie glaubt aber auch, dass es in Zukunft mehr Spieletitel geben wird, die gezielt Ältere ansprechen. "Und auch die Altersheime könnten noch ein Markt werden", sagt Müller-Lietzkow. Dort kämen vor allem Spiele zum Einsatz, die Motorik und Gleichgewicht trainieren.

News, Tests & Previews, Demo-Downloads, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von T-Online Spiele!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige


Anzeige
shopping-portal