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Test zu "Battlefield 4": Die hohe Kunst der Zerstörung

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Test Battlefield 4 | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One  

Die hohe Kunst der Zerstörung

02.11.2013, 08:32 Uhr | Benjamin Kratsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu "Battlefield 4": Die hohe Kunst der Zerstörung. Battlefield 4 Ego-Shooter von Dice (Quelle: Electronic Arts)

Battlefield 4 (Quelle: Electronic Arts)

Es ist die erste Minute in der Einzelspieler-Kampagne von Battlefield 4, dem lang erwarteten Ego-Shooter für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One. Und schon klopft das Herz, möchte man helfen, kann aber nicht. Protagonist Recker ist mit seinen Kollegen Pac, Irish und Dunn in einem Jeep eingeschlossen, der immer tiefer im Meer versinkt. Das Wasserpegel steigt und steigt - und die angsterfüllten Gesichter der Insassen - teils eingeklemmt und verletzt - machen klar: Hier wird nicht jeder lebend herauskommen. Es ist der Wahnsinn: In Sachen Atmosphäre und Grafikdarstellung haut Battlefield 4 selbst gestählte Spiele-Veteranen von Anfang an um. Doch was hat das potenzielle Meisterwerk sonst noch zu bieten? Unser Test klärt auf.

Battlefield 4: Starke Charaktere, klischeebehaftete Geschichte

Worum geht’s in der Solo-Kampagne? Ein chinesischer General schiebt den USA den Mord an einem politischen Führer in die Schuhe, holt die Russen mit ins Boot und will einen neuen Weltkrieg anzetteln. Das ist eine ziemlich altbackene Hollywood-Schablone - bei der Geschichte hätte sich Entwickler Dice wirklich mehr Mühe geben können. Dafür punkten die Schweden mit sehr starken, weil authentisch wirkenden Charakteren. Man spürt ihre Angst, wenn sich ein Tor öffnet und sie jederzeit den eigenen Tod befürchten müssen.

Und sie machen Fehler - so wie Pac, der vor Aufregung in einem Shanghaier Hochhaus den Knopf für das falsche Stockwerk drückt. Das hat schwerwiegende Konsequenzen: Als sich die Tür öffnet, starrt das Team plötzlich in die Läufe von dreißig schwerbewaffneten chinesischen Elitesoldaten. Das sind kleine Details, doch so heben sich die Charaktere angenehm von den Kollegen aus "Call of Duty: Ghosts" ab, die beinahe schon wie Maschinen ihr Todeshandwerk abspulen.

Trailer zur Kampagnen-Story von Battlefield 4

Soldaten, Explosionen und die erste kämpfende Frau an der virtuellen Front der Battlefield-Serie.

Soldaten, Explosionen und die erste Frau in Battlefield.


Die Solo-Kampagne: Ein Hauch von "Open World"

Spielerisch bietet der Story-Modus kaum Überraschungen: VIPs eskortieren, Panzer flambieren, schöne Grüße aus dem Scharfschützengewehr verteilen, Kampfhubschrauber mit Stinger-Raketen vom Himmel holen, Minen legen, ballern, ballern und nochmals ballern - alles drin, alles dran, alles spaßig, aber letztlich eben bekannt. Deutlich spannender ist es, wie wie Dice Mehrspieler-Elemente aus dem Vorgänger für die Kampagne adaptiert. Battlefield 4 mutiert dabei nicht zur Sandbox, nicht zur offenen Welt wie ein "Far Cry 3". Aber es wechseln sich deutlich spürbar klassische Adrenalin-getriebene Hollywood-Momente mit der Action in weitläufigen Level-Arealen ab.

Eine Prise Taktik-Shooter

Wenn ganze Flugzeugträger auseinanderbrechen, Kampfbomber eingreifen oder sich halb China auf der USS Titan versammelt, dann wirkt das bombastisch. Doch das Chaos ist nie weit weg: Ein paar Treppen weiter stößt man auf ein paar Gaskanister oder auch Halteseile aus Stahl. Schießt man die durch, rutschen die F35-Kampfjets übers Deck und nieten jede Menge Feindgesindel um.

Die Level machen keinen beengten Eindruck, sondern sind vielmehr offen gestaltet. So fühlt sich der Vorplatz einer gewaltigen Baustelle mit unfertigen Wolkenkratzern in Baku sehr weitläufig, ja beinahe schon wie ein Ausschnitt einer Multiplayer-Karte an. Die Rambo-Taktik funktioniert natürlich immer, spaßiger ist es aber, neue Wege zu suchen. Warum nicht einfach mal im Westen durch eine Baustelle schleichen, wie Splinter Cell-Held Sam Fisher einige Patrouillen mit dem Messer ausschalten und dem Feind knallhart in die Flanke fallen? Ein tolles Element, das zu einem hohen Wiederspielwert führt.

Grafik-Hammer

Die Entwickler verdienen größte Anerkennung für die Darstellung der Figuren in Battlefield 4. Die Mimik und Gestik ist großartig. Irish ist dafür das beste Beispiel: Er klappert schon mal sichtbar mit den Zähnen oder beißt sich vor Aufregung auf die Lippen. Das wirkt richtig menschlich, nicht nur wie eine virtuelle Polygon-Figur. Der Rest sieht ebenfalls klasse aus: die kleinen Blasen im Wasser, die Fische, die beinahe gegen die Windschutzscheibe krachen und die scharfen Texturen der Lederbezüge eines SUVs.

Die Grafikkrone sichert sich Battlefield 4 mit Leichtigkeit - und zwar auf PC und Playstation 4. Die PC-Version liegt insgesamt vorne, hat einen höheren Farbraum, die Texturen sind deutlich schärfer und das Lichtspiel wirkt intensiver. Aber auch wer plant, eine Next-Gen-Konsole zu kaufen, der wird von dem Quantensprung von PS3 auf PS4 förmlich weggeblasen. Die Xbox-One-Fassung stand uns zum Testen leider nicht zur Verfügung.

Der Multiplayer-Modus: Fantastische Karten, clevere Ideen

Es ist faszinierend, wie offen Dice sein Spiel designt hat und wie brillant diese "Levelution" getauften Momente die ganze Geschwindigkeit, ja den Spielstil und mitunter sogar das Design einiger Mehrspieler-Karten verändern. Steigt auf der "Flood Zone"-Map beispielweise die Flut, dann ändert sich alles: Geschwindigkeitsgefühl, Kartenlayout, Taktiken. Wo man vorher mit einem Panzer auf das Gelände einer Chemieanlage gerollt wäre, bildet sich jetzt eine Art Inselgruppe: Chemieanlage, Tankstelle, Depot und Stadtviertel waren vorher durch Straßen verbunden, jetzt sind die Flaggenpunkte nur noch mit Kanonen-Schiffen respektive Schlauchbooten zu erreichen. Das ändert auch die Geschwindigkeit: Boote sind rar; die Spieler müssen von einem zum anderen Punkt schwimmen oder sich von Helikoptern ins Einsatzgebiet fliegen lassen.

Dynamische Shooter-Schauplätze

Spannenderweise findet sich diese Dynamik im Leveldesign auf jeder Karte. Mehr als einmal sind es Kleinigkeiten, die aber durchaus spielentscheidend sein können. So wie die Poller, die sich auf "Siege of Shanghai" hochfahren lassen, um die Brücke zum Wolkenkratzer für Panzer unpassierbar zu machen. Immer wieder lassen sich Gebäudeteile sprengen, etwa das Kommandozentrum auf der Karte "Operation Locker": Das Gefängnisareal ist klar auf Infanteriegefechte ausgelegt, und insbesondere Scharfschützen machen es sich gerne in dem mittleren Turm auf einer Empore gemütlich. Feuern Sie mit einem Raketenwerfer auf die stützenden Träger, kippt die Plattform zur Seite, begräbt die Scharfschützen unter sich und versperrt gleichzeitig einen der Hauptzugangswege.

Zudem sind die Karten äußerst fair designt, kein Teilnehmer hat einen dauerhaften, eindeutigen Vorteil. Auch das veränderte Klassensystem sowie die Zielvisiere für Scharfschützen, die jetzt deutlich mehr Zoom einsetzen können, machen das Spiel unberechenbarer und sorgen für locker 100 Stunden Spielspaß und mehr. 

Was uns gefällt

In der Kampagne punkten die Charaktere mit einer Authentizität, die im Shooter-Genre ihresgleichen sucht. Zudem sind die Missionen herrlich abwechslungsreich. Dice versteht es, immer wieder zwischen Hollywood-reifen Momenten, in denen das Adrenalin pumpt, und ruhigeren Passagen zu variieren.

Letztlich ist aber der Multiplayer-Part das große Highlight des Spiels: Jede Karte hat ihre Spezialitäten und trumpft mit besonderen Momenten auf. Das können Kleinigkeiten sein wie ein Metalldetektor, der Alarm schlägt, wenn jemand mit einer Waffe durch ihn durch rennt und so das eigene Team warnt. Funktürme, die ganze Forschungsstationen zertrümmern und das komplette Kartenlayout ändern. Oder auch einfach nur Gefängnistore, die sich auf Knopfdruck schließen lassen, um den Gegner in eine Falle zu locken. Grafisch bekommen PC-Spieler die beste und schärfste Battlefield-4-Version mit super-edlen Lichtreflektionen, aber auch PS4-Spieler erleben einen gewaltigen Sprung von der alten Konsolen-Generation auf die neue. 

Was uns nicht gefällt

Battlefield 4 hat reichlich gute Ideen für seine Geschichte, setzt diese aber viel zu inkonsequent um. Da wäre beispielsweise Dima, ein russischer Soldat aus dem Vorgänger. Mit diesem Charakter hätte man spielen können, hätte die Ereignisse aus seiner Sicht Revue passieren lassen können. Stattdessen gibt’s nur einen kleinen Dialog und einen bleihaltigen Gefängnisausbruch. Schade drum. 

Fazit

Bei Battlefield 4 stimmt das Gesamtpaket: Hier treffen ein gnadenlos guter Multiplayer-Modus mit cleveren Ideen auf eine Solo-Kampagne, die trotz gewisser dramaturgischer Schwächen richtig Laune macht. Die Grafik ist wunderschön, der Sound rockt. Klarer Kauftipp!

Infos zum Spiel

Titel: Battlefield 4
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Electronic Arts
Hersteller: Dice
Release-Termin: 31. Oktober 2013 (PS3, Xbox 360, PC), 21. November 2013 (Xbox One), 28. November 2013 (PS4)
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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