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"Call of Duty: Ghosts" im Test: Ein Hollywood-Kracher zum Mitspielen

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Test Call of Duty: Ghosts | Ego-Shooter | PC, PS3, Xbox 360, Wii U, PS4, Xbox One  

Hollywood-Blockbuster zum Mitspielen

06.11.2013, 15:09 Uhr | Benjamin Kratsch (nic / tz), Medienagentur plassma

"Call of Duty: Ghosts" im Test: Ein Hollywood-Kracher zum Mitspielen. Call of Duty Ghosts Ego-Shooter von Infinity Ward (Quelle: Activision)

Call of Duty Ghosts (Quelle: Activision)

Schnelle, harte Action, Adrenalin-Attacken im Sekundentakt und tonnenweise spektakuläre Hollywood-Momente – so lässt sich die Solokampagne des Ego-Shooters "Call of Duty: Ghosts" für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii U und PC treffend beschreiben. Und wenn man die durch hat, geht der Spaß im umfangreichen Multiplayer-Modus erst richtig los. Ist das neue Werk von Entwicklerstudio Infinity Ward die Erfüllung aller Shooter-Träume? 

Angriff auf die USA

Als südamerikanische Elitekommandos die orbitale Waffenplattform ODIN entern und deren kinetisches Arsenal gegen US-Metropolen wie San Diego, Washington, Las Vegas und Los Angeles richten, bricht eine Bildgewalt über den Spieler herein, die locker mit Roland Emmerichs Apokalypse-Drama "2012" mithält. Die rund achtstündige Einzelspieler-Story von Call of Duty: Ghosts setzt von der ersten Minute an auf fulminante Nonstop-Action: Straßen reißen auf, ganze Villenviertel rutschen Hänge hinab – und Sie erleben aus Sicht des Amerikaners Logan, wie Ihr Bruder Hash durch das brennende Haus der Familie stolpert und die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika kurz darauf von Südamerika überrannt werden.

Fast-Food-Plot

Warum ein Staatenverbund aus Mexikanern, Brasilianern und Venezolanern so einen Hass gegen die Vereinigten Staaten hegt und mit massiven Panzerverbänden an kalifornischen Stränden landet, wird allerdings eher notdürftig erklärt. Sie dürfen hier also in etwa die Story-Tiefe eines durchschnittlichen Hollywood-Actionstreifens erwarten: Alles funktioniert, es gibt einen Grund für die Geschehnisse – aber letztlich dient die Geschichte nur als Basis für steil inszenierte Action, in der Logan und Hash als Teil des Team Ghosts zu furchtlosen Elitesoldaten hochstilisiert werden.

"Harte" Jungs, dicke Knarren und Megan Fox

Der Live-Action-Trailer zum neuen Ego-Shooter von Infinity Ward und Activision - Call of Duty: Ghosts.

"Harte" Jungs, dicke Knarren und Megan Fox


Dauerfeuer mit Überraschungsmomenten

"Call of Duty" bleibt sich auch im neuesten Serienableger treu: Mit Raketenwerfern holen Sie Helikopter aus der Wolkendecke, mit Scharfschützengewehren schalten Sie die Wachposten eines Atombunkers bei Nacht aus und für alle anderen Situationen gibt es das Sturmgewehr. Das kennt man, das macht Spaß und schüttet jede Menge Adrenalin aus. "Ghosts" schafft es aber auch immer wieder, zu überraschen. Beispielsweise als die Ghosts-Einheit gerade den Machthaber Venezuelas, General Alamo, in Caracas fassen will, plötzlich jemand den Staudamm vor der Stadt hochjagt und millionen Liter Wasser wie fließende Kugeln durch die Straßen schießen. Panzer werden mitgerissen und zerstören Häuser, Soldaten wirbeln durch die Wellen, Stürme ziehen auf – die Atmosphäre wechselt, wird düsterer. Und plötzlich muss der Spieler mit einem Kampfmesser im Mund durch die Fluten tauchen, immer wieder verirrte Patrouillen erledigen und sich letztlich der Leibwache des Despoten stellen. 

Tolle Next-Gen-Optik – mit Nachteilen für Microsoft

Solche dramatischen Situationen gibt es ständig: Angriffe auf Ölplattformen, die während des Zugriffs anfangen in die Luft zu fliegen. Oder Tauchmissionen, in denen Ihnen Haie ins Bein beißen und plötzlich Wasserbomben die Unterwasserwelt durchwirbeln. Auf der Playstation 4 sieht das richtig klasse aus: Knackscharfe Texturen, lebensechte Gesichter und eine lebendige Umwelt sorgen für ein noch intensiveres Spielgefühl als auf PS3 und Xbox 360. PC- und Xbox-One-Fassung standen auf dem Vorab-Test-Event in London leider nicht zur Verfügung. Allerdings hat Infinity-Ward-Chef Mark Rubin jüngst auf Twitter bestätigt, dass die Version für Xbox One lediglich in einer Auflösung von 720p (1280x720 Bildpunkte) berechnet und dann auf 1080p (1920x1080) hochskaliert wird. Die PS4-Fassung hingegen erstrahlt direkt in prachtvoller Full-HD-Optik und bietet somit das schärfere Bild.

Der Multiplayer-Modus: Alles drin, alles dran

Haben Sie die Einzelspieler-Kampagnen beendet, wartet ein enorm umfangreicher Mehrspieler-Part auf Sie. Ghosts geht hier wieder zurück zu den Wurzeln – weg von den sekündlichen Raketenbombardements aus dem Vorgänger "Call of Duty: Black Ops 2", hin zum direkten Duell Spieler gegen Spieler. Folgerichtig haben die kalifornischen Entwickler ihre Killstreak-Abschuss-Serien stark heruntergefahren. Helikopter, aus denen man sich als Sniper-Schütze betätigt, gepanzerte Kampfanzüge und Kampfhunde sind zwar auch stark, dienen aber eher der Unterstützung. Cool: Die Perks - individuelle Verbesserungen, die im Multiplayer-Modus von allen Spielern genutzt werden – lassen sich jetzt völlig beliebig kombinieren. Dabei ist es wichtig, für jede der 14 Karten genau die richtigen Boni einzupacken. Die Highway-lastige Karte "Chasm" in Los Angeles setzt zum Beispiel voll auf vertikales Spielgeschehen; hier bietet es sich an ein Perk mitzunehmen, das den Fallschaden erhöht. "Octane" wiederum arbeitet mit sehr weitläufigen, großen Straßen in einem Ausschnitt von Las Vegas – da ist das Sprint-Perk nützlich. Weitere Multiplayer-Schauplätze sind unter anderem ein Football-Stadion in San Diego oder die Militärbasis Overlord. 

Voll cranked!

Die neuen Mehrspieler-Modi lassen sich zwar grundsätzlich auf jeder Karte spielen, es gibt aber immer wieder einige Maps, die sich besonders gut für eine spezielle Spielvariante eignen: In "Blitz" gilt es etwa, durch Teleportations-Tore zu rutschen – dafür sind die eisigen Gefilde der atmosphärischen Karte "Whiteout" perfekt. In neuen und besonders unterhaltsamen Modus "Cranked"– eine Hommage an den Action-Streifen "Crank" mit Jason Statham – bleiben Ihnen nach einem Abschuss nur 30 Sekunden Zeit, um den nächsten Gegner zu erwischen. Schaffen Sie das nicht, explodiert Ihre C4-Weste. Nervenaufreibend und extrem spannend! 

Extinction-Modus: Besser als die Zombie-Invasion?

Der Zombie-Modus aus Black Ops 2 war als eigene Kampagne designt. Der neue Koop-Modus "Extinction" geht da einen kleinen Schritt zurück: Es gibt keinen eigenen Cast, keine große Geschichte, die in einer kompletten Stadt spielt, sondern lediglich unterschiedliche Karten. In Extinction geht’s deutlich mehr um Taktik, weniger um Improvisationstalent. Es geht nicht darum, Busse mit ein bisschen Holz zu verrammeln, sondern eine konstante Verteidigungsposition aufzubauen, indem man einen Elektrozaun aktiviert. Klassen werden mit Punkten freigespielt; standardmäßig sind das Ingenieur, Waffenspezialist und "Tank". Letzterer bekommt ähnlich wie in Online-Rollenspielen à la "World of Warcraft" 20 Prozent mehr Rüstung, Waffenspezialisten wiederum richten 20 Prozent mehr Schaden an, und der Ingenieur ist der einzige, der einen Bohrkopf tragen kann, um damit Alien-Nester zu zerstören. Der Clou: Es gibt immer verschiedene Alien-Nester, und in den kurzen Pausen, in denen mal keine Welle an schleimigen Außerirdischen über Ihr Team hereinbricht, können Sie für Abschusspunkte überall herumliegendes Equipment wie Gatling-Türme oder Minen aktivieren und Uzis, Sturmgewehre und Scharfschützenwaffen kaufen. Später schalten Sie sogar Kampfhelikopter oder Bombardements durch die Airforce frei – Langzeitspielspaß ist hier garantiert.

Was uns gefällt

Schon spannend, wie unterschiedlich Solo- und Multiplayer-Modus von Call of Duty: Ghosts funktionieren. Die Kampagne ist ein achtstündiger Adrenalinrausch: Sie setzen sich in eine Action-Achterbahn, preschen vom zerstörten Kodak Theatre in Los Angeles nach Las Vegas, dann nach Mexico, anschließend nach Alaska. Die Abwechslung stimmt, die Atmosphäre ist dicht, der Spaßfaktor hoch. Der Multiplayer hingegen kommt ohne diese ganz großen explosiven Momente aus, gewaltige Raketen-Feuerwerke wie in Black Ops 2 gibt es nicht mehr. Infinity Ward konzentriert sich stattdessen deutlich stärker auf die klassischen Mann-gegen-Mann-Duelle. Das wollte die Community so, das bekommt sie – und das ist in Kombination mit den herrlich liebevoll designten Karten und der nahezu perfekten Waffen-Balance wirklich ein Genuss. 

Was uns nicht gefällt

Obwohl sich Infinity Ward mit "Traffic"-Autor Stephen Gagan einen fähigen Mann an Bord geholt hat, lässt die Charaktertiefe der Protagonisten zu wünschen übrig. Mehr als stereotypen Supersoldaten-Unfug bietet das Spiel nicht. Dabei hat die Kampagne gute Ansätze, etwa in Rettungsmissionen. Nur lassen die einen völlig kalt, weil das Team Ghosts kaum vorgestellt wird und man so keine emotionale Bindung zu den Figuren aufbaut. Fast schon bezeichnend, dass Hund Riley, den man ein einer Mission sogar selbst steuern darf, für die emotionalsten Szenen des Spiels sorgt. Eine negative Überraschung sind zudem die technischen Makel der Xbox-One-Version. 

Fazit

Call of Duty: Ghosts ist bildgewaltige und anspruchsarme Baller-Action im Kino-Format, wie sie selbst ein Michael Bay nicht besser inszenieren könnte. Die Versionen für Xbox 360 und PS3 schauen okay aus, richtig intensiv wird’s aber nur auf der PS4. Der starke Multiplayer-Modus nebst cooler Spielvarianten wie "Cranked" oder dem taktisch ambitionierten "Kampf den Aliens"-Koop runden das Shooter-Spekakel gebührend ab. Kurzum: Wer die Traditionsserie mag, dürfte auch Ghosts lieben.

Infos zum Spiel

Titel: Call of Duty: Ghosts
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Activision
Hersteller: Infinity Ward
Release-Termin: 05. November 2013(PS3, Xbox 360, Wii U, PC), 22. November (Xbox One), 29. November (PS4)
Preis: zirka 60-70 Euro
System: PC, PS3, Xbox 360, Wii U,PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr Gut

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