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Xbox One: Das Game-Monster mit den Multimedia-Muskeln

22.11.2013, 12:01 Uhr | Michael Förtsch (jr / ams), Richard Löwenstein, dpa

Xbox One von Microsoft: Das Game-Monster mit den Multimedia-Muskeln. Die neue Microsoft-Konsole Xbox One (Quelle: Microsoft)

Die neue Microsoft-Konsole Xbox One (Quelle: Microsoft)

Wer sich die Xbox One nach Hause holt und das erste Mal Spiele wie Forza Motorsport 5, Ryse und Fifa 14 sieht, der wird große Auge machen. Die neue Konsole aus dem Hause Microsoft allerdings "nur" zum spielen nutzen, das hieße, sie massiv zu unterfordern. Denn die Xbox One, die die acht Jahre alte Xbox 360 ablöst, kann weit mehr als nur Videogames abspielen. Sie taugt als Heimkino-Zentrum, Multimedia-Station und Kommunikationskanal in alle Welt. Das ist ihr großer Vorteil im Vergleich mit Sonys aktuellen Alternativ-Angebot, der PS4. In der Praxis hat die Xbox One allerdings auch ihre Macken. Einer davon ist der Preis. Denn der liegt bei knapp 500 Euro - und damit 100 Euro über dem der Konkurrenz.

Gefälliges Äußeres

Schält man die Xbox One aus ihrer Verpackung, dann fühlt sich das ganz normal an - der magische Effekt wie bei einem Apple-Unboxing fehlt. Als Design-Highlight geht das Microsoft-System nicht durch - es gilt eher das Motto "Form follows Function". Das VHS-Videorekorder-Design mit großen Lüftungsschlitzen ist immerhin praktisch - Probleme mit überhitzenden Konsolen dürften nicht mehr vorkommen.

Zudem passt die Xbox One mit ihrem Mix aus schwarzem Klavier- und Matt-Lack wunderbar zwischen moderne Fernsehgeräten und Settop-Boxen. Zumindest, wenn man es schafft, das backsteinähnliche Netzteil verschwinden zu lassen. Gelungen ist Microsoft die Geräuschreduktion - selbst unter Volllast gibt die Xbox One kaum mehr als ein leises Rauschen von sich - nur bei Installieren von Games wird das Blu-ray-Laufwerk etwas laut.

Unboxing-Video zur Xbox One

Was alles in der Packung der der neuen Microsoft-Konsole steckt.

Was alles in der Packung der Xbox One steckt.


Die in Form einer schmalen Leiste beiliegende Sprach- und Bewegungssteuerung Kinect passt sich optisch gut ins Gesamtensemble ein, allerdings muss man sie mit der beiliegenden Halterung erst so geschickt unterbringen, dass sie zwar in zentraler Position ist, aber nicht störend wirkt. Abkoppeln ist prinzipiell möglich, wirkt sich aber auf Funktionalität und Bedienbarkeit der Konsole sehr negativ aus.

Erst mal updaten

Man kann übrigens sein altes Xbox Live-Konto bei der Einrichtung der Konsole weiter verwenden (der Gamerscore und erzielte Erfolge werden auf Wunsch von der Xbox 360 übernommen) oder im Verlauf des Installationsprozesses direkt ein neues anlegen. Der fragt zudem alle relevanten Datenschutzeinstellungen ab. Optionshäkchen setzen oder nicht, dann noch die Kinect kalibrieren - und gut ist.

Alles verkabelt und loslegen? Schön wär's. Denn ist die Xbox One angeschaltet, muss sie zunächst ein knapp 500 Megabyte großes Update aus dem Internet ziehen und damit "freigeschaltet" werden. Schlecht, wenn man gerade ohne Internet dasteht oder nur über einen langsamen Anschluss verfügt. Das einstige "Anschalten, Spaß haben"-Versprechen der Videospielkonsolen zählt hier nicht mehr. Ohne das Update ist die Konsole quasi funktionslos und dient nur als Designerschmuckstück im Regal. Selbst zum Starttag veröffentlichte Spiele lassen sich nicht starten. Aber ist der Patch nach einigen Minuten geladen und wenigen Sekunden aufgespielt, steht dem Betrieb nichts mehr im Wege.

Grafik und Gefühl ohne Grenzen

Das Gefühl, dass sich der Kauf gelohnt hat, setzt spätestens mit dem Laden des ersten Games ein, denn jetzt lässt die Xbox One richtig die Muskeln spielen. Die optische und akustische Opulenz von aktuellen Titeln überschwemmt einen förmlich. Wenn im Ego-Shooter Battlefield 4 ein Flugzeugträger zerbirst, tausende Funken vor den Augen des Helden umherschwirren, tosende Wellen Jets ins Wasser ziehen, dann droht man fast, die im laufenden Spiel tobende Schießerei zu vergessen.

Im kommenden Actiongame Titanfall - einem zweiten Highlight für die Xbox One - hetzt der Spieler wie ein Akrobat in Kampfmontur über mit Mitspielern aus aller Welt gefüllte Schlachtfelder. Hier feuern, da in Deckung gehen und dann einen riesigen Titan-Roboter - die Galionsfigur des Games - anfordern, in dessen Inneres man steigt, um so gleich mit einer Zwei-Meter-Kanone gegen die Kontrahenten anzugehen. Das alles ist so unglaublich schnell, flink und zackig. Und da "Titanfall" als Exklusivtitel kommt, ist das nur auf der Xbox-Plattform möglich. Schön - allerdings erst ab dem 13. März 2014.

Exklusiv auf Xbox One

Sowieso setzt Microsoft vieles daran, die Käufer mit attraktiven Games zur Xbox One zu locken. Alle Vorbesteller der Konsole - also alle, die die Xbox One vor dem 22. November bestellen - erhalten die Fußballsimulation "Fifa 14" gratis als Download. Rund 40 Gigabyte nimmt das Game auf der 500 Gigabyte umfassenden Festplatte in Beschlag. Dazu kommen dann noch entweder zeitlich befristete oder dauerhafte Exklusiv-Vereinbarungen mit den Spiele-Publishern. Download-Inhalte für das millionenfach verkaufte "Call of Duty: Ghosts" erscheinen zum Beispiel zuerst bei Xbox Live.

Abseits von "Titanfall" und dem schicken Haudrauf-Spektakel Ryse des Frankfurter Entwicklers Crytek sind etliche Exklusiv-Titel für die Xbox One angekündigt. Darunter "Quantum Break", eine grafisch überwältigende Vermengung von Action-Abenteuer und TV-Serie. Auch ein weiterer Teil der Halo-Reihe ist sicher. Und mit Experimenten wie dem Zeitreise-Action-Game "D4" in Zeichentrick-Optik und dem minimalistischen "Diablo"-Klon "Below" sollen auch die Fans von Independent-Games gelockt werden. Ob die Strategie Früchte trägt und die Gamer sich zahlreich genug auf die grün leuchtenden Seite der Macht schlagen, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen.

Alte Xbox 360-Games laufen auf der Xbox One übrigens nicht - die Änderung der Systemarchitektur hin zu PC-basierter x86-kompatibler Hardware wirkt sich an diesem Punkt leider fatal aus.

Der Controller

Dass sich Games auf der Xbox One frischer anfühlen als auf der Xbox 360, liegt aber nicht nur an der leistungsstarken Hardware. Auch der Controller hat Einfluss darauf. Etwas größer und mit versenktem Batteriefach wirkt er gegenüber seinem Vorgänger edel und stilvoll. Dazu gesellen sich kürzere und präzisere Steuerknüppel und ein Steuerkreuz, das sich zackig und genau bedienen lässt. Damit taugt der Xbox-One-Controller auch für rasante Beat’em-up-Games.

Die größte Neuerung sind die sogenannten "Impuls Trigger". Microsoft hat die unteren Schultertasten mit kleinen Rüttelmotoren versehen, die eine spürbare Rückmeldung geben, wenn der Spieler im Game ballert oder Gas gibt. Toll: mit bis zu acht Controllern spricht die Xbox One und ermöglicht somit herrlich chaotische Arcade-Renngames und Jump'n'Run-Action. Die Playstation 4 verbindet nur vier Kontrolleinheiten.

Beweg' dich wieder

Was bei der Xbox 360 noch ein teures Zusatzgerät war, das gehört bei der Xbox One dazu: die Bewegungssteuerung Kinect, eine Kombination aus Kameras, Tiefensensor und Mikrophonen. Sie erfasst die Position und die Bewegungen des Spielers im Raum und setzt sie in Aktionen um. Kinect ermöglicht damit Tanz-Games wie "Zumba Fitness World Party" oder das Kampfspiel "Fighter Within", wo man sich zu Sambarythmen fithält oder mit Kicks den virtuellen Gegner besiegt. Das funktioniert gut, fühlt sich dank fehlender Rückmeldung aber seltsam unbefriedigend an. Außerdem sind Kinect-Spiele Mangelware: Lediglich vier Stück erscheinen zum Start, und Neuankündigungen sind kaum vorhanden.

Stellt sich die Frage, wieso diese Hardware den Käufern aufgezwungen wird. Klar lässt sich mit Kinect die Xbox One via Gesten- und Sprachsteuerung bedienen, etwa mit "Xbox Start" die Konsole starten und zwischen den Applikationen hin- und herwechseln. Der Befehlssatz ist aber limitiert: Die Konsole hört nur auf ein bestimmtes Set an Kommandos wie zum Beispiel "Xbox, Ausschalten!" oder "Xbox, gehe zur Startseite!".

Ganz nett ist die Möglichkeit, sich mit Hilfe der Gesichtserkennung der Kinect ohne Passwort auf der Konsole einzuloggen. Erkennt das Gerät ein Gesicht einmal nicht sofort (der Mindestabstand beträgt 1,40 Meter), muss der Nutzer nur die Hand heben, um auf sich aufmerksam zu machen. Einmal registrierte Besitzer einer Xbox können sich so auch auf anderen Geräten anmelden, etwa für Mehrspielerpartien bei Freunden.

Trotzdem - traditionsbewusste Gamer zeigen ihrer Konsole aber auch sehr gut mit dem Controller, wo es lang geht.

Wunderschöne Fernsehwelt

Die Xbox One ist nicht nur Videospiel-System, sondern auch ein leiser Unterhaltungs-Alleskönner. So bietet sie ab Werk die Möglichkeit, TV-Angebote wie Lovefilm, Eurosport, TED, Watchever und Zattoo zu nutzen. Die sind teils kostenfrei, teils mit Zusatzkosten verbunden. Dienste wie Sky, Youtube, NHL Gamecenter und weitere folgen bald, hat Microsoft versprochen. Und natürlich sind da noch Microsofts eigene Services wie Xbox Video und Xbox Music. Kurzum: Filme schauen? Hier kein Problem. Außerdem liest die Xbox One Blu-rays, DVDs sowie Musik-CDs und lässt sich ohne weiteres mit verschiedenen Systemen im DNLA-Netzwerk - dem heimischen PC, Netzwerk-Festplatten und mehr - verbinden.

Nahezu alles, was Film und Musik darstellt, spielt die Konsole ab. Auch lassen sich vorhandene Settop-Boxen via HDMI-Buchse an die Xbox One anschließen und über sie steuern - Microsoft spricht hier von der "One Guide"-Funktion. Interne Tuner werden nicht unterstützt. Zudem ist in die Xbox One der Microsoft-eigene Telefonie-Service Skype integriert, der in guter Qualität per Audio und Video mit Freunden quatschen lässt - auch beim Spielen. Ein Dienst namens Upload Studio zeichnet im Hintergrund das Spielgeschehen auf und lässt es als Video ins Web stellen oder direkt über Dienste wie Twitch TV der Welt zugänglich machen.

Standby oder ausschalten

Einstellen kann man noch, was beim Ausschalten der Konsole passieren soll. In der ersten Variante wechselt die Xbox One nur in einen Standby-Betrieb, in dem weitere Updates heruntergeladen werden. Auch das Mikrofon der Kinect ist dann noch aktiv - nach einem "Xbox, Anschalten!" fährt die Konsole in Sekundenschnelle wieder hoch, verbraucht dafür aber auch dauerhaft Strom. Beim richtigen Ausschalten ist das nicht der Fall, das Hochfahren der Konsole aus diesem Zustand dauert aber eine gute Minute.

Das muss besser werden

Die Kachel-Bedienoberfläche der Xbox One ist noch nicht der Weisheit letzer Schluss. So ist es eine echte Herausforderung, herauszubekommen, was und in welcher Reihenfolge das Gerät gerade herunterlädt und installiert. Angaben darüber, wie lange das noch dauert, fehlen genauso wie Infos über den noch zur Verfügung stehenden Platz auf der nicht wechselbaren 500-Gigabyte-Festplatte.

Auch die Integration ins Heimkino ist noch nicht ganz ausgereift. So spielt die Konsole zum Beispiel Blu-rays und Medien aus dem Heimnetzwerk ab, aber zum Beispiel keine Videos und MP3-Dateien von USB-Sticks und Festplatten.

Fazit

Die Xbox One ist vollgepackt mit Möglichkeiten und Spielereien. Viele davon benötigen das Internet und sind nur für Xbox Live-Gold-Mitglieder, die rund 60 Euro pro Jahr berappen, nutzbar. Damit ist das Microsoft-System also tatsächlich eher eine Multimedia- als eine klassische Spielkonsole. Wer all den Schnickschnack nicht will oder braucht, der kann zur preiswerteren Playstation 4 greifen. Wer jedoch schon immer von einem Alleskönner träumte, der wird seine 500 Euro gut investiert finden.

Was unsere Redakteure persönlich von der neuen Microsoft-Konsole halten, erfahren Sie außerdem unserem Pro-und-Contra-Artikel zur Xbox One.

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