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"Knack" für PS4 im Test: Held aus tausend und einem Stein

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Test Knack | Action-Adventure | PS4  

Held aus tausend und einem Stein

04.12.2013, 09:59 Uhr | Olaf Bleich (jr / nic), Medienagentur plassma

"Knack" für PS4 im Test: Held aus tausend und einem Stein. Knack Action-Adventure für die PS4 von Sony (Quelle: Sony)

Knack (Quelle: Sony)

Im Windschatten des Shooter-Hits "Killzone: Shadow Fall" hat Sony zum Playstation-4-Launch mit "Knack" einen zweiten Exklusivtitel auf den Markt gebracht. Das Spiel mit dem lustigen Namen wurde unter der Führung von PS4-Chefarchitekt Mark Cerny - bekannt durch seine Mitarbeit an Uncharted und Crash Bandicoot - bei Sony Japan entwickelt. Doch leider beweist das Action-Adventure, dass Exklusivität und Entwickler-Prominenz noch lange kein Garant für ein gutes Spiel sind.

Knack: Ein Fabelwesen verteidigt die Menschen

Knack spielt in einer Fantasy-Welt, in der Menschen und Goblins Seite an Seite leben. Der Frieden währt jedoch nicht lange, zwischen den beiden Rassen bricht ein erbitterter Kampf aus. Allerdings greifen diesmal die grünen Viecher nicht nur mit Keulen und Schilden an, sondern verfügen plötzlich auch über Gewehre und Panzer. Die Menschheit wiederum setzt auf die Kraft von Relikten. Diese Steine (und eine kleine Hilfestellung eines kuriosen Doktors) sind es auch, die das Fabelwesen "Knack" zum Leben erwecken. Um seinen runden Kern schwirren tausende von Relikten und erschaffen so eine Schrott-Roboter-Figur, deren Gesicht leicht an Bert aus der Sesamstraße erinnert.

Stimmige Comic-Optik

Gemeinsam mit dem Forscher Doktor Vargas, Abenteurer Ryder und dem zwielichtigen Roboterexperten Victor soll Knack dem Geheimnis der Goblins auf die Spur gehen. Auch wenn die Geschichte arm an Überraschungen ist, so gefällt zumindest die Aufmachung des Geschicklichkeitsspiels. Grafisch punktet das Action-Abenteuer mit seinen leicht überzeichneten Figuren und seinem flotten Comic-Look. Das Ganze sieht ordentlich aus, nutzt aber die Grafikqualität der Konsole nicht mal ansatzweise.

Doppelt knuffig gegen die fiesen Goblins

Sony stellt den Koop-Modus des PS4-exklusiven Launchtitels Knack im Trailer vor.

Doppelt knuffig gegen die fiesen Goblins


Knackpunkte im Spiel

Spielerisch ist Knack ein typischer Genre-Vertreter, in dem sich kleinere Sprungpassagen mit Kloppereien ablösen. Die Levels sind in der rund zehnstündigen Kampagne streng linear gehalten; Entscheidungsfreiheiten gibt es kaum. In kurzen Nebengängen entdecken Sie höchstens zusätzliche Relikte oder Bauteile für den Protagonisten.

Der Clou liegt allerdings bei der Spielfigur Knack selbst: Wenn der kleine Wicht Relikte absorbiert, wächst er. Das ist ein toll anzusehender Effekt: So gewinnt Knack in einigen Abschnitten mächtig an Statur. Der Gute sprintet dann auch mal als riesiges Monster durch die Straßen und schleudert dabei Autos durch die Luft oder zermalmt Panzer.

Die Fähigkeit, seine Form den jeweiligen Anforderungen anpassen zu können, indem er Gegenstände aus seiner Umgebung aufsaugt, ist das prägende spielerische Element von Knack. Diese Grundidee wird im Spielverlauf immer weiter ausgesponnen: Knack schafft es irgendwann, Eis, Metall und andere Substanzen zu absorbieren, um so seine Fähigkeiten weiter auszubauen.

Knacks Wachstum ist jedoch nicht von der eigenen Spielkunst abhängig. Das Programm bestimmt über die Stärke des Protagonisten. Kaum ist der Held besonders mächtig, schon zieht einem das Spiel die Relikte wieder zum Bedienen von Aufzügen oder anderen Apparaturen ab. Das drückt schon etwas auf die Motivation des Spielers, da er sich seines eigenen Fortschritts beraubt fühlt.

Knackig schwer

Knack ist ganz entgegen der durch seine bunte Grafik geweckten Erwartungen ein knackig schweres Spiel. Das Kampfsystem erweist sich im Gefecht mit Goblins und Soldaten als alles andere als handlich. Die Ausweichbewegungen sind viel zu kurz, außerdem steckt der Held selbst nur wenig ein. Das Balancing ist Sony nicht gelungen: Oftmals genügt ein Schlag, und Knack bleibt als einziger Trümmerhaufen zurück.

Ebenfalls ärgerlich: Die Rücksetzpunkte sind sehr schlecht platziert, sodass man nach den häufigen Neustarts stets einen großen Teil des Levels erneut spielen muss.

Gähnende Langeweile

Weiterhin stören die monotonen Abläufe, da sich Knacks Vorgehensweise im Spielverlauf nicht weiterentwickelt. Abseits der Schlagkombinationen verfügt er noch über drei Kristallangriffe – die Schockwelle, einen Schussangriff und ein Wirbelsturm. Mehr Möglichkeiten lässt Ihnen das Spiel nicht.

Selbst das Aufnehmen von Elementen wie Blitzen oder Feuer verändert lediglich Knacks Stärke, nicht aber das Spielverhalten. So springt und prügelt er sich durch die linearen Levels, stirbt und steht wieder auf. Das Missionsdesign wartet ohne Überraschungen auf, weshalb das Ganze schnell zur einer langweiligen Angelegenheit ausartet. Auch der nette Zwei-Spieler-Modus an einer Konsole täuscht nicht darüber hinweg, dass bei Knack viele Ideen nicht zu Ende gedacht wurden und die knuffige Präsentation dem Spielanspruch deutlich überlegen ist.

Was uns gefällt

In den ersten Stunden unterhält Knack durchaus. Besonders der Grafikstil ist allerliebst. Knack und seine Freunde sind trotz vieler Rollenklischees eine sympathische Truppe, und es macht Spaß, einen mal schrumpfenden, mal wachsenden Helden zu steuern.

Was uns nicht gefällt

Viele Konzepte wurden nicht konsequent umgesetzt: Das Wachsen von Knack ist kein dynamischer Prozess, sondern von den Entwickler vorgegeben. Zudem stören die häufigen Neustarts, die mies platzierten Checkpoints und die schlechte Kontermechanik den Spielfluss.

Fazit

Knack legt sich selbst Steine in den Weg: Monotone Levels, kein dynamischer, durch Erfahrungen zulegender Held, dazu ein eher schwaches Kampfsystem. Aus dem Spiel hätte ein schönes Action-Adventure werden können, aber dieser PS4-Exklusivtitel scheitert an zu vielen Designfehlern und wenig Abwechslung. Man könnte meinen das Spiel musste einfach nur rechtzeitig fertig werden.

Infos zum Spiel

Titel: Knack
Genre: Action-Abenteuer
Publisher / Hersteller: Sony
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 70 Euro
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Ausreichend

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