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Free-to-Play-Spiele für Playstation und Xbox  

Verlockende Spiele

07.02.2014, 15:03 Uhr | (jr / nic), Richard Löwenstein

Reportage Free-to-Play-Spiele für Playstation und Xbox. Free-to-Play-Games: War Thunder (Quelle: Gaijin Entertainment)

Free-to-Play-Games: War Thunder (Quelle: Gaijin Entertainment)

Gaming muss nicht teuer sein. Gute Konsolen-Spiele gibt's oft kostenlos, seit neuestem sogar für die neuen Highend-Konsolen Playstation 4 und Xbox One. Free-to-Play lautet in diesem Zusammenhang das Zauberwort. Videospiele gratis laden und spielen und bei Gefallen vielleicht einen kleinen Betrag für Extra-Ausstattung bezahlen - das klingt verflixt nach einer guten Sache, nach dem Traum jedes Videospielers. Doch Achtung: Auch in der Spiele-Branche hat niemand etwas zu verschenken - weshalb man entgegen dem Sprichwort hier durchaus mal dem geschenkten Gaul ins Maul schauen sollte. Genau das tut der folgende Artikel.

Gratis spielen auf Xbox und Playstation

Dass PC-Gamer ein Spiel aus dem Internet laden und kostenlos damit vergnügen, das ist ein vertrautes Phänomen. Der TV-Werbung für "Big Farm", "Kings and Legends" und Konsorten verspricht Gratis-Spaß seit Jahren. Kostenlose Download-Spiele für die Konsolen von Sony und Microsoft sind zwar neu, aber die kommen gewaltig. Immer mehr dieser sogenannten Free-to-Play-Games laden auf PS3 und PS4 sowie auf Xbox 360 und Xbox One zum Gratisgaming ein. Free-to-play heißt nämlich in der Praxis, dass man das durchaus aufwändig gestaltete Hauptspiel kostenlos laden und im Prinzip genauso kostenlos spielen kann.

Fiese Gamedesign-Tricks

Natürlich haben die Hersteller von Videospielen nichts zu verschenken. Auch sie müssen teure Entwicklungsteams finanzieren. Die Schöpfung eines Gratisgames kann spottbiliig sein, basiert aber immer häufiger auf bekannten Spielemarken und kostet mehrere Millionen Euro in der Entwicklung. Dieses Geld verdienen die Hersteller von Free-to-Play-Games vor allem durch Verkauf von Extra-Ausstattung: Bessere Schwerter, neue Areale und exklusive Klamotten für den Helden zum Beispiel.

Das Gratis-Gladiatoren-Kampfspiel "Spartacus Legends" für Xbox 360 und Playstation 3 rechnet sich für den Hersteller Ubisoft durch Verkauf der Spielwährung Gold gegen echtes Geld. Zwar könnte sich der Gladiator durch die sechs Arenen kämpfen, ohne dass der Spieler einen Cent ausgibt. Aber das setzt abnorm viel Geduld voraus. Und selbst wenn man die aufbringen möchte: Es gibt eine Gegenstrategie. Die Gamedesigner setzen den Schwierigkeitsgrad so hoch an ,dass man ohne zusätzliche Investition in aktive und passive Bewaffnung mit vernünftigem Aufwand einfach nicht mehr weiterkommt. Der Anreiz - durch Zukauf von Zweihänder, Wurfspeer, Säbel oder Dreizack lassen sich die Überlebens-Chancen des eigenen Helden spürbar steigern - ist gesetzt, und die Kundschaft kauft.

Der Dreh hinter Free-to-Play

Das ist der perfide Dreh hinter der Free-to-Play-Idee: Der kostenlose Download verführt zum Kontakt mit dem Spiel. Gekonntes Gamedesign hält den Betrachter bei der Stange, und durch das Versprechen weiterer Erfolgserlebnisse zieht einem das Game schließlich doch das Geld aus der Tasche.

Bei der Gestaltung des Preisgefüges vertut sich die Industrie allerdings gelegentlich. Selbst das erfahrene Team von Ubisoft musste im Sommer 2013 nach der Veröffentlichung von "Spartacus Legends" heftige Prügel einstecken, weil die Freischaltung von 3000 Goldstücken umgerechnet 110 Euro kosten sollte. Zwar bietet "Spartacus Legends" auch preiswertere Goldpakete an, aber einen unschönen Beigeschmack hat das Vorhandensein eines solchen Luxus-Angebots in einem vermeintlich kostenlosen Game eben doch. Und es handelt sich keineswegs um einen Einzelfall.

Umsonst ist nur der Tod

Wer im kostenlosen Scifi-Egoshooter "Blacklight: Retribution" allzu unbedacht Geld für Laserwaffen und Hightech-Rüstungen ausgibt, tappt ebenfalls in die Kostenfalle und gibt unter dem Strich mehr Geld aus, als für ein Vollpreis-Spiel fällig würde. Letzten Endes spielen Konsumenten von Free-to-Play-Games also keineswegs kostenlos, sondern schieben ordentliche Summen über den Tresen.

Eine im Rahmen der Industriemesse "Game Developers Conference" (GDC) veröffentlichte Studie des New Yorker Marktforschungs-Instituts Frank N. Magid belegt das. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass jeder Fan eines Free-to-Play-Games im Monat durchschnittlich 9,15 US-Dollar in sein Hobby investiert, also knapp 6,80 Euro. Dieselbe Studie besagt allerdings außerdem, dass Hardcore-Gamer immer noch die weiter geschnittenen Spendierhosen anhaben: Für Vollpreis-Games auf Datenträger oder als Download geben sie im Schnitt 30 Dollar monatlich aus. Das entspricht mehr als der dreifachen Summe von dem, was Free-2-Play-Gamer erübrigen.

Überall wird gespart

Trotz der zunehmenden Menge an Free-to-Play-Software verdient die Industrie das große Geld also immer noch mit konventioneller Vollpreis-Software. Dementsprechend wird bei Free-to-Play-Games an vielen Ecken und Ende gespart. Erzählerische Elemente beispielsweise fallen dem Sparzwang fast immer zum Opfer. Übrig bleiben eher simpel gestrickte Reaktionstests und Ballereien. Auch Grafik und Spieltiefe können in aller Regel mit gehobenen Vollpreis-Produkten nicht mithalten.

Download- und Mehrspieler-Server bilden ein weiteres schwaches Glied in der Kette. Wenn sich die Besitzer von "Spartacus Legends" in einschlägigen Foren regelmäßig über Serverausfälle und Wartezeiten beim Spielstart beklagen, dann sind sie in guter Gesellschaft. Fans des Xbox-360-Actiongames "Ascend: Hand of Kul" singen dasselbe Lied. Der Geldfluss bildet hier erneut den Engpass. Bei einem Vollpreis-Game hat der Benutzer bereits bezahlt, noch bevor er sich mit seinem Spiel online einklinken kann. Dieses Geld kann der Hersteller zum Betrieb seiner Online-Server einsetzen.

Nicht so bei Free-to-Play-Games. Nach einer langen Entwicklungs-Periode und einer hoffentlich erfolgreichen Veröffentlichung dauert es Wochen und Monate, bevor eine nennenswerte Anzahl an Gamern das Spiel geladen haben und sich bereiterklären, darin echtes Geld auszugeben. Bis dahin zahlt der Hersteller drauf - und spart, wo er kann.

2014: Das Jahr von Free-to-Play

Allerdings ist der Sparzwang nur selten so deutlich zu erkennen wie bei Gaijins Action-Flugsimulator "War Thunder". Bei der aktuellen Portierung vom PC auf die Playstation 4 hat sich der Hersteller glatt die Anpassung der Benutzeroberfläche an Konsolenverhältnisse gespart. Bei der Konfiguration eines eigenen Weltkriegs-Jagdflugzeug quält man sich per Controller durch ein Menüsystem, das offensichtlich für Mausbedienung optimiert ist. Sobald der Flieger allerdings bereit ist für den Start, hebt der Spielspaß ab. Die Luftkämpfe machen eine richtig gute Figur.

Und überhaupt bessert sich die Qualität von Free-to-Play-Games für Konsolen. Der auch für die PS4 neu erschienene Third-Person-Shooter "Warframe" sieht verflixt gut aus und vermittelt einen Vorschmack auf die Highlights, die uns in den kommenden Monaten erwartet. Dazu zählt Microsofts Spiele-Baukasten "Project Spark" genauso wie Sonys Online-Actiongame "Planetside 2".

Fazit

Merke: Ausprobieren kostet nichts, und wer nicht angetan ist von dem Gebotenen, der kann das jeweilige Free-to-Play-Game ja auch schnell wieder von der Festplatte der jeweiligen Spielkonsole putzen. Hat ein Spiel einmal Begeisterung ausgelöst und für gute Unterhaltung gesorgt, werden echte Fans auch gern bereit sein, den einen oder anderen Euro abzudrücken, damit der Spielspaß nicht verebbt. Freilich gilt es gerade dann, die Sinne beieinander zu halten und Werthaltiges sauber von dreister Abzocke zu unterscheiden.

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