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Dark Souls 2: Die fünf Phasen des virtuellen Sterbens

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Preview Dark Souls 2 | Action-Rollenspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Die fünf Phasen des virtuellen Sterbens

07.02.2014, 16:49 Uhr | Nico Stockheim (jr)

Dark Souls 2: Die fünf Phasen des virtuellen Sterbens. Dark Souls 2 Action-Rollenspiel für PC, Xnox 360 und PS3 von Namco Bandai und From Software. (Quelle: Namco Bandai)

Dark Souls 2 (Quelle: Namco Bandai)

Sie werden sterben, und zwar oft! In Bezug auf Dark Souls 2 von From Software und Publisher Namco Bandai ist das keine Drohung, sondern bittere Realität. Das neue Action-Rollenspiel ist wie seine spirituellen Vorgänger Dark Souls und Demon’s Souls eine verteufelt schwere Angelegenheit. Um mit diesem Spiel fertig zu werden, braucht es ruhige Hände am Gamepad, viel Geduld und Nerven aus Stahl. Beim mehrstündigen Anspieltermin ist der Autor des Textes bereits zahlreiche Male hops gegangen und hat dabei die fünf Phasen des virtuellen Sterbens durchlaufen.

Der virtuelle Tod lauert hinter jeder Ecke

Ein neuer Trailer zum Hardcore-Action-Rollenspiel Dark Souls 2.

Der virtuelle Tod lauert hinter jeder Ecke


Phase 1: Verleugnung

"Dark Souls 2 kann ja nicht viel schwieriger sein als andere schwere Spiele“, lautet die Motivationsspritze. Trailer und Intro versprechen schließlich spannende Kämpfe, aus denen wir selbstverständlich als strahlende Helden hervortreten werden. Außerdem sind wir im Umgang mit Videospielen geschult genug, dass auch dieser Titel ein Spaziergang werden sollte.

Doch sowohl bei Kennern der Serie als auch bei Dark Souls-Neulingen stellt sich aber schon nach wenigen Minuten das kaum zu unterdrückende Gefühl ein, dass man sich mit der Einstelung selbst etwas vormacht und die Bedrohung der Gegner und der Spielwelt selbst maßlos unterschätzt.

Der erste Heldentod - der Sturz in das unbekannte Dunkel eines Abgrundes - lässt sich noch durch Überheblichkeit und mangelnde Konzentration erklären, das Ableben durch einen Fallenmechanismus mit tonnenschwerer Steinkugel auf die eigene Gier nach leichter Beute. Schließlich hätten wir die funkelnde Kiste in der Höhle vor uns einfach ignorieren können.

Spätestens der erste Zwischenboss, der aus heiterem Himmel auf einem Greifvogel herabschwebt, öffnet uns dann doch endlich die Augen. Zwischenfazit: Die Schonungslosigkeit und Schwierigkeit von Dark Souls 2 lässt sich einfach nicht leugnen.

Phase 2: Zorn

Als nächstes geraten wir in einen Teufelskreis aus Wut und Ungeduld. Dass uns diese scheinbar harmlosen, normal wirkenden Gegner, die nach jedem Ableben einfach neu erscheinen, nun schon zum zehnten Mal auf irgend eine dumme Art und Weise erwischen konnten, macht uns fuchsteufelswild. Durch diese Wut leidet dann die Konzentration, was wiederum weitere ungewollte Abgänge mit sich bringt.

Der Schlüssel zum Erfolg bleibt: Ruhe bewahren. Wer sich diesen Leitsatz fest einprägt, wird Dark Souls 2 plötzlich mit ganz anderen Augen sehen.

Wie in den Vorgängern wird auch hier ein behutsames Vorgehen belohnt. Wer einfach auf die Gegner zustürmt und wild auf sie eindrischt, ohne ihre Bewegungen und Angriffe zu studieren, der wird auf Dauer immer wieder von Untoten, Skelettkriegern und allerlei weiteren Gestalten aus dem Verkehr gezogen. Die Entdeckung der Langsam- und Behutsamkeit sorgt für zusätzliche Spieltiefe und Immersion.

Phase 3: Verhandeln

Trotz eines hohen Aufwandes an Ruhe und Geduld geht das Ganze mit beeindruckender Konsequenz weiter - die Verlustrate ist enorm. Schließlich liegen hunderte, wenn nicht sogar schon tausende wertvolle und mit viel Schweiß besiegte Seelen auf der Szene. Die brauchen wir nicht nur für den bitter nötigen Ausbau unserer Attribute, sondern auch um bei diversen Händlern Ausrüstung, Heilsteine und weitere hilfreiche Utensilien zu kaufen.

Wir müssen also an die Seelen rankommen, koste es was es wolle. Stoßgebete zum Spiele-Gott sind in diesem Moment keine Seltenheit: "Ich will diese Seelen nicht schon wieder verlieren. Wenn ich es jetzt schaffe, werde ich auch ganz sicher noch einmal Demon’s Souls durchspielen - ausschließlich mit Faustwaffen!"

Phase 4: Depression

Natürlich verlieren wir unsere Währung für die Stufenaufstiege trotzdem immer und immer wieder. Trotzdem machen wir tapfer weiter und stehen schließlich vor dem ersten Bossgegner - eine Art Baumriese, der ein wenig anmutet wie eine pervertierte Version der Ents aus Tolkiens Herr der Ringe.

 Im Gegensatz zu den „normalen“ Gegnern fällt es den Bossen natürlich wesentlich leichter, uns wieder und wieder in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Was letztlich dazu führt, dass unser Lebensbalken von Tod zu Tod kleiner wird. Einzige Abhilfe: Wir müssen mit Hilfe eines „Menschlichen Abbildes“ unsere Menschlichkeit wiederherstellen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass die Wahrscheinlichkeit von Invasionen durch feindlich gesinnte Spieler steigt, die das Spiel anderer kapern und nach PvP (Spieler gegen Spieler)-Duellen trachten.

Wir möchten den Controller am liebsten nur noch beiseitelegen und uns von Dark Souls 2 verabschieden. Aber wollen wir wirklich so schnell die Flinte ins Korn werfen?

Phase 5: Akzeptanz

Natürlich nicht! Klar - wir haben schon aufgehört, unsere Heldentode zu zählen und wissen ganz genau, dass noch tausende folgen werden - aber genau das ist der Motor für ein Dark Souls-Spiel! Ist die scheinbar unüberwindbare Stelle, und der schier unbesiegbare Boss erledigt, dann wechselt Frust mit Euphorie und dem Gefühl, tatsächlich etwas großartiges erreicht zu haben. Während andere Spiele diese Erfolge durch opulente Story und Inszenierung verkaufen, verkauft Dark Souls 2 sie über ein Gameplay, in dem jede Menge Schweiß und Tränen vergossen werden.

Was uns gefällt

Dark Souls 2 fordert den Spieler heraus. Sowohl sein Können am Gamepad als auch seine Willensstärke und sein Durchhaltevermögen. Die Kämpfe sind taktisch und bockschwer, aber eine Chance, sie erfolgreich zu bewältigen, gibt es immer. Um in Dark Souls 2 gut voranzukommen, muss man aber sein Spiel entschleunigen. Der „Mach schnell“-Reflex, den man aus anderen Spielen gewohnt ist, muss man hier hinter sich lassen.

Die Steuerung wirkt im Vergleich mit dem Vorgänger etwas eingängiger und weniger behäbig. Dass feindselige Spieler nun jederzeit unser Spiel entern können und unser Lebensbalken nach jedem Ableben sinkt, bis wir wieder menschliche Gestalt annehmen und so die Invasions-Chance weiter steigern, sorgt für zusätzliche Spannung.

Was uns nicht gefällt

Dark Souls 2 gewinnt keinen Schönheitspreis. Auch die Last-Gen-Konsolen, für die das Spiel neben dem PC ausschließlich erscheint, können mehr. Das haben Spiele wie GTA 5 oder The Last of Us letztes Jahr eindeutig bewiesen. In Dark Souls 2 begegnen wir aber immer wieder grausigen Texturen, die man dem Next-Gen-verwöhnten Auge nicht anbieten mag - besonders in den Innenlevels. Fehlende Lippen-Animationen von NPCs komplettieren das Bild. Außerdem könnte das Spiel einige Tutorials und Hinweise mehr vertragen. Dass man beispielsweise erst dann Attribute steigern und Seelen ausgeben kann, wenn man mit einem speziellen NPC gesprochen hat, ist viel zu leicht zu übersehen.

Fazit

Wer die Vorgänger mochte, kann mit Dark Souls 2 nicht viel falsch machen. Stellenweise erinnert das zweite Dark Souls sogar mehr an den geistigen Vorgänger Demon’s Souls. Wer viel Geduld mitbringt und Herausforderung in Spielen sucht, der darf hier bedenkenlos zuschlagen. Einsteiger und Gelegenheitsspieler könnten mit Dark Souls 2 allerdings schnell überfordert und gefrustet sein, weshalb sie sich den Kauf gut überlegen sollten.

Infos zum Spiel

Titel: Dark Souls 2
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Namco-Bandai
Hersteller: From Software
Release: 14. März 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: Xbox 360, PS3, PC
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Einschätzung: Sehr gut

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