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Preview zu Wolfenstein: The New Order - Ein-Mann-Armee gegen das Regime

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Preview Wolfenstein: The New Order | Ego-Shooter | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Als Ein-Mann-Armee gegen das Regime

24.02.2014, 16:35 Uhr | Nico Stockheim (jr)

Preview zu Wolfenstein: The New Order - Ein-Mann-Armee gegen das Regime. Wolfenstein: The New Order Ego-Shooter von Machine Games für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Bethesda Softworks (Montage: T-Online.de))

Wolfenstein: The New Order (Quelle: Bethesda Softworks (Montage: T-Online.de))

Im Rahmen eines mehrstündigen Anspiel-Termins bei Bethesda Softworks hatten wir die Gelegenheit, einen Blick auf die ersten drei Stunden von "Wolfenstein: The New Order" zu werfen. Der Ego-Shooter vom schwedischen Entwicklerteam Machine Games sollte eigentlich noch Ende 2013 erscheinen, wurde aber dann noch einmal verschoben und kommt nun am 23. Mai 2014 für PS3, PS4, PC, Xbox 360 und Xbox One auf den Markt. Seit unserer letzten ausführlichen Anspiel-Session im Mai 2013 hat sich viel getan. Damals schrieben wir noch im Fazit: "Das Spiel geht aber weder den vollen Weg Richtung Blödsinn wie ein 'Far Cry 3: Blood Dragon', noch fährt es eine ernste, düstere und bedrohliche Schiene, wie es beispielsweise ein 'Metro: Last Light' tut." Dieses Statement können wir nun zurückziehen. "Wolfenstein: The New Order" schlägt den letzteren Weg ein und wird düster, beklemmend und ziemlich brutal.

Wolfenstein: The New Order – Wenn der Zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre

Prämisse des neuen Wolfenstein ist, dass der Zweite Weltkrieg nicht 1945 durch die alliierten Streitkräfte beendet wurde, sondern dass die Nazis (im Spiel: Das Regime) den Krieg Jahre später für sich entscheiden konnten und die Welt nun mit einer gnadenlosen Terrorherrschaft überziehen. Als Spieler schlüpfen wir erneut in die Haut des US-Elitesoldaten B.J. Blazkowicz, der bislang in allen Spielen der Reihe als Protagonist herhalten musste und dem auch diese Mal die aufgabe gestellt wird, da Ganze zum Guten zu wenden.

Zu Beginn des Spiels befinden wir uns im Jahre 1946 an Bord eines Kampfflugzeuges inmitten in einer riesigen Gegenoffensive der Alliierten, die zum Ziel hat, den Regime-Anführer General Totenkopf zur Strecke zu bringen. Allerdings läuft nicht alles nach Plan, und infolge der Verkettung widriger Umstände wird Blazkowicz verletzt und fällt in ein Wachkoma. Als Spieler erlebt nun man die nächsten 14 Jahre, die der Held in einer polnischen Nervenanstalt verbringt, in einem Zeitraffer. Als Regimesoldaten auftauchen, um die Anstalt zu schließen und alle Patienten zu töten, erwacht in Blazkowicz der Überlebens- und Kampfinstinkt, und er erlangt wieder die Kontrolle über seinen Körper.

Düstere Version der 60er

Nachdem die unmittelbare Gefahr gebannt ist und Blazkowicz gemeinsam mit der jungen Krankenschwester Anya entkommen konnte, muss er feststellen, dass sich viel verändert hat in 14 Jahren. Das Regime hat den Krieg gewonnen, die USA haben kapituliert, und einen organisierten Widerstand scheint es nicht zu geben. Vorübergehend Unterschlupf finden B.J. und Anya bei deren Großeltern, die den beiden später helfen, einen Zug Richtung Berlin zu erreichen, wo Blazkowicz doch noch hofft, auf Regimegegner zu stoßen.

Nach einiger Zeit mit der neuen Preview-Version wird klar, dass wir viele unserer Eindrücke vom letzten Jahr streichen können. In der alten Version gab es mehr zum Schmunzeln. Die Spielwelt und das Setting waren zwar nicht minder dunkel und deprimierend, B.J.‘s Sprüche und in der Spielwelt versteckte parodistische Anspielungen lockerten die Stimmung immer wieder auf. Zweizeiler und Action-Star-Sprüche wurden zwar nicht komplett gestrichen, das Spiel scheint aber mittlerweile weniger nach einem parodierenden Ton  à la Duke Nukem oder Far Cry: Blood Dragon zu streben, sonder hat Ernsteres im Sinn.

Geheimwege freilegen

Auch spielerisch hat sich einiges in Wolfenstein: The New Order getan. Für bestimmte Aktionen wie etwa zehn Abschüsse im Akimbo-Stil (eine Waffe pro Hand) sammeln kann man nun in Rollenspiel-Manier besondere Fähigkeiten und Boni (Perks) freischalten. Dadurch lassen sich dann Stück für Stück B.J.s Fähigkeiten - zum Beispiel der Umgang mit bestimmten Waffentypen - aufwerten.

Auch die Gegner bieten mittlerweile mehr Abwechslung. Die meiste Zeit wirft das Spiel einem zwar Standard-Kanonenfutter in Wellen vor die Flinte, ab und zu sind aber auch besondere Gegner mit Spezialfähigkeiten dabei, die eine eigene Taktik voraussetzen. So bekommen wir es direkt im ersten Abschnitt mit bulligen Mutanten zu tun, die unter einer dicken Rüstung scheinbar kugelsicher sind. Wären da nicht die Ventile an der Rückseite, die wir kurzerhand ins Visier nehmen und so Schwachstellen freilegen.

B.J. kann auch schleichen!

Auch neue spielerische Freiheiten fallen positiv auf. Zwar bleibt das Leveldesign an sich sehr linear und schlauchmäßig, wird aber durch kleine Kniffe aufgelockert und erzeugt so zumindest die Illusion von Bewegungsfreiheit. Wenn sich beispielsweise in einem Bunker gelagerte Torpedos mit einer Handgranate in die Luft sprengen lassen und durch die Explosion einen neuen Tunnel freilegen oder ein Geheimgang hinter dem Burgkamin es erlaubt, sich hinter die Gegner zu schleichen, werten die Entwickler damit das Gameplay deutlich auf.

Apropos Schleichen: Das klappt mittlerweile erstaunlich gut. Zwar sollten Freunde der gepflegten Stealth-Action hier keine Spielmechaniken im Stile eines Thief oder Deus Ex: Human Revolution erwarten, aber es erfüllt seinen Zweck. Überrascht Blazkowicz seine Gegner von hinten, schaltet er sie lautlos im Nahkampf aus. So lassen sich auf Wunsch ganze Spielabschnitte ungesehen bewältigen. Natürlich völlig optional - wer auf ein Actionfeuerwerk aus ist, der kann die Mündungen ordentlich aufblitzen lassen und ins Dauerfeuer-Abenteuer durchstarten.

Was uns gefällt

Der neue Ton könnte der Serie gut tun. Weg vom Klamauk-Action-Shooter mit Oldschool-Anlagen hin zu einem düsteren und durchaus modernen Shooter, der sich trotzdem nicht nach einem 08/15-Call of Duty- beziehungsweise Battlefield-Rezept anfühlt. Auch die Änderungen am Gameplay hinterlassen einen guten Eindruck, vor allem die Möglichkeit der Schleich-Manöver. Größtenteils gelungen ist die deutsche Synchronisation. Besonders die Synchronstimme von B.J. Blazkowicz passt wie die Faust aufs Auge.

Was uns nicht gefällt

So gelungen manche Stimmen und Übersetzungen sind, so störend sind andere Aspekte der Synchronisation. Wenn Anya beispielsweise mit B.J. spricht und er erwidert, dass sein Polnisch nicht so gut sei, sorgt das für ein Stirnrunzeln. Im Original wurde hier offenbar Anyas Part auf Polnisch eingesprochen. Warum nicht auch in der deutschen Version? Außerdem lässt die KI derzeit noch häufig zu wünschen übrig, was aber Jammern auf hohem Niveau ist, da es sich schließlich um eine frühe Version handelt und Machine Games noch etwas Zeit zum Nachbessern hat.

Fazit

Wolfenstein: The New Order könnte die letzte eher durchwachsene Inkarnation der Reihe mehr als wettmachen. Das versprechen zumindest die ersten drei Abschnitte des Spiels. Es spielt sich flott, ausgewogen und bietet genug Abwechslung, um bei der Stange zu halten. Charaktere und Story sind zwar nicht Oscar-verdächtig, aber durchaus gelungen, so dass sie unser Interesse aufrecht erhalten und wir am Ende der Presse-Demo fragten: "Das war’s schon?". Klare Sache: Wir wollen mehr von Wolfenstein: The New Order sehen!

Infos zum Spiel

Titel: Wolfenstein - The New Order
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Bethesda Softworks
Hersteller: Machine Games
Release-Termin: 23. Mai 2014
Preis: zirka 50 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Noch keine Einstufung (Tendenz: Ab 18)
Einschätzung: Sehr gut

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