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Dark Souls 2 im Test: Das Spiel der tausend Tode  

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Test: Dark Souls 2| Action-Rollenspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Das Spiel der tausend Tode  

20.03.2014, 07:33 Uhr | Michael Förtsch (nic / ams), Richard Löwenstein

Dark Souls 2 im Test: Das Spiel der tausend Tode  . Dark Souls 2 - Action-Rollenspiel für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Namco Bandai)

Dark Souls 2 - Action-Rollenspiel für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Namco Bandai)

Schon das erste "Dark Souls" ist die reine Qual. Selten dürften Besitzer einer Xbox 360, PS3 oder eines PC so oft geflucht, frustriert aufgestöhnt und letztlich entnervt aufgegeben haben wie bei diesem Hardcore-Action-Rollenspiel. Dark Souls 2 bietet mehr vom gleichen und folgt der düsteren Fantasy-Folter-Methode der beiden Vorgänger Dark Souls und Demon's Souls: harte Kämpfe, depressive Atmosphäre und hunderte Heldentode. Doch das ist so gewollt. Denn wer sich der Herausforderung stellt, der soll nach dem Willen des japanische Herstellers From Software vor allem eines besiegen: seinen inneren Schweinehund.  

Kein Spaßspiel  

Schon einmal vorab: "Dark Souls 2" ist kein Game, um am Abend mal eben ein oder zwei gemütliche Stunden zu verbringen. Und es eignet sich auch nicht - wie etwa ein "Call of Duty" - um sich in einer flotten Mehrspieler-Partie kurz abzureagieren. Vielmehr strapaziert "Dark Souls 2" die Nerven, verlangt höchste Konzentration und vor allem eine hohe Frustresistenz. Denn hier geht es nicht ums Erforschen der Spielwelt oder den Spaß an der Sache. Ziel ist stattdessen: das blanke Überleben, das beherrschen des Gameplays und das Überwinden eigener Unzulänglichkeiten. "Dark Souls 2" schult Reaktion, Timing, Präzision, Geduld und die Nerven. Auf einen ausgeprägten Handlungsrahmen allerdings pfeift die Produktion aus Japan. Ein paar Szenen und Kamerafahrten berichten von einem mit einer Krankheit verfluchten Helden. Die Suche nach Heilung führt ihn in ein tödliches Abenteuer durch das Königreich Drangleic.

Anfangsschwierigkeiten  

Zu Beginn darf der Spieler seinen Held gestalten und ausstatten. Man wählt aus acht verschiedene Klassen. Krieger, Magier, Kleriker, Erkunder und Co. unterscheiden sich letztlich aber nur in Ausgangswerten wie zum Beispiel Angriffsstärke oder Selbstheilungs-Vermögen. Danach noch etwas das Aussehen des Recken anpassen, und los geht’s. Ausgangspunkt für die diversen Streifzüge in unterschiedlichste Regionen ist das idyllische Küsten-Örtchen Majula.

In Dark Souls 2 geht es nicht um den Tod

In Dark Souls 2 geht es nicht um den Tod, es geht um die eigene Entschlossenheit.

In Dark Souls 2 geht es nicht um den Tod


Wo andere Games den Betrachter an die Hand nehmen, erwartet "Dark Souls 2" selbstständiges Handeln. Der Weg durch das Spiel ist grundsätzlich geradlinig angelegt, jedoch kann man sich an diversen Abzweigungen oder inmitten dunkler Grotten durchaus verlieren. Die Kamera verfolgt den Helden auf seinem Weg durch Gemäuer, Wälder und Höhlen. Die Steuerung folgt den Genrekonventionen: Der Analogstick führt den Helden, die Tasten lösen Attacken aus. Von der erste Minuten an stellen sich einem Skelette, Trolle und andere Kreaturen in den Weg. Aber wo man in Actiongames einen Standard-Untoten flugs mal abräumt, setzt "Dark Souls 2" selbst bei so einer Basis-Herausforderung enorm viel Aufmerksamkeit und Hingabe voraus. Wer das Gameplay nicht respektiert, der verliert.  

Dieses Spiel hasst dich  

Mit jedem Ableben kassiert der Spieler neuerdings eine Strafe: Die gesammelten Seelen (Erfahrungspunkte) bleiben am Ort des Ablebens liegen und müssen eingesammelt werden, bei Misserfolg gehen sie komplett flöten. Außerdem wird die Gesundheitsleiste nach jedem Tod kürzer, was sich nur umkehren lässt, indem man sich mit Hilfe eines speziellen Gegenstands in seine menschliche Gestalt zurückverwandelt. Das wiederum erhöht, bei bestehender Internetverbindung, die Wahrscheinlichkeit, dass man im eigenen Spiel von feindlich gesinnten Spielern überfallen wird.

In der Ruhe liegt die Kraft

Behutsam vorgehen. Jeder Gegner hat eine Schwachstelle, agiert nach Mustern und folgt einem Timing. Also erst beobachten, bevor man mit dem Schwert oder Feuerball zuschlägt. Wie viele Schritte tut etwa der Drei-Meter-Unhold mit Bart und Giganto-Axt, bevor er ausholt? Wie lange braucht der Keulen-schwingende Vollpanzer-Krieger, um sich umzudrehen? Sollte ich die bandagierte Lanzen-Mumien vielleicht besser mit dem Bogen erledigen, obwohl das länger dauert? Wer sich solche Fragen stellt, rettet sein Leben. Tatsächlich ist "Dark Souls 2" mehr ein Taktik- und Geduldsspiel, als Action- oder Rollenspiel-Game. Wobei trotz der handlichen Steuerung auch viel Geschick beim Ausweichen und Attackieren erforderlich ist.

Schnelle Tode, großes Erlebnis  

Rund 300 Heldentode in etwa 60 Stunden Spielzeit sind keine Schande, sondern normal. Doch Durchhaltevermögen wird belohnt. Denn so rar Levelaufstiege sein mögen, so viel Freude bereiten sie. Mehr Stärke oder Intelligenz, ein neues Breitschwert oder ein Lebensspende-Ring: solche Zusatzausrüstung steigert Überlebens-Chancen. Freude stiftet wiederum der genussvolle Blick in die Kulissen. Ja, es gibt ein paar ruhige Momente, da kann man den Blick schon mal schweifen lassen. Die Kämpfe inmitten verfallener Schlösser, Duelle auf nebelumwobenen Hängebrücken und Wanderungen durch düstere Eisenschmieden leben nicht zuletzt von der wundervolle Atmosphäre. Dass "Dark Souls 2" derart intensive Ich-schaffe-das-Gefühle auslöst, hängt sicherlich mit den Höhepunkten jeder Etappe zusammen: Grotesk schwere Bosskämpfe gegen zehn Meter große Rhinozerosse, ekelige Fleischberge und einen mächtigen Baumriesen, dem bereits die Schwerter gescheiterter Helden aus dem Rücken ragen. Über 20 Monumental-Herausforderungen sind in "Dark Souls 2" versammelt.  

So etwas wie ein Mehrspieler-Modus  

Eines der kuriosen Merkmale von "Dark Souls" ist der Mehrspieler-Part. Hängt die Konsole am Internet, kann der Spieler in die Abenteuer befreundeter Mitspieler – also in ihre Welt – eindringen. Umgekehrt gilt dasselbe. Kumpels  können mit magischen Sprüchen als Koop-Helfer herbeigerufen werden. Allerdings könnten sie sich ebenso gut unerwartet in die Partie einschalten und die Heldenfigur des Spielers jagen und töten – fiese Sache. Aber diese Mehrspieler-Idee macht das Ganze eben auch unvorhersehbar und ziemlich spannend. Sowieso bietet "Dark Souls 2" einen ganzen Rattenschwanz von kleinteiligen und zunächst verwirrenden Facetten, die sich erst mit der Zeit erschließen. Das ist anspruchsvoll, zeitfressend und eine echte Ausnahmeerscheinung. Eine, die vor allem passionierte Spieler begrüßen dürften.  

Was wir mögen  

Die kompromisslose Härte von "Dark Souls 2" geht in Ordnung, da das Gameplay zwar schwer, aber nie unfair ist. Man hat immer eine Überlebens-Chance. Mit mal bombastischen und mal zurückhaltenden Klängen leistet die Begleitmusik einen erheblichen Beitrag zu großartigen Stimmung. Verbesserte Selbstheilung und andere kleine Erleichterungen gegenüber dem Vorgängerspiel lassen Teil zwei etwas zugänglicher erscheinen.  

Was wir nicht mögen  

Dennoch ist und bleibt "Dark Souls 2" ein Action-Rollenspiel mit grenzwertig hohem Schwierigkeitsgrad. Für Action-Einsteiger ungeeignet. Schade auch, dass einige populäre Gameplay-Elemente aus dem Vorgängerspiel gestrichen wurden: Etwa die Möglichkeit, Gegner zu treten. Trotz der generell hübschen Grafik wirken einige Texturen unscharf und matschig, Mimik und Gestik sehen zum Teil hölzern aus. Die Ladepausen sind echte Geduldsproben.  

Fazit

Ja, "Dark Souls 2" macht es einem nicht leicht. Wer jedoch Durchhaltevermögen beweist, seine Wut auf das Spiel und die eigenen Schwächen beherrschen kann, dem eröffnet sich ein fantastisches Erlebnis. Eines, das nicht mit hübschen Szenen belohnt oder mit einem Druck auf eine Taste die Apokalypse verhindern lässt, sondern echt hart erkämpfte und verdiente Erfolge und Siege bietet. Das ist in diesen Tagen durchaus besonders, aber zweifellos auch nichts für jedermann.

Infos zum Spiel

Titel: Dark Souls 2
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Namco Bandai
Hersteller: From Software
Release-Termin: 14. März 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: Xbox 360, PS3, PC (April 2014)
USK-Freigabe: ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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