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Oculus Rift: Spielen in der virtuellen Wunderwelt

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First Look auf die Oculus Rift | Virtual Reality-Brille | PC, Mac, Android, Linux  

Spielen in der virtuellen Wunderwelt

19.03.2014, 08:08 Uhr | Marcus Fiedler (jr / nic), Medienagentur plassma

Oculus Rift: Spielen in der virtuellen Wunderwelt. Oculus Rift VR-Brille (Quelle: Oculus Rift Inc.)

Oculus Rift VR-Brille (Quelle: Oculus Rift Inc.)

Jeder, der schon einmal eine Folge von "Raumschiff Enterprise" gesehen hat, kennt die Idee des Holodecks - des ultimativen Meisterstücks der virtuellen Realität. Millionen Menschen weltweit träumen davon, so etwas eines Tages selbst zu erleben. Eine amerikanische Firma hat seit geraumer Zeit ein Gerät in der Entwicklung, das diesen Traum nun zumindest teilweise greifbar nah erscheinen lässt: "Oculus VR Inc." nennt sich das Unternehmen, das nichts weniger als eine kleine Revolution auf dem Spielemarkt plant. Das VR steht dabei für "Virtual Reality" - und genau das ist auch die Idee dahinter: Gamer sollen auf Windows-PC, Mac OS X, Android und Linux mit der Brille "Oculus Rift" eine virtuelle Realität so hautnah und realistisch erleben, dass das Eintauchen in eine Spielwelt viel stärker und emotionaler erlebt wird als bislang. 

So funktioniert die Oculus Rift

Die Brille verfügt über zwei separate Mini-Monitore, die den Augen ein Bild zeigen. Durch genaue Berechnungen und korrekte Winkel erzeugen die zusammengesetzten Bilder eine Räumlichkeits-Illusion, als bewege man sich tatsächlich in der gezeigten Umgebung. Mit Hilfe der eingebauten Sensoren vollzieht die Brille jede Kopfbewegung mit, sodass sich je nach Handlung des Trägers auch das Bild verändert und anpasst. Es gibt also kein "Entkommen" aus dem virtuellen Raum - Oculus Rift zieht den Spieler tief in die Illusion der Spielumgebung hinein. Das fertige Gerät soll nach Angaben von Oculus VR-Chef Chef Brendan Iribe eine Full HD-Bildschirmauflösung von 1920 x 1080 Pixeln schaffen. Das Sichtfeld beträgt 100 Grad, sodass keine Ränder der Brille oder andere wirkungsstörende Elemente zu sehen sind.

VR-Brille seit Jahren in der Entwicklung

2012 entwickelte der technische Designer Palmer Luckey einen ersten Prototypen und führte ihn auf der US-Computerspielmesse E3 erstmals der Öffentlichkeit vor. Zahlreiche Entwicklergrößen wie John Carmack ("Doom", seit August 2013 als technischer Leiter von Oculus VR aktiv) und Gabe Newell ("Half-Life") zeigten sich sofort begeistert. Schnell wurde aus der Idee ein mit Crowdfunding-Geldern finanziertes Unternehmen. 250.000 Dollar wollte Oculus VR sammeln, mehr als 2,4 Millionen Dollar wurden es schließlich. Im Juni 2013 gab die Firma bekannt, weitere 16 Millionen Dollar Investorengelder erhalten zu haben. Schließlich hat auch der Ex-Netscape-Erfinder Marc Andreessen mit seiner Investment-Firma "Andreessen Horowitz" Oculus VR mit einer 75-Millionen-Dollar-Finanzspritze unter die Arme gegriffen, um die Fertigstellung einer kommerziellen Handelsversion der VR-Brille zu forcieren. Diese war bis dato nur als kostenpflichtiges Entwickler-Kit für Betatester mit nicht finalen Hardware-Spezifikationen (wir berichteten) für den PC erhältlich.

Finanztechnisch dürfte der Fertigstellung von Oculus Rift damit nichts mehr im Wege stehen. Ein genaues Datum für den Verkaufsstart hat Oculus VR bislang trotzdem noch nicht genannt. Experten rechnen mit einer Veröffentlichung gegen Ende 2014.

Neuer Prototyp "Crystal Cove" vorgestellt

Hilfreich war das investierte Geld trotzdem: Auf der CES 2014 (Consumer Electronics Show) in Las Vegas wurde die neue Evolutionsstufe "Crystal Cove" vorgestellt. Neu bei diesem Oculus Rift-Prototypen sind eine externe Kamera zur Erfassung der kompletten Körperbewegung sowie ein farbstarkes OLED-Display, mit dem die verzögerte Darstellung und die damit verbundene Bewegungsunschärfe behoben wird, um die Wahrscheinlichkeit des "Motion-Sickness"-Effekts zu reduzieren. Dabei bekommt das Gehirn widersprüchliche Meldungen von Augen und dem Gleichgewichtsorgan im Ohr - während das Auge eine Bewegung meldet, nimmt das Gleichgewichtsorgan nichts dergleichen wahr. Das kann zu heftigem Schwindel und Übelkeit bei den Probanden führen. Durch die neue OLED-Anzeige liegt die Reaktionszeit des Displays deutlich unter einer Millisekunde - Bewegungsunschärfe ist also kaum noch vorhanden, was das Auftreten von "Motion Sickness" markant reduzieren soll.

Die "Außenkamera" des Crystal Cove Kits soll Körperbewegungen erfassen - beispielsweise nach vorne beugen oder zur Seite lehnen - die dann entsprechend im Spiel umgesetzt werden können und so die Immersion steigern. Das nennt sich "Positional Tracking", und dazu erfasst die Außenkamera kleine Infrarot-LEDs, die an Front und Seiten der Brille befestigt sind. Die Bewegungen der Lampen werden dann, in Kombination mit dem bekannten Headtracking, umgerechnet und ermöglichen es, sich durch Kopfbewegung im Spiel umzusehen.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Tatsächlich ausprobieren konnten die neue VR-Generation bisher ein kleiner Kreis von Entwicklern, ausgesuchten Messe-Gästen und IT-Fachjournalisten. Deren erste Reaktionen fielen fast durchweg positiv aus: Der Entwickler habe einen großen Schritt in die richtige Richtung geschafft. Man attestierte der Brille - weit über reines Spielen hinaus - eine große Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten. Von der Besichtigung einer Wohnung über das Vor-Ort-Erkunden von Urlaubszielen bis hin zum Ansehen eines Kinofilms - die Oculus Rift könnte nach Meinung der Experten viele Dinge das Alltags revolutionieren. Erste Adresse bleiben freilich die Spiele-Entwickler, die ihre Titel auf das Gerät anpassen müssen, damit es optimal genutzt werden kann. Für vielen künftige Spielen haben die Publisher bereits ihre Unterstützung für die Oculus Rift signalisiert.

Welche Spiele kann man mit Oculus Rift spielen?

Diese Angaben sind durchaus plausibel, denn mehrere aktuelle Grafik-Engines unterstützen schon jetzt problemlos die Oculus Rift. Dazu gehören sind unter anderem die Source-Engine von Valve (Half-Life, "Counterstrike", "Left4Dead", "Titanfall"), die Unity-Engine, die vor allem für Spiele auf mobilen Plattformen genutzt wird, sowie die Unreal-Engine ("Bioshock", "X-Com", "Batman Arkham"-Reihe). Auch die Online-Rollenspiel-Hoffnung "The Elder Scrolls Online" wird mit der Brille funktionieren, ebenso ihr Offline-Bruder "Skyrim" und viele mehr. Um die Computerspiele und Engines fit für die Oculus Rift zu machen, bietet der Hersteller registrierten Besitzern der Entwicklerversion kostenlos ein quelloffenes Software Development Kit (SDK) an.

Um die für die erfolgreiche Markteinführung der Virtual Reality-Brille Oculus Rift wichtige Entwicklerszene zu unterstützen, hat Oculus VR die Online-Plattform "Oculus Share" gestartet, über die die Entwickler ihre für die VR-Brille kreierten Games anbieten können. Oculus Share soll zugleich als zentrale Anlaufstelle dienen, über die man sich informieren und interessante Titel herunterladen kann. Angestrebt ist, ein Feedback-System zu etablieren, um den Spieler eine Bewertungsmöglichkeit zu geben und die Spiele-Entwicklung so in die richtige Richtung zu lenken. Das Ganze soll später auch um ein Shop-System ergänzt werden.

Fazit: Noch ist nicht alles Gold – aber großes Potenzial ist da

Noch hat die Oculus Rift mit Problemen zu kämpfen: Bis zu fertigen Consumer-Version müssen die Entwickler noch an Bildauflösung und Bildwiederholrate schrauben und das SDK fit machen für weitere aktuelle Entwicklungs-Engines. Dennoch ist die Oculus Rift schon jetzt für Technik-affine Menschen mit Sicherheit ein hochinteressantes Gadget. Viele Experten wetten zur Zeit darauf, dass VR das "Next Big Thing" in der Spiele-Branche wird. Ob sie recht haben und ob die Oculus Rift als der momentan exponierteste Vertreter des Virtual Reality-Booms am Ende ausgereift genug sein wird, um dem alten Holodeck-Traum tatsächlich näher kommen, das muss sich aber erst noch zeigen zeigen.

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