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Test zu Hearthstone: Heroes of Warcraft - Blizzard spielt einen neuen Trumpf aus

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Test Hearthstone: Heroes of Warcraft | Sammelkartenspiel | PC  

Blizzard spielt einen neuen Trumpf aus

26.03.2014, 17:13 Uhr | (nic / ams), Richard Löwenstein

Test zu Hearthstone: Heroes of Warcraft - Blizzard spielt einen neuen Trumpf aus. Hearthstone: Heroes of Warcraft - Online-Kartenspiel für PC, OS X und iPad von Blizzard Entertainment (Quelle: Blizzard Entertainment)

Hearthstone: Heroes of Warcraft (Quelle: Blizzard Entertainment)

Na wenn das keine Überraschung ist: Ein neues Spiel der Schöpfer von "World of Warcraft" und "Diablo 3", nur diesmal komplett kostenlos. Vom Preis abgesehen macht "Hearthstone" auch sonst vieles anders als die PC- und Videospiele, die wir vom kalifornischen Studio Blizzard Entertainment sonst gewohnt sind. "Hearthstone: Heroes of Warcraft" ist weder ein monumentales Rollenspiel noch  schnell gepulste Hack´n ´Slay-Action, sondern vielmehr ein gemütliches Sammelkartenspiel. Aber niemand möge daraus Rückschlüsse auf die Spieltiefe oder den Reizfaktor ziehen. Denn "Hearthstone" versteht sich als  Herausforderung für Taktiker und als ungewöhnliche Schönheit unter Ihresgleichen: Das werfen Besitzer von PC und Mac sogar dann gerne ein, wenn sie bisher keine Affinität zum Genre haben. 

Blizzard-Qualität für lau

Also auf eines kann man sich bei Schöpfungen aus dem Hause Blizzard verlassen: Sie sind von vorne bis hinten bis ins kleinste Detail durchgestylt. Die Gameplay-Politur ist stets von einer Güte, wie sie nur sehr wenige andere Hersteller ihren Produktionen angedeihen lassen. Das ist auch bei "Hearthstone" der Fall. Man muss kein Fan von Sammelkarten sein oder mag noch nie etwas vom Fantasy-Universum "Warcraft" gehört haben, und kann dennoch dem Charme von "Hearthstone" erliegen. Die liebevolle Machart und die zuvorkommende Bedienung verdienen umso mehr Anerkennung, als es sich um das erste Free-to-Play-Game aus dem Hause Blizzard handelt. Der Download ist gratis, die Spielteilnahme grundsätzlich kostenlos. Nur wer seine Kartensammlung schnell vervollständigen möchte, wird zur Kasse gebeten. Notwendig ist das aber nicht. "Hearthstone" unterhält großartig, ohne dass man nur einen Cent investiert. Jeder kann zwischen neun Helden wählen und sich mit den Karten in seiner Sammlung Kartendecks zusammenstellen.

Eine Welt der Krieger, Orks und Werwölfe

Von Beginn an legt einem das Spiel den roten Teppich aus. Ein kleines aber feines Introvideo entführt einen in Blizzards bunte Fantasy-Universum "Warcraft", das nach den gleichnamigen Strategiespielen und dem populären Online-Rollenspiel "World of Warcraft" nun also auch diesem Sammelkarten-Game als Rahmen dient. Krieger und Zauberer, Orks und Wölfe betreten das Schlachtfeld und kämpfen um den Sieg. Sie tun das unter Führung zweier Online-Mitspieler, die stets gegeneinander antreten. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Internet-Zugang und ein Battletag, also ein Benutzerkonto bei Blizzards Online-Plattform Battle.net. Anmeldung und Mitgliedschaft sind kostenlos, es ist kein Abo notwendig.

Startschuss zur Hearthstone Open-Beta

Der offizielle Trailer zur Beta des kostenlosen Sammelkartenspiels von Blizzard Entertainment.

Startschuss zur Hearthstone Open-Beta


Die unterschiedlichen Spielmodi

Hearthstone bietet diverse Spielmodi an, die zumeist den Fokus auf das Spiel gegen andere Spieler setzen. Es gibt zwar, neben dem Tutorial, auch die Möglichkeit gegen Computergegner zu spielen, auf Dauer werden die jedoch eher öde und man sucht automatisch die Herausforderung durch andere Spieler. Das kann in Freundschafts-Partien gegen Spieler von der eigenen Freundesliste geschehen, nicht gewerteten Zufallspartien, Ranglisten-Matches, in denen Siege und Ränge gesammelt werden, oder einem besonders interessanten Modus: Die Arena.

Um an einer Arenapartie teilzunehmen muss man zunächst entweder 150 Gold, die man durch Quests und Siege verdient, oder knapp 1,79 Euro berappen. Anschließend werden einem zufällig drei der neun Heldencharaktere angeboten. Ist die Wahl des Helden getroffen, geht es darum sein Deck aus 30 Karten zusammenzustellen. Dazu werden einem in 30 Durchgängen drei Karten angeboten, von denen man sich jeweils eine aussuchen darf, die beiden anderen verschwinden. Hat man sich für seine 30 Karten entschieden, tritt man solange gegen andere Spieler an, bis man 12 Siege oder drei Niederlagen gesammelt hat.

Durchdachte Benutzerführung

Schon der Beginn einer Partie ist viel unterhaltsamer, als man es einem Sammelkarten-Game gemeinhin zutrauen möchte. Umrahmt von wundervollen kleinen Animationen stellen sich die die Gegner einander vor und schleudern einander Begrüßungen ins Gesicht. Der herrlich ironische Ton und insbesondere die großartige Eindeutschung verdienen höchste Anerkennung. Dass Dialoge in einer solchen Qualität getextet und vertont werden, das ist selbst bei Vollpreis-Spielen keineswegs selbstverständlich – und noch viel weniger bei Free-to-Play-Games. Sind der Worte genug gewechselt, beginnt die Partie.

Runde um Runde erhält jeder Mitspieler eine (oder bei speziellen Karteneffekten auch mehrere Karten) in seine Hand hinzugefügt. Er kann sie horten und hüten, oder auf dem Spielfeld auslegen und damit zum Einsatz bringen. Zwei grundsätzliche Karten-Varianten gibt es: Kreaturen, die mitunter eigene Spezialfähigkeiten mitbringen, wie Gegnern Schaden zuzufügen, Gesundheitspunkte in den eigenen Reihen wiederherzustellen oder viele noch weitaus ausgefallenere Effekte (Beispiel: bei Ableben eine neue Ersatzkreatur beschwören). Zauber wiederum können entweder die eigenen Kreaturen verbessern, Schaden zufügen oder ganz allgemein die Rahmenbedingungen des Matches ändern. Zusätzlich zu speziellen Karten verfügt übrigens jeder Held über eine Spezialfähigkeit, die theoretisch einmal pro Zug angewendet werden darf.

Gelungenes Tutorial

Welche Karten auf welche Weise wirken, welche Bedeutung Angriffs- und Lebenspunkte haben und wie das alles im Zusammenspiel funktioniert: All das erklärt ein sechsstufiges Tutorial äußerst anschaulich. In der Rolle der Magierin Jaina Proudmoore tritt man im Rahmen dieses Einstiegs-Trainings gegen den Magier Millhaus Manasturm und fünf andere Computergegner an. Runde um Runde kommen alle Merkmale zum Einsatz, die das Kartenspiel prägen. Das durchdachte Gamedesign ist verantwortlich dafür, dass viele Nuancen gar keiner großen Worte bedürfen. Angenommen man möchte einen Angriffszauber auf einen Gegner ausführen, der aber durch einen Schutzzauber geschützt ist: Dann versandet der Angriff nicht einfach, sondern eine Stimme erklärt in kurzen knappen Worten was Sache ist. Selbst die jungfräulichsten Genre-Einsteiger finden sich dank solcher Hilfsmaßnahmen direkt zurecht.

Viele taktische Facetten

Kenner wiederum  werden die vielen Facetten und Finessen zu schätzen wissen, die sich in den über 300 verschiedenen Karten versteckt halten. Direktangriffe, Schnellheilung, Magieverstärker, Naturkatatrophen und viele andere Klassen und Ereignisse machen "Hearthstone" zu einem  variantenreichen und listigen Zeitvertreib, bei dem der Zufall zwar eine Rolle spielt, sich dabei aber angenehm zurückhält. Die ausgewogene Spielbalance sorgt dafür, dass Könner und Taktiker auch mit einem vermeintlich schwachen Deck siegen können. Ein Profispieler hat jüngst bewiesen, dass man auch mit Standardmitteln, ohne Geld auszugeben, in die höchsten Ränge aufsteigen kann. Freiraum zur Verwirklichung eigener Vorstellungen ist ebenfalls gegeben. Der eine wird von Beginn an Attacke reiten, Karten aufs Spielfeld legen und den Gegner Runde für Runde schwächen wollen. Andere wiederum behalten ihre Karten lieber in der Hand, bis sie genug Manakristalle für den Einsatz von besonders mächtigen Kartenkombinationen gesammelt haben und so mehr oder weniger überraschend den Sieg abräumen können. Jeder wie er mag.

Was wir mögen

Für eine Free-to-Play-Produktion macht "Hearthstone" einen außergewöhnlich runden Eindruck. Insbesondere die aufwendige Eindeutschung mit hervorragenden Synchronsprechern verdient Anerkennung. Außerdem hält sich die Schöpfung aus dem Hause Blizzard angenehm mit Kaufhinweisen zurück. Wer bessere Karten lieber schnell erwerben als zeitaufwendig freispielen möchte, kann das tun, wird aber nicht dazu gedrängt. 

Was wir nicht mögen

Die Dialogszenen im Tutorial lassen sich nicht abbrechen, ähnliches gilt für Animationen vor und während der Partien. Das hemmt manchmal den Spielfluss. Bisher stellt sich der Computer lediglich für das Tutorial und für Übungspartien als Gegner zur Verfügung. Einen darüber hinausgehenden "Adventure-Modus" mit Einzelspieler-Kampagne will Blizzard nachreichen.

Fazit

Wer Sammelkarten-Spiele bisher mit dem langweiligem Dreschflegeln von kleinen bedruckten Kartons verwechselt, den wird "Hearthstone" eine besseren belehren. Das gelungene Tutorial und ein gut funktionierendes Mitspieler-Zuweisungs-System sorgen für einen gelungenen und frustfreien Einstieg. Vergleiche mit dem Schachspiel sind durchaus legitim, so raffiniert fühlt sich das kleine Kriegsspiel zwischen Magier, Druide, Krieger und Co. aus dem "Warcraft"-Universum an.

Infos zum Spiel

Titel: Hearthstone: Heroes of Warcraft
Genre: Karten-Sammelspiel
Publisher: Activision Blizzard
Hersteller: Blizzard Entertainment
Release-Termin: bereits veröffentlicht
Preis: Free-to-Play mit optionalem Ingame-Shop
Systeme: PC, Mac (iOS- und Android-Versionen in Arbeit)
USK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung
Wertung: Sehr gut

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