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Hands-on-Preview zum Online-Rollenspiel WildStar von NCsoft für PC

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Hands-on-Preview zu WildStar | Online-Rollenspiel | PC  

Action auf dem entlaufenen WoW-Trabanten

15.04.2014, 15:06 Uhr | Heinrich Lenhardt (jr / nic), Medienagentur plassma

Hands-on-Preview zum Online-Rollenspiel WildStar von NCsoft für PC. WildStar Online-Rollenspiel für PC von Carbine Studios (Quelle: NCsoft)

WildStar (Quelle: NCsoft)

Eine Gruppe von ehemaligen "World of Warcraft"-Miterfindern treibt es bunt: Mit fröhlicher Cartoon-Grafik wollen sie MMORPG-Helden und solche, die es noch werden wollen, auf den Planeten Nexus locken, wo einfallsreiche Spielvarianten und virtuelle Eigenheime zum längeren Verbleib motivieren sollen. Die flotte Action-Orientierung und der ausgeprägte Sinn für Humor verleihen dem Online-Rollenspiel-Underdog "WildStar" durchaus Charme und Frische, auch wenn immer wieder ein gewisses "WoW"-Feeling durchsickert. Wir haben den Entwickler Carbine Studios in kalifornischen Aliso Viejo besucht und uns den vielversprechenden Debütanten näher angesehen.

Wild auf die neue Welt

Einst beherrschte die hoch entwickelte Zivilisation der Eldan die Galaxis, doch vor einigen Jahrtausenden verschwanden die Burschen urplötzlich von der Bühne. Das "Warum" und "Wieso" blieb ebenso ein Mysterium wie die genaue Lage des Eldan-Heimatplaneten Nexus. Als dieser eines Tages entdeckt wird, stürzen sich die Mitglieder von zwei verfeindeten Fraktionen ins nächste Raumschiff, um die Welt (und ihre technologischen Schätze) für sich zu beanspruchen. Der Dominion-Bund wurde einst von den Eldan gegründet, um die Galaxis mit eiserner Faust zu regieren. Die Verbannten sind dagegen vom Dominion vertriebene Völker, welche Nexus als ihre neue Heimat beanspruchen.

Vier Völler, sechs Klassen und jede Menge Endgame-Content

Wer mit auf die Entdeckungsreise gehen will, muss sich für eine der beiden Seiten entscheiden. Pro Fraktion stehen vier Völker und sechs Charakterklassen zur Wahl. Egal, ob alleine, mit- oder gegeneinander, WildStar verspricht eine Vielfalt an Rollenspiel-Aktivitäten auf dem Weg bis zum Level 50. Da geht das Warmturnen dann zu Ende und das Heldenleben mit High-End-Schlachtzügen und "Kriegsbasen"-Modus erst richtig los - schließlich sollen die Spieler als gebührenzahlende Kunden bei der Stange gehalten werden.

Déjà WoW Vu?

Sonderlich einfallsreich ist es nicht, jedes dahergelaufene neue Online-Rollenspiel mit dem MMORPG-Platzhirsch "World of Warcraft" zu vergleichen. Doch bei WildStar lässt es sich alleine wegen der Entwicklungsgeschichte nicht vermeiden: 17 Blizzard-Veteranen gehörten 2005 zum Gründungspersonal von Carbine Studios. Die wollten für den Rest ihres Berufslebens auch mal was anderes machen als Erweiterungen für WoW. Da mutet es schon wie Ironie des Schicksals an, dass die Arbeit an Carbines ersten eigenen Online-Spiel fast zehn Jahre dauerte.

Das Resultat in Form von WildStar greift zudem viele der bewährten Mechanismen und Spielgefühl-Zutaten des Blizzard-MMORPGs auf: Durch Ausrufezeichen markierte Questgeber ermutigen uns zum Killen aller möglicher Computergegner, um so allmählich stark genug für die Erkundung weiterer Zonen zu werden. Auch der stilisierte Cartoon-Grafikstil erweckt den Eindruck, dass es sich beim Planeten Nexus um einen entlaufenen Trabanten der "WoW"-Welt Azeroth handeln könnte.

Kampfabsichten telegrafieren

Doch das quirlige Kampfsystem des Neulings sorgt für ein anderes Spielgefühl als beim halbautomatischen Abklingzeiten-Management von World of Warcraft. WildStar folgt dem Trend zum bewegungsintensiveren MMO-Schlagabtausch und verlangt vom Spieler manuelles Zielen. Der eingeblendete Wirkungsradius hilft beim Anvisieren, damit möglichst viele Gegner gleichzeitig etwas vom verursachten Schaden abkriegen. "Telegrafieren" nennen die Spielentwickler das Prinzip, den Wirkungsbereich von Sonderfähigkeiten zu verdeutlichen. Das gilt auch für Angriffe der Feinde, die als rote Markierungen dargestellt werden - da bewegen wir unseren Helden lieber schleunigst aus dem roten Bereich. Im Gruppenspiel sind nützliche Zauber der Mitstreiter als grüne Flächen gekennzeichnet, in die man sich begeben sollte, um Heilung oder andere Stärkungen abzukriegen.

Auf dem rechten Pfad

Das augenzwinkernde Szenario mixt Science Fiction mit einer Prise Western-Pionier-Flair, ohne sich dabei sonderlich ernst zu nehmen. Zusammen mit der flotten und spaßigen Kampfsteuerung wird der Routine-Beigeschmack übertüncht, der sich bei Spielbeginn einstellt. Zielstrebig klappern wir Auftraggeber ab, lesen die als Textfenster präsentierten Missionsbeschreibungen quer und ziehen von effizienten Orientierungshilfen geleitet an die gewünschte Position, um Sachen zu sammeln und Gegner zu dezimieren.

Für zusätzliche Zerstreuung sorgt der "Pfad" unseres Helden, eine von vier Berufsrichtungen, die unabhängig von der Charakterklasse gewählt wird. So scannen und katalogisieren Wissenschaftler die Umgebung ab und erfahren mehr über die Welt, während Siedler fleißig Ressourcen sammeln und damit für alle Spieler nützliche Einrichtungen bauen. Freunde der kreativen Wegfindung versuchen sich dagegen auf dem Kartographie-Pfad, während man als Soldat noch mehr Kampf- und Kill-Quests erlebt.

Abenteuerliche Ideen für spielerische Vielfalt

Für gesellige Abwechslung sorgen kleine und große Dungeon-Instanzen, die man in Fünfergruppen oder als Mitglied eines bis zu 40 Helden starken Schlachtzugs betritt. Der gemeinsame Kampf gegen extra-knackige Computermonster verheißt hochwertige Ausrüstung als Belohnung - ein WoW-bewährtes Motivationsmittel. Eine WildStar-Spezialität sind sogenannte "Abenteuer", in denen der übliche Rollenspiel-Trott durch spezielle Spielmechaniken aufgemischt wird. Diese Szenarien stecken voller taktische Entscheidungen, die deren weiteren Verlauf beeinflussen. So soll auch wiederholtes Durchspielen reizvoll und schwer berechenbar sein.

Es ist Krieg!

Mit den "Kriegsbasen" gibt es zudem einen interessanten PvP-Modus ("Player versus Player"), bei dem sich zwei Teams mit jeweils 40 Spielern gegenüber stehen. Der strategische Clou: Vor der Schlacht bebaut jede Seite ihren Teil des Spielfelds, stellt Fallen und Barrieren auf oder beschwört sogar Dungeon-Obermonster als Verstärkung. Die Planung ist ähnlich wichtig wie die Kampfaction im Getümmel. Mit solchen Herausforderungen soll das Spiel auch nach Erreichen der Höchststufe motivierend bleiben - schließlich winken reichlich Ruhm und Reichtum in Form elitärer Ausrüstungsgegenstände.

Schöner wohnen

Nicht alle Bauvorhaben sind so konfliktbeladen wie die Kriegsbasen. Im privaten Eigenheim erholt sich der geplagte Held vom Kampfalltag. Dabei kann er sein Domizil in einem Ausmaß dekorieren, dass selbst verwöhnten "Sims"-Fans das Wasser im Munde zusammen läuft. Jeder einzelne Raum lässt sich mit Möbeln und Souvenirs aus bestandenen Abenteuern bestücken. Neben Tapete und Bodenbelag dürfen Sie zum Beispiel auch die Lichtverhältnisse einstellen, um ein ganz bestimmtes Ambiente zu schaffen.

Objekte können neu arrangiert, rotiert, skaliert und teilweise sogar kombiniert werden. Dabei wird das Äußere nicht vernachlässigt: Verschiedene Hausformen lassen sich erwerben und ändern, zudem gehört ein bebaubares Grundstück zum Anwesen. Da pflanzt man ambitioniertere Dinge an als Geranien und Gartenzwerge: Vom Portal zu Nexus-Zonen bis zur Rohstoffquelle lässt sich allerlei niedliches und nützliches errichten. Es gibt sogar Spielereien vor der eigenen Haustüre: Bei Mini-Games oder Besuchen im Zufalls-Dungeon verdienen Sie sich im Alleingang oder zusammen mit Freunden Devisen für den virtuellen Möbelkauf.

Was uns gefällt

Die Mischung aus bewährten MMO-Motivationsmittelchen und neuen Spielvarianten-Ideen wirkt gut abgestimmt. Dabei gibt es sowohl für Gruppendynamiker als auch Einzelspieler reichlich was zu tun. Das manuelle Zielen bei der flotten Kampfsteuerung macht Spaß, dabei sorgen die Wirkungsbereich-Markierungen für Durchblick. Der Cartoon-Grafikstil ist gut gemacht und die allgemeine Spielwelt-Heiterkeit eine nette Abwechslung von der bierernsten Weltenretterei, wie sie sonst bei Online-Rollenspielen üblich ist.

Was uns nicht gefällt

Der Spaß wird teuer, denn neben der Vollpreis-Software sind auch Monatsgebühren fällig. Wer von "WoW" ausgebrannt ist, den beschleicht womöglich das Gefühl, bei "WildStar" auf einer recht ähnlich gestrickten Level-Tretmühle gelandet zu sein.

Fazit

WildStar ist eine Liebeserklärung an die Freuden klassischer Online-Rollenspiele. Das Online-Rollenspiel wirkt gleichermaßen nostalgisch wie progressiv - der Newcomer peppt die "WoW"-Erfolgsformel mit aktiver Action-Kampfsteuerung und einigen interessanten Spielmodus-Ideen auf. Wie vielen Spielern der Spaß eine Monatsgebühr wert ist, dass muss sich noch zeigen. Schließlich gibt es mit "Guild Wars 2" eine hochwertige Alternative ohne Nachzahlzwang.

Infos zum Spiel

Titel: WildStar
Genre: Online-Rollenspiel
Hersteller: Carbine Studios
Publisher: NCsoft
Release-Termin: 3. Juni 2014
Preis: zirka 60 Euro (plus 13 Euro Spielgebühr pro Monat)
System: PC
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Eindruck: Gut

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