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Trials Fusion im Test: Balanceakt zwischen Lust und Frust

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Test Trials Fusion | Geschicklichkeits-Rennspiel | PC, Xbox 360, Xbox One , PS4  

Balanceakt zwischen Lust und Frust

30.04.2014, 09:26 Uhr | (jr / nic) , Richard Löwenstein

Trials Fusion im Test: Balanceakt zwischen Lust und Frust. Trials Fusion Geschicklichkeits-Rennspiel für PC, PS4, Xbox 360 und Xbox One von RedLynx (Quelle: Ubisoft)

Trials Fusion (Quelle: Ubisoft)

Frust hat noch nie so viel Spaß gemacht wie bei diesem abgedrehten Geschicklichkeits-Test. "Trials Fusion" schießt irre Motocrosser über aberwitzige Rampen und lässt sie in Schluchten stürzen, gegen Wände prallen und tausend weitere Tode sterben - und zwar genau solange, bis sich der Spieler dem Treiben mit Timing, Gefühl und einer Mordsgeduld entgegen stemmt. Die bitterböse Gaudi auf zwei Rädern ist dem finnischen Entwickler Redlynx entschlüpft und feiert aktuell auf PC, Xbox 360, Xbox One und PS4 ihr Unwesen.

Launch-Trailer zum neuen Trials: Fusion

Auch in der Zukunft ist beim Motocross Geschick gefragt.

Launch-Trailer zum neuen Trials: Fusion


Eine Frage der Physik

Einen irren Stuntpiloten über spektakuläre Berg- und Talbahnen begleiten und sich daran erfreuen, wenn es ihn aus dem Sattel seiner Motocross-Maschine hebt und er kopfüber auf die Plautze fällt? Diese Spielidee ist nicht neu, die gibt es seit dem 1985 veröffentlichten Oldiegame "Kikstart" für den Heimcomputer C64. Mit richtig schicker 3D-Grafik aufpoliert und um etliche Extra-Herausforderungen ergänzt, aber sonst im Wesentlichen erstaunlich unverändert, greift die "Trials"-Reihe seit einigen Jahren die Idee auf. Das Ganze lebt nach wie vor von der Verquickung aus realitätsnaher Physiksimulation und gnadenlosem Geschicklichkeits-Spaß. Wie die Vorgängerspiele ist "Trials Fusion" ein ständiger Balanceakt zwischen Lust und Frust, dosiertem Gas geben und Gas lupfen, damit man Steigungen und andere Hindernisse mit genau der richtigen Geschwindigkeit trifft und so überwindet.

Totale Körperkontrolle

Außerdem darf der "Trials"-Pilot den Körper des Piloten nach hinten und vorne lehnen und so das Vorder- oder Hinterrad anheben, beispielsweise zwecks Sprung-Auslösung. Zehntelsekunden entscheiden dabei, ob so eine Aktion gelingt oder missrät. Wer sich einen Tick zu spät einen Hauch zu lange nach hinten lehnt, dem gerät schon ein simpler Wheelie völlig außer Kontrolle - und schon stürzt der Pilot hinterrücks aus dem Sattel und purzelt wild durch die Pampa. Doch damit hat es sich. Mehr ist nicht dran an der Basis-Steuerung. Es gibt keine Lenkung. Das Moped fährt immer geradeaus, sozusagen wie auf Schienen. Man muss im Grunde nur acht geben, dass es nicht aus den Schienen hüpft oder dass es nach einem Sprung wieder halbwegs mit beiden Rädern in den Schienen landet.

Hundert Heldentode

Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn etwas zu viel Gas oder das Hinterrad in der Luft im falschen Moment, und schon schlägt das Bike völlig übertriebene Purzelbäume und zerlegt sich selbst. Versagen gehört in Trials Fusion zum System. Mehr als 100 Neustarts pro Strecke sind durchaus keine Schande. Weil einem aber die Steuerung vom Fleck weg ins Blut geht und das Moped derart nachvollziehbare Reaktionen zeigt, sucht man die Schuld im Fall des Scheiterns eher bei sich als beim Spiel - und bleibt auch dabei, weil die Streckenlängen letzten Endes doch überschaubar sind und das Ziel in Sicht bleibt.

Außerdem dauern Neustarts oder die Rückversetzung ans letzte Etappenziel immer nur einen Wimpernschlag. Alles geht ganz schnell und ohne jede Ladepause - was hier auch unbedingt notwendig ist. Wie die Vorgängerspiele begeistert "Trials Fusion" mit vorbildlichem Spielfluss ohne bemerkenswerte Spaßbremsen.

Viele Abende gute Unterhaltung

Kaum zu glauben, wie viele Stunden an Unterhaltung sich aus diesem simplen Spielprinzip herauspressen lassen. Es gibt so unendlich viele Feinheiten zu entdecken. Geübte Stuntfahrer ziehen während eines Sprung noch einen Backflip-Looping nach hinten ab oder lassen sich aus dem Sattel gleiten und hängen sich mit den Händen an den Sattel - ein sogenannter Superman. Jeder gelungene Trick und jede perfekte Landung werden mit Punkten belohnt.

Soweit kennt man das aus der "Trials"-Reihe, die Neuerungen sind eher subtil. Zum Beispiel schnellt der Punktestand in ungeahnte Höhen, wenn man vorgegebene Herausforderungen meistert: Fahre Vollgas bis ins Ziel, trage dein Motorrad auf einem Rad über den Kurs, berühre keine gelben Blumen und dergleichen. Nichts stachelt mehr an, als solche Tricks aneinander zu reihen und auf diese Weise den Online-Punktestand eines Kumpels zu schlagen.

Noch irrer und schräger

Im Vergleich mit seinen Vorgängerspielen gibt sich "Trials Fusion" halt noch schräger und spektakulärer. Der neue Science-Fiction-Anstrich bringt extreme Situationen mit sich wie zum Beispiel Sprünge vom Dach eines Wolkenkratzers zum Dach eines anderen oder Fahrten durch abstrakte Neonwelten wie aus dem Disney-Movie "Tron". Man wird auch schon mal direkt nach dem Start dem freien Fall überlassen und stürzt mehrere hundert Meter tief auf eine mitten in der Luft schwebende Piste, bloß damit einen kurz darauf ein Katapult über eine mehrere hundert Meter breite Schlucht schnalzt - jedenfalls sofern das Tempo bei der vorausgehenden Steigung präzise stimmt und bei der Landung auf dem Katapult beide Räder den Boden berühren.

PS4 schlägt Xbox One

Ab Herausforderungen fehlt es nicht, an Abwechslung ebenso wenig. Hinter Streckennamen wie "Arktisches Open", "Turbinenterror" oder "Schmutziges Derby" verbirgt sich eine kunterbunte Sammlung aus Wäldern und Bergen, Städten und weiteren Kulissen mit allerlei wilden Sprüngen, Steilstücken, Kanten und Schluchten. Technisch geben sich alle Spielversionen keine Blöße. Die PC-Fassung sieht am schönsten aus. Die Version für PS4 kommt dem sehr nahe und wirkt einen Hauch schärfer als die für den Konsolen-Konkurrenten Xbox One.

Aber diese minimalen Unterschiede haben in der Praxis keine Bedeutung. Entscheidend ist, dass alle Versionen mit einer stabilen Bildwiederholrate von 60 Frames pro Sekunde laufen. Das bildet die Grundlage für flüssiges Gameplay und reaktionsschnelle Steuerung.

Was uns gefällt

Die Steuerung ist das herausragende Merkmal an diesem Spiel: Das Motorrad reagiert zackig und verlässlich auf jeden Gasstoß und jede Lageveränderung des Körpers. Mit Feuerwerk und vielen anderen optischen Gags macht das Spiel außerdem ziemlich viel aus seinen visuellen Möglichkeiten.

Was uns nicht gefällt

Den Bildtexten der deutschen Version fehlt es leider an Esprit. Ärgerlich, dass die Hersteller an Synchronsprechern sparen. Wer die wertvollen gesprochenen Spieltipps mitbekommen möchte, muss also gut Englisch verstehen oder mit einem Auge auf die Untertitel am unteren Bildrand schielen. Vor allem in den Tutorials kann das sehr lästig sein.

Fazit

Auch wenn sich Quads und ein paar andere Ergänzungen vielleicht nicht perfekt in das Gesamtbild einfügen, macht "Trials Fusion" doch einen rundum runden Eindruck. Liebe und Hass, Frust und Höhenflug liegen so dicht beieinander wie bei kaum einem anderen Videospiel. Einerseits sind Erfolge hart erarbeitet. Andererseits löst kaum etwas solche Glücksgefühle aus wie das Wissen, den Online-Highscore eines Kumpels geschlagen zu haben. Hardcore-Gamer werden ihre wahre Freude haben. Gelegenheits-Spieler könnten den Schwierigkeitsgrad zu frustrierend finden.

Infos zum Spiel

Titel: Trials Fusion
Genre: Geschicklichkeits-Rennspiel
Publisher: Ubisoft
Hersteller: RedLynx
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 20 Euro (Download) / zirka 40 Euro (Boxed)
System: PC, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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