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Hearthstone Heroes of Warcraft: Interview mit Blizzard-Chefdesigner Eric Dodds

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Hearthstone: Heroes of Warcraft  

Vom belächelten Mini-Projekt zum Kartenspiel-Hit

14.05.2014, 15:31 Uhr | (jr / ams), Medienagentur plassma

Hearthstone Heroes of Warcraft: Interview mit Blizzard-Chefdesigner Eric Dodds. Heartstone: Heroes of Warcraft - Interview mit Blizzard-Chefdesigner Eric Dodds (Quelle: Blizzard Entertainment)

Hearthstone: Heroes of Warcraft - Interview mit Blizzard-Chefdesigner Eric Dodds (Quelle: Blizzard Entertainment)

Blizzard Entertainment - Hersteller von Mega-Hits wie dem MMORPG "World of Warcraft" und dem Action-Rollenspiel "Diablo 3" - hat ein zuvor im Verborgenen vor sich hin dümpelndes Genre zu neuem Glanz verholfen. Mit digitalen Sammelkarten-Spielen konnte vor "Hearthstone: Heroes of Warcraft" nur ein kleiner, eingeschworener Kreis von Spiele-Nerds etwas anfangen. Heute tippen und taktieren mehr als zehn Millionen Menschen auf ihren iPads und PC. Doch bis zu diesem Erfolg war es ein harter und steiniger Weg, wie Chefdesigner Eric Dodds im Gespräch mit T-Online Spiele verrät.

Hearthstone: Heroes of Warcraft - ein Projekt auf der Kippe

"Auch intern bei Blizzard gab es viele Vorbehalte. Es ist keines dieser Spiele, für die unsere Firma eigentlich steht. Es hat wenige Dialoge, ist recht klein vom Maßstab, arbeitet nicht mit Orchester-Musik und sollte von einem winzigen Team entwickelt werden." Dodds Aussage ist klar: Hearthstone ist weit weg von den Dimensionen eines World of Warcraft, und es genoss lange keine Priorität bei Blizzard. Beinahe wäre das Projekt sogar gestorben, weil Teile des Teams für die kommende WoW-Erweiterung "Warlords of Draenor" abgezogen wurden. Im Interview enthüllt der Chefentwickler die spannende Entwicklungsgeschichte des Online-Sammelkarenspiels,

T-Online.de Spiele: Rund um "Hearthstone" wurde immer wieder von Team 5 gesprochen. Was steckt dahinter?

Eric Dodds: Team 5 war unser interner Projektname. Blizzard ist eigentlich ein sehr großes Studio, wir haben über 5000 Kollegen alleine hier in Irvine, Kalifornien. Ich denke, wir sind bekannt dafür, qualitativ hochwertige Spiele abzuliefern, die allerdings auch lange in Entwicklung sind. Wir nehmen uns generell viel Zeit und arbeiten in sehr großen Teams, hatten aber die Idee, mal etwas Neues auszuprobieren. Wir wollten in kürzeren Abständen kleinere Projekte entwickeln, bei denen wir experimenteller arbeiten und uns neue Genres erschließen.

Natürlich suchen wir immer nach kreativen Ideen, aber bei einem Add-on, beispielsweise für World of Warcraft, können wir keinen wirklich radikalen Schnitt machen, sondern müssen natürlich einer gewissen Erwartung der Fans gerecht werden. Wir können aus "WoW" nicht einfach ein digitales Brettspiel machen, um es so zu formulieren (er lacht). Hearthstone hingegen ist ein Titel, den eigentlich niemand erwartet hat. Neun Helden, deren Armeen man aus der Vogelperspektive auf einem digitalen Spielbrett in die Schlacht schickt? Das klingt nicht nach Blizzard. Selbst intern gab es durchaus Vorbehalte gegen das Projekt.

Wie haben sich diese Vorbehalte geäußert, und wie haben Sie letztlich Ihre Kollegen überzeugt?

Die Idee für "Hearthstone" entstand bei einem unserer internen Game-Jams. Das ist im Grunde ein Wettbewerb, bei dem sich kleine Teams formieren und in wenigen Tagen ein Konzept zum ersten Prototypen entwickeln. Das machen wir vor allem, um die kreativen Batterien nach einem sehr langen, stressigen Projekt wieder aufzuladen. Jeder kann seinen Ideen freien Lauf lassen, und wir hatten eine kleine Gruppe von "Magic: The Gathering"-Fans, die ein digitales Kartenspiel entwickeln wollten.

Das fanden natürlich viele bei Blizzard spannend, andere haben sich aber gefragt, ob das zu uns passt. Es ist ja letztlich im Verhältnis zu unseren anderen Spielen ein recht minimalistischer Titel - ohne große Dialoge, ohne Orchester-Musik. Und Hearthstone fokussiert sich auf einzelne Spielbretter mit unterschiedlichen Szenarien, es gibt keine offene, große Welt.

Startschuss zur Hearthstone Open-Beta

Der offizielle Trailer zur Beta des kostenlosen Sammelkartenspiels von Blizzard Entertainment.

Startschuss zur Hearthstone Open-Beta


Das sind Vorbehalte, die auch Fans und Presse bei der Enthüllung auf der Penny Arcade Expo in Boston geäußert haben. Alle rechneten im November 2013 mit der Enthüllung einer neuen MMO-Marke...

Richtig, darauf waren wir im Grunde eingestellt. Wir sind bei Blizzard ja letztlich auch alle Gamer, insofern waren die ersten Ressentiments keine Überraschung. Allerdings hatten wir bereits die Alpha-Version im Gepäck, die Leute konnten direkt drauflos spielen und waren ziemlich überrascht.

Wir haben die hohen Einstiegshürden des Genres eliminiert. Normalerweise muss man sich Regelwerke kaufen und sich damit intensiv beschäftigen, um die Mechaniken solcher Kartenspiele zu verstehen. Hearthstone ist aber anders, wir transportieren sehr stark Spielmechaniken über visuelle Reize. Deshalb bildet sich bei Zauberangriffen beispielsweise eine Linie von meinem Charakter zu Ihrem. Und bei einem Wirbelangriff zeigen wir die Animation genau so, wie sie in World of Warcraft oder den Warcraft-Strategiespielen abgespielt werden würde.

Als das iPad erschien, haben viele Publisher versucht, ihre Konsolen- und PC-Spiele 1:1 aufs Tablet zu portieren. Mittlerweile sehen wir immer mehr Auskopplungen wie Hearthstone oder auch "Hitman Go", bei dem der bekannte Auftragskiller auf einem Schachbrett agiert. Könnte sich das zum Trend entwickeln?

Ehrlich gesagt war Hearthstone ursprünglich ein reiner PC-Titel. Aber dann haben wir mit dem iPad experimentiert und gemerkt, wie gut sich das anfühlt. Es ist ein Spiel, das viel Nachdenken und Strategie erfordert, aber deutlich weniger Interaktion als beispielsweise ein Warcraft 3. Sie müssen also nicht ständig irgendwo hinklicken, es reicht, seine Karten vom Stapel aufs Feld zu ziehen. Deshalb ist der Titel sehr leicht spielbar. Wir bekommen immer wieder Feedback, dass beispielsweise jüngere Fans ihren Eltern Hearthstone zeigen und die dann ihre Finger auch nicht mehr davon lassen können (er grinst).

Viele ältere Strategietitel wie "Warcraft 3: Frozen Throne" haben noch immer eine aktive Community. Werden wir diese Spiele auf dem iPad sehen?

Das ist eine Frage der Philosophie. Wir sind ein Studio, das direkte Portierungen grundsätzlich ablehnt. Generell schauen wir uns eine Plattform sehr genau an und versuchen das Maximum rauszuholen. Deshalb haben wir auch sehr viel Zeit in die Diablo 3-Version für PS3 und Xbox 360 investiert [Anmerkung der Redaktion: Die "Ultimate Evil Edition" inklusive "Reaper of Souls" für Xbox One und PS4 erscheint am 19. August 2014], weil die Maussteuerung sich nicht adäquat 1:1 auf ein Konsolen-Gamepad übertragen lässt.

Insofern: Sag niemals nie, aber Warcraft 3 ist ein Titel, der stark von seiner Schnelligkeit und seinem Multitasking lebt. Ich ziehe beispielsweise im Süden meine Basis hoch, sichere im Südosten weitere Goldvorkommen und greife parallel im Norden an. Das ließe sich schwer auf einem Tablet und mit Touchsteuerung vereinen. Das Spiel muss sich anfühlen, als wäre es wirklich für dieses Gerät konzipiert worden. Man könnte mit Tablet-Portierungen sicher Geld verdienen, aber das steht bei uns nicht im Vordergrund.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Benjamin Kratsch.

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