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Mario Kart 8 für Wii U im Test: Der Klempner gibt wieder Gas

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Test Mario Kart 8 | Arcade-Rennspiel | Wii U  

Habt acht: Nintendos Super-Klempner gibt wieder Gas

16.05.2014, 16:21 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Mario Kart 8 für Wii U im Test: Der Klempner gibt wieder Gas. Mario Kart 8 Fun-Racer von Nintendo für Wii U (Quelle: Nintendo)

Mario Kart 8 Fun-Racer von Nintendo für Wii U (Quelle: Nintendo)

Wenn Erwachsene zu Kindern werden und mit Freunden, dem Nachwuchs oder dem Herzenspartner vor dem Flatscreen abfeiern, dann könnte das an Nintendo liegen: Jedes Mal, wenn die Japaner ein neues Vollgas-Spektakel aus der "Mario Kart"-Reihe starten, ist gute Laune vorprogrammiert. Das gilt auch für den neuen Teil acht, selbst wenn der wieder einmal auf umwälzende Neuerungen verzichtet und stattdessen auf der Wii U bewährtes Gameplay um neue Facetten erweitert.

Ein infantiles Autorennen

Bei oberflächlicher Betrachtung wirkt so ein Mario Kart ja eher einfach gestrickt. Wie ein infantiles Autorennen, von einem Cartoonisten auf Speed gezeichnet und danach in einen explodierten Farbmalkasten getunkt. Zwölf Piloten stehen in knatternden Motorkarts am Start, flitzen nach dem Countdown von dannen und driften drei Runden lang von Kurve zu Kurve. Sobald einer die Ziellinie überquert, ist das Rennen vorbei. Gelegentlich tut sich Seltsames, zum Beispiel sobald bläulich schimmernde Quader in Sicht kommen. Diese Extracontainer will jeder erhaschen. Sie bescheren bei Kontakt rutschige Bananenfallen, explosive Sprengbomben und ähnliche Gemeinheiten. Die darf man bei sich behalten, Mitfahrenden bei Bedarf vor die Räder werfen und dadurch seine eigene Position verbessern.

Glück und Kontrolle

Allerdings lässt sich die Art des Extras weder vorhersagen noch vorab bestimmen. Hier hat der Zufall seine Hand im Spiel und außerdem der Wille der Gamedesigner, die dem Führenden spürbar schlechtere Extras zugute kommen lassen als seinen Verfolgern. Wie gesagt: Für Unbeteiligte mag Mario Kart aussehen wie ein schlichtes Arcadegame, bei dem viel zu viel Glück im Spiel ist. Aber wehe man nimmt den Controller in die Hand und lässt sich auf das Gameplay ein: Von Rennen zu Rennen legt Mario Kart 8 mehr und mehr entdeckenswerte Facetten frei und beweist sich als großartiger und außerdem meisterlich kontrollierbarer Rennspiel-Spaß für viele Abende.

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Die Spielmodi

Insbesondere Kenner der Mario Kart-Reihe müssen es Teil acht halt nachsehen können, dass es in Sachen Spielstruktur und Auswahlmöglichkeiten an umwerfenden Überraschungen fehlt. Der Karrieremodus namens "Grand Prix" ist und bleibt zentraler Bestandteil der Reihe, genauso wie die Mehrspieler-Partien namens "Versus". Auch den "Schlacht"-Modus kennt man: Hier siegt nicht, wer als erster die Ziellinie überquert, sondern jener Pilot, der seinen Mitspielern am meisten Schaden zufügt und dadurch einen Ballon nach dem anderen stibitzt. Allerdings finden die Schlachten diesmal nicht in separaten Arenen statt, sondern auf acht konventionellen Rennstrecken.

32 Rennstrecken im Angebot

Aber was ist schon  konventionell bei einem Grand-Prix-Modus, der sich aus Wettbewerben mit Bezeichnungen wie Pilz-, Bananen- oder Stern-Cup zusammen setzt. Jeder Cup besteht aus vier Rennen auf Rundstrecken mit so schrägen Namen wie "Zuckersüßer Canyon", "Gruselwusel-Villa", "Regenboden-Villa" oder "Delfinlagune". Bei der Hälfte der insgesamt 32 Rundstrecken handelt es sich um Updates vertrauter Pisten aus älteren "Mario Kart"-Games, die anderen sind neu. Ist aber recht einerlei, ob die Fahrt durch Sand und Wüste, ein Horrorhaus oder ein stroboskopisches Gewitter aus Neonfarben führt: Jede Strecke enthält etliche Besonderheiten, so dass Neulinge eine Herausforderung erleben und Serienkenner genug zu entdecken haben.

Abwechslungsreicher Streckenaufbau

Ständig kurvt die Straße nach links und rechts, geht in Steilkurven über oder kippt im 90-Grad-Winkel nach unten oder oben. Dass die Karts neuerdings im Bedarfsfall automatisch ein Antischwerkraft-Fahrwerk zuschalten und dadurch an senkrecht stehenden oder kopfüber angebrachten Streckenabschnitten haften, liest sich spektakulärer, als es sich anfühlt, bringt aber taktisches Flair mit sich, vor allem auf Updates vertrauter Rennstrecken aus vergangenen "Mario Kart"-Spielen. Nehmen wir zum Beispiel "Toads Autobahn". Die hat mit dem Original vom Nintendo 64 außer dem Namen kaum noch etwas gemeinsam und erwartet vom Spieler eine Modernisierung seiner Fahrweise: Man kann den lästigen Lastkraftwagen-Hindernissen neuerdings mit Hilfe von links und rechts der Strecke angebrachten Wandbeplankungen aus dem Weg gehen oder die Trucks mit Hilfe von Schanzen überspringen.

Bewegliche Hindernisse

Jede Strecke ist vollgepackt mit entdeckenswerten Feinheiten, die einem mit der Zeit ans Herz gehen. Auf der "Kuhmuh-Weide" beispielsweise torkeln Rindviecher quer über die Ideallinie und treiben so den Blutdruck in die Höhe. Auf dem "Discodrom" schlägt die Piste manchmal Wellen und nötigt das Kart zu wilden Bocksprüngen. Solche Situationen meistern, außerdem bewegliche Hindernisse umgehen und zugleich den Streckenverlauf im Blick behalten sowie Attacken der Mitspieler mit passenden Defensiv-Waffen kontern: Das setzt ein hohes Maß an Reaktion, Timing und Erfahrung voraus. Man kann sich beispielsweise über die unterschiedliche Steuerung von Karts und Motorrädern Vorteile erarbeiten, die Trägheit bei Fahrten unter Wasser für sich nutzen und per Reifentuning vor dem Start das Beschleunigungs- und Drift-Verhalten an seine Wünsche anpassen.

Klempner, Prinzessin und Co. auf der Piste

Neuer Feature-Trailer zum neuen Fun-Racer Mario Kart 8.

Mario Kart 8: Klempner, Prinzessin und Co. auf der Piste


Tempoboost für Goldsammler

Bei Mario Kart 8 ist es wie beim Poker: Am Ende siegen eben die Könner und nicht die Glückspilze. Der Zufall bildet lediglich das Zünglein an der Waage. Man muss die Strecken kennen, die Steuerung meistern und ständig temposteigernde Tricks raushauen - Schnellstarts zum Beispiel, die einen durch gekonntes Gasgeben während des Countdown wie vom Katapult geschleudert nach vorne schnalzen. Weiteren Vorwärtsschub erhält, wer beim Hüpfer über Schanzen im richtigen Bruchteil einer Sekunde die Sprungtaste antippt und fleißig die Goldmünzen von der Strecke sammelt. Langgezogene Drifts gehören sowieso zum Handwerkszeug jedes Mario Kart-Piloten.

Abkürzungen: Chance und Risiko

Abkürzungen sind ein Kapitel für sich: Auf etlichen Strecken knabbern sie als schnelle Verbindung zwischen mehreren Kurven ein bis zwei Sekunden von der Rundenzeit weg. Aber oft sind diese Abkürzungen gut versteckt, bloß durch mutige Sprünge ins Blaue erreichbar und nur durch herzhafte Drifts zu meistern.

Wer daneben hüpft oder sich beim Drift vertut, plumpst in hohem Bogen von der Strecke und muss warten, bis der Wolkenluftkran zur Stelle ist und einen auf die Strecke zurückhievt. Das klappt zwar binnen eines Augenzwinkerns und fühlt sich schneller an als in anderen Mario Kart-Spielen. Man meint dennoch eine Ewigkeit an Zeit zu verlieren. Kein Problem bei den ersten paar Rennen, die so mancher als langsam und seicht empfinden wird. Später ziehen Tempo und Kampfgeist der Computergegner deutlich an.

Abschaltbare Waffen

Allerdings gestattet Mario Kart 8 - und diese Neuerung dürften viele Serienkenner willkommen heißen - die Deaktivierung einiger Waffen per Optionen-Auswahl. Dadurch kommt beispielsweise der blaue Stachelwurfpanzer nicht mehr zum Einsatz. Der Führende muss keine Sorge mehr haben, dass etwaige Verfolger ihm den blauen Stachipanzer hinterherwerfen und dadurch aus der Bahn werfen. Die Rennen fühlen sich kontrollierbarer und verlässlicher an, da die Wahrscheinlichkeit wächst, dass man eine Führung bis ins Ziel trägt. Allerdings fällt in großer Runde halt das hämische Gelächter der Verfolger flach, wenn der Pilot auf Platz eins wenige Augenblicke vor der Ziellinie vom blauen Stachi getroffen und in die Pampa katapultiert wird. Auch wieder schade.

Beinahe perfektes Partygame

Eine große Stärke der "Mario Kart-Reihe ist und bleibt der Mehrspieler-Modus. Wenn sich zwei, drei oder vier Piloten vor einem TV-Gerät versammeln und auf dem geteilten Bildschirm duellieren, dann kommt Stimmung in die Bude. Nachteilig ist allerdings, dass nur ein Spieler sein Kart mit dem Controller der Wii U steuern darf. Die Mitspieler tun das im Idealfall per Pro Controller oder per Nunchuck plus Fernbedienung, was sich dann allerdings etwas weniger präzise anfühlt als per WiiU-Controller.

Dass bis zu zwölf Mitspieler online um Positionen kämpfen können, ist sicherlich ein willkommenes Ausstattungs-Merkmal. Wie gut das funktioniert, sobald mehrere hunderttausend Gamer rund um die Welt loslegen, wird die Praxis zeigen.

Schöne Erscheinung

Optisch sieht das Ganze dank Full HD-Auflösung und vieler hübscher Details - zum Beispiel schöne Schatten und strahlende Lichtkegel bei dunklen Etappen - zeitgemäß aus, auch im Vergleich mit Produktionen für die technisch stärkeren Konsolen PS4 und Xbox One. Man mag darüber streiten, ob Mario Kart 8 das bestaussehende Game für die WiiU-Konsole ist. Die Kombination aus attraktiver Erscheinung und flüssigem Gameplay verdient jedenfalls ein Kompliment.

Der flüssige Bildaufbau mit stabilen 60 Frames pro Sekunde und die hochpräzise Steuerung bilden ein prima Fundament für ein sehr geschmeidiges Spielerlebnis. Lediglich etwas lange Ladepausen stören den Gesamteindruck. Das und die Halbierung der Bildwiederholrate auf 30 Frames pro Sekunde am vierfach geteilten Splitscreen. Der Verlust an Geschmeidigkeit ist wegen des kleinen Bildausschnitts aber kaum zu spüren.

Was uns gefällt

Die Ausstattung überzeugt: Die 32 Rundstrecken bieten dem Auge viel Sehenswertes, individuelle Besonderheiten reizen zum Entdecken und Meistern. Etliche Freispiel-Extras nebst Kart-Tuning garantieren Vollbeschäftigung für viele lange Abende.

Was uns nicht gefällt

Die Steuerung mit dem Controller der Wii U macht einen sehr angenehmen Eindruck, die Bedienung mit den Wii-Nunchucks fällt im Vergleich etwas ab. Bei Mehrspieler-Partien auf dem Splitscreen entsteht dadurch ein gewisses Ungleichgewicht: Nunchuck-Piloten haben einen kleinen Nachteil.

Fazit

Kompliment an Nintendo: Mario Kart 8 verbindet charmante Aufmachung mit vielschichtigem Gameplay und beachtlicher Ausstattung. Einsteiger finden sich schnell zurecht und Kenner werden vertraute Gameplay-Facetten neu entdecken. Wer das Spiel wegen seiner knallbunten Aufmachung als infantil abtut, verpasst eine der vielseitigsten Produktionen für Wii U und überhaupt: Mario Kart 8 kann junge und junggebliebene Gamer begeistern und mischt gleichzeitig Partys und Familienfeiern auf.

Infos zum Spiel

Titel: Mario Kart 8
Genre: Arcade-Rennspiel
Hersteller / Publisher: Nintendo
Release-Termin: 30. Mai 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: Wii U
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung Sehr gut

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