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Jagd auf einen Serienkiller: Test zum Action-Adventure Soul Suspect

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Test Murdered: Soul Suspect | Action-Aventure | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Ein Toter jagt seinen Mörder

05.06.2014, 15:11 Uhr | (jr / nic), Richard Löwenstein

Jagd auf einen Serienkiller: Test zum Action-Adventure Soul Suspect. Murdered: Soul Suspect Action-Adventure von Airtight Games für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Square Enix)

Murdered: Soul Suspect (Quelle: Square Enix)

Das Paradoxe an diesem Action-Adventure ist, dass der Held bereits zu Spielbeginn tot ist. Also wie könnte man ihm mit dem Heldentod drohen? Leider kennt der Mystery-Thriller "Murdered Soul Suspect" aus dem Hause Square Enix auch keine wirklich schlüssige Antwort auf diese Frage. Was schade ist, denn die Ausgangslage verspricht Spannung. Ein Toter soll seinen eigenen Mörder finden und richten. Nun bringt das Totsein allerlei Herausforderungen mit sich: Wie tritt man zum Beispiel in Dialog mit den Lebenden? Wer des Rätsels Lösung finden und einem Serienkiller auf die Spur kommen möchte, braucht nichts weiter als das Spiel und PC, PS3, PS4, Xbox 360 oder Xbox One.

Ein Untoter sucht Frieden

Das Ganze beginnt im kleinen Städtchen Salem im US-Bundesstaat Massachusetts. Im Intro-Video beginnen nervös zirpende Geigen damit, einen straffen Spannungsbogen zu weben. Bildfragmente verschiedener Tatorte wechseln hektisch. Nervöse Reporterstimmen berichten von einem mysteriösen Serienkiller. Dann ein abrupter Wechsel zu dramatischen Szenen. Ein Mann stürzt durch ein geborstenes Fenster. Während des freien Falls blickt er nach oben. Sein Blick fängt einen Kerl mit Kapuze ein, dessen diabolische Augen und eine Neun-Millimeter-Pistole in der Hand. Der Mörder?

Finde den Serienkiller

Nach freiem Fall stirbt der Mann beim Aufprall auf dem Boden. Kurze Rückblenden zeigen Szenen aus dem Leben, das soeben auf dem Asphalt verging. Der Name des Opfers ist Ronan o`Connor. Ronan hat ein bewegtes Dasein hinter sich, war mal Gauner, wurde geläutert und zum Kripo-Ermittler umgeschult. Doch als Ronans Ehefrau Julia stirbt, verliert Ronan all seinen Lebensmut. Jetzt also liegt Ronans Körper zerschmettert und von Kugeln durchsiebt am Boden - der Todeswunsch scheint sich erfüllt zu haben.

Ein Geist ermittelt gegen seinen eigenen Mörder

Im Mystery-Adventure Murdered: Soul Suspect von Square Enix.

Ein Geist ermittelt gegen seinen eigenen Mörder


Dennoch findet Ronan keine Ruhe. Bevor er endgültig von der Welt der Lebenden in das Reich der Toten wechseln darf, muss er seinen Mörder finden. Erst danach kann des Helden Seele die Zwischenwelt namens "Dämmerung" verlassen und Frieden finden. Das soll mit Unterstützung des Spielers gelingen.

Stimmungsvoller Auftakt

Mit spannungsvoller Musik, ausgeprägten Figuren und einer klaren Erzählstruktur gelingt "Murdered" ein fesselnder Einstieg. Diese ersten Minuten sind von wohligen Schauern geprägt und münden nahtlos in einem Tutorial, das erstes Eingreifen verlangt. Per Analogstick führt man Ronan über den Tatort. Die anwesenden Cops und Zeugen nehmen von Ronans Anwesenheit keine Notiz - nun, er ist jetzt immerhin ein Geist, also ein Wesen ohne Körpersubstanz. In einer Gasse trifft Ronan jedoch auf ein Wesen, das ihn wahrnimmt. Es handelt sich um den Geist eines jungen Mädchens. Durch Multiple-Choice-Dialoge und einen kleinen Geschicklichkeitslauf macht einen das Mädchen mit den Besonderheiten der Steuerung vertraut.

Suche nach dem Mörder

Als entstofftliches Wesen vermag Ronan zwar weder mit den Lebenden zu plaudern noch Schalter zu drücken oder Türen zu öffnen. Dafür kann er durch manche Wände schreiten, durch andere aber nicht. Weshalb das so ist, das wird nicht schlüssig erklärt und verursacht einen ersten schalen Beigeschmack. Tatsächlich zeigt sich in den weiteren Spielstunden, dass "Murdered" die Geistidee nur ansatzweise nutzt und sich ansonsten allzu oft wie ein konventionelles Third-Person-Abenteuer anfühlt - und zwar so sehr, dass man bisweilen Ronans geisterhafte Beschaffenheit und deren Vorteile völlig vergisst. Die Kamera behält die Verfolgerposition bei, sofern sie nicht gerade aufgrund von Dialogszenen oder dramatischer Höhepunkte in die Totale schwenkt - was vergleichsweise oft geschieht.

Viel Geplauder, wenig Gameplay

Murdered: Soul Suspect ist stark durch erzählerische Momente und Multiple-Choice-Entscheidungen geprägt. Rund zehn Stunden vergehen bis zum Finale, und in dieser Zeit wird der Spieler etwas zu häufig zum passiven Betrachter choreographierter Szenen verurteilt. Davor und danach führt man Ronan zwecks Suche nach Indizien durch Gassen und Häuser. Patronenhülsen, Notizbücher und andere Objekte ziehen durch auffälliges Schimmern Aufmerksamkeit auf sich. Auf Tastenkommando unterzieht Ronan die Objekte einer näheren Betrachtung und erfährt so nach und nach mehr über die Stadt, die Opfer, den Mörder.

Alternativ nähert sich Ronan Ermittlern, Zeugen und anderen Mitmenschen und schlüpft per Tastenkommando in deren Haut. Die Figuren teilen dann in kurzen Monologszenen ihre Gedanken mit: Manchmal sind gute Hinweise dabei, oft denken die Betroffenen aber nur über ihre Karriere und andere Banalitäten nach.

Schwaches Kampfsystem

Immer wieder macht einen das Spiel macht mit Hilfe von Kamerafahren, Monologen, Dialogen und anderweitigen Choreographien mit weiteren Elementen der Handlung und den sich daraus ergebenden Aufgaben vertraut. Sobald Ronan entsprechend der Missionsvorgabe genug Hinweise gesammelt hat, gilt eine Aufgabe als abgehakt, und die nächste folgt sogleich. Trotz einige interessanter Nebenaufgaben ist die Handlungsfreiheit sehr eingeschränkt.

Und so, obwohl menschlich teils bewegend erzählt, verliert das Ganze nach einiger Zeit an Fahrt. Denn die Herausforderungen folgen einem geradlinigen und durchschaubaren Muster: Bewege dich von hier nach da und suche nach diesem und jenem. Kämpfe gegen stereotype Dämonen - erkennbar an Kapuzen und glühenden Augen - bringen zwar den einen oder anderen Schreckmoment mit sich. Letztlich münden sie aber in banalen Taktik-Tests: Bitte von hinten anschleichen, sonst droht das Scheitern.

Technische Mängel

Auch technisch bewegt sich das Ganze auf durchschnittlichem Niveau. Die Charaktere sehen wächsern aus, denn der Haut fehlt es an Struktur und den Augen an Lebendigkeit. Gelegentlich zuckt die Kamera nervös zurück, sobald Ronan durch Holzverschläge und andere Hindernisse läuft - so als hätte die Kamera Angst, gegen die Wand zu rennen. Außerdem würde man sich von einem Geisterwesen mehr Bewegungsfreiheit erwarten. Aber zum einen rennt Ronan verflixt oft gegen Barrieren, zum anderen sind die Schauplätze in ziemlich kleinkarierte Karten gegliedert und durch Portale verbunden. Folglich geht jeder nennenswerte Ortswechsel mit der Multiple-Choice-Frage Hand in Hand, ob man wirklich von A nach B wandern wolle. Diese und andere Kleinigkeiten reißen einen immer wieder aus der Stimmung heraus.

Was uns gefällt

Im Vergleich mit vielen anderen Videospielen hat Murdered: Soul Suspect tatsächlich eine klare und verständliche Erzählstruktur. Man lernt die Figuren kennen, versteht ihre Motive und möchte gerne wissen, wohin das Ganze am Ende führen wird.

Was uns nicht gefällt

Design und Technik sind nicht ganz auf Höhe. Aufgrund der nur schwach ausgeprägten Eingreifmöglichkeiten fühlt man sich mitunter wie in einem Korsett aus Choreographien gefangen. Die Gestik und Mimik mancher Figuren wirkt etwas blass und puppenhaft, was vor allem auf PC, PS4 und Xbox One enttäuscht.

Fazit

Düstere Farben, unheilschwangere Musik und melancholische Stimmung vermischen sich zu einem mitunter faszinierenden Mystery-Thriller im Stil von "Alan Wake" und "Heavy Rain". Das Ganze hat seine menschlichen und bewegenden Momente, auf jeden Fall. Nur stimmt die Balance zwischen Gameplay und cineastischen Momenten nicht so ganz. Von einem Videospiel dürfte man sich mehr Interaktion erwarten, oder zumindest sollte das vorhandene Gameplay anspruchsvoller und abwechslungsreicher inszeniert sein.

Infos zum Spiel

Titel: Murdered Soul Suspect
Genre: Action-Adventure
Publisher: Square Enix
Hersteller: Airtight Games
Release: 6. Juni 2014
Preis: zirka 60 Euro (PS4, Xbox One) / zirka 40 Euro (PS3, Xbox 360) / zirka 30 Euro (PC)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Befriedigend

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