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Test zur Lebenssimulation Tomodachi Life für Nintendo 2Ds und 3DS

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Test zu Tomodachi Life | Lebens-Simulation | 2DS, 3DS  

Der Tanz des Lebens

13.06.2014, 15:08 Uhr | (jr / nic), Richard Löwenstein

Test zur Lebenssimulation Tomodachi Life für Nintendo 2Ds und 3DS. Tomodachi Life Lebens-Simulationsspiel von Nintendo für 2DS und 3DS (Quelle: Nintendo)

Tomodachi Life (Quelle: Nintendo)

Skurriles Gamedesign aus Japan: Wenn schräge Figuren mit überproportionierten Köpfen im Videospiel miteinander tanzen, plaudern, spielen und eine gute Zeit haben, dann ist vermutlich Nintendos Lebens-Simulation "Tomodachi Life" dafür verantwortlich. Es handelt sich um kein Game im engeren Sinne, sondern vielmehr um eine Art Fürsorge-Training. Der Besitzer einer 2DS- oder 3DS-Mobilkonsole wird zum Hüter putziger kleiner Menschlein und soll sie alle glücklich machen.

Der Regisseur des Lebens

Zum Entwicklungsteam hinter Tomodachi Life gehören dieselben Leute, die für die abgedrehten Reaktions- und Geschicklichkeitstest aus der Warioware-Reihe verantwortlich sind. Das erklärt vielleicht, warum in diesem Spiel kleine Polygonfiguren über den Boden rollen, mit weißen Kätzchen tollen und den Betrachter generell formuliert mit mehr oder weniger schrägem Zeitvertreib unterhalten wollen. Ein erstes Schmunzeln ringt einem Tomodachi Life schon kurz nach Spielstart ab, nämlich bei der Erschaffung einer ersten eigenen Spielfigur. Man kann als Basis seinen vorhandenen Mii übernehmen oder eine Mii-Figur per QR-Code einscannen. In jedem Fall wird sie anschließend durch vielfältige Manipulationen individualisiert.

Diesmal sprechen sie sogar

Spiegelt das Gesicht der virtuellen Persönlichkeit ihre Gefühle wider, oder hält sie sich mimisch eher zurück? Ist sie durch einen eher ernsthaften Charakter geprägt, oder nimmt sie die Dinge leicht? Äußerst ungewöhnlich für eine Nintendo-Produktion, dürfen sich die Figuren sogar mit Worten äußern anstatt bloß mit Plapperlauten wie zum Beispiel in Animal Crossing. Per Sprachsynthese geben die Figuren ihre Gefühle preis, äußern Wünsche und berichten aus ihrem Dasein. Wie sich das anhört, das bestimmt der Spieler: Durch die Justage von Stimmhöhe, Sprechgeschwindigkeit, Dialekt und weitere Faktoren klingt die Stimme souverän wie Bruce Willis oder nervös wie Donald Duck.

Einzug auf der Insel

Im Anschluss an den Schöpfungsakt bezieht die Figur ihr Quartier auf einer kunterbunten Insel, die man erst im Lauf vieler Abende komplett kennen lernt. Zu Beginn hält sich die Figur mit ihren Wünschen noch zurück, äußert nur zum Beispiel das Bedürfnis nach etwas Essbarem. Kein Problem: Nach Antippen des Geschenk-Symbols auf dem Touchscreen des 3DS kommen verschiedene Präsente zum Vorschein - gut möglich dass etwas Anregendes zu Essen dabei ist. Jetzt noch den Kuchen oder das Fleischstück auf den Mund der Figur ziehen, schon mampft sie heiter drauflos und zeigt sich glücklich.

Mehr Mii, mehr Spaß

An Unterhaltungswert gewinnt Tomodachi Life aber erst, sobald man die Insel mit mehreren Mii-Figuren füllt und belebt. Der Spaß nährt sich aus den Begegnungen der Figuren untereinander und mit Mario, Link, Prinzessin Peach und andere Mitbewohnern aus dem Nintendo-Universum. Die Figuren plaudern und streiten, verabreden sich zum Kaffee, suchen den Strand mit einem Detektor ab, hängen beim Barbecue rum oder verbringen einen gemeinsamen Abend mit dem neuesten Dancing-Videospiel. Wer und wo etwas und mit wem unternimmt, das beeinflusst der Spieler nicht direkt, sondern nur indirekt durch seine Entscheidungen. Denn diese wirken sich auf das seelische Gleichgewicht der jeweiligen Persönlichkeit aus.

Entscheidungen formen den Charakter

Jede Figur bittet den Spieler regelmäßig um Rat, auch in sozialen Angelegenheiten. Wie zum Beispiel gesteht man Prinzessin Zelda seine Liebe? Und was tun, wenn eine Mii-Figur mit der anderen nicht klarkommt? Durch Antippen von Icons bestimmt der Spieler, was er für den besten Weg hält: Den Mitmenschen beziehungsweise Mit-Mii beleidigen, ihm zuhören, sich zurückhalten oder immer schön höflich bleiben. Aus solchen Entscheidungen formen sich im Lauf vieler Spielstunden virtuelle Charaktere heraus. Es entstehen Unternehmungen und Vorhaben, Freundschaften und Trennungen. Es bildet sich ein soziales Geflecht, dessen Struktur der Spieler bestimmt. Ein um das andere Mal kommt es dabei zu irren Situationen, die so gar nicht aus dem Leben gegriffen sind. Das macht das Ganze so vergnüglich.

Werben um Samus Aran

Man stelle sich beispielsweise einen Strand am Meer vor. Die heißblütige Samus Aran aus den Metroid-Actiongames schlendert über den Sand und scheint in Gedanken versunken. Plötzlich baut sich ein Muskelmann vor ihr auf, gesteht ihr seine Liebe und bittet um ein Rendevous. Einen Augenblick später kommt ein halbes Handtuch von einem Kerl dazu und trällert ein Liebeslied in fürchterlich falscher Tonlage. Die Kamera setzt das Balzen durch gut getimte Perspektivwechsel nett in Szene, und es baut sich tatsächlich so etwas wie Spannung auf: Welchem dieser schrägen Vögel wird Samus Aran wohl ihre Gunst schenken? Wird der Muskelmann jubeln, das halbe Hemd, oder jemand ganz anderes? Wer da nicht mitfiebert, schmunzelt und ein warmes Herz in sich spürt, der muss mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden sein.

Was uns gefällt

Man kann bis zu 100 Mii-Figuren in sein Spiel einbinden und charakterlich individualisieren. Die Figuren können heiraten, Kinder kriegen, weitere Areale der Spielumgebung erforschen und vieles mehr. Unterhaltung für viele Abende ist somit garantiert.

Was uns nicht gefällt

Die Qualität der deutschen Sprachausgabe kann nicht vollends überzeugen. Manche Sätze sind sehr schwer zu verstehen. Die englische Sprachausgabe transportiert den Humor der oft sehr schrägen Dialoge besser. Die 3D-Fähigkeiten des 3DS liegen brach.

Fazit

Kaum zu fassen, dass die Interaktion virtueller Persönlichkeiten mit nur indirekter Eingriffsmöglichkeit des Spielers soviel Unterhaltungs-Potenzial in sich trägt. Im Vergleich mit der ähnlichen Lebenssimulation Animal Crossing setzt Tomodachi Life weniger Einarbeitung voraus und schaltet viele seiner Ausstattungs-Merkmale schneller frei. Unterm Strich ergibt das spielerische Unterhaltung voller großer Gefühle, die gerade Einsteiger und Spieler mit wenig Zeit mit offenen Armen empfängt.

Infos zum Spiel

Titel: Tomodachi Life
Genre: Lebens-Simulation
Hersteller / Publisher: Nintendo
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
System: Nintendo 2DS und 3DS
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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