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Destiny im Preview: Der MMO-Shooter von Bungie angespielt

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Hands-On-Preview zu Destiny  

Baller-Tour durchs Sonnensystem

07.07.2014, 14:21 Uhr | Heinrich Lenhardt (ams), Medienagentur plassma

Destiny im Preview: Der MMO-Shooter von Bungie angespielt. Destiny, der MMO-Ego-Shooter von Activision (Quelle: Activision)

Destiny, der MMO-Ego-Shooter von Activision (Quelle: Activision)

Mit der "Halo"-Saga verhalf die Spielewerkstatt Bungie einst Microsoft zum erfolgreichen Einstieg ins Konsolengeschäft. Nun will Activision-Chef Bobby Kotick langfristig rund eine halbe Milliarde Dollar in die nächste Bungie-Marke "Destiny" stecken. Das klingt nach viel Holz für einen weiteren Science-Fiction-Shooter, in dem gut bewaffnete Helden unermüdlich auf außerirdische Feindbilder ballern. Dabei werden traditionelle Shooter-Freuden mit den Online-Motivationstricks von MMOs kombiniert. Wie sich das Spektakel so spielt, probierten wir anhand einer Alpha-Testversion auf der Playstation 4 aus.

Ermüdungserscheinungen bei Tyrion

Peter Dinklage klingt, als habe er sich auch schon besser gelangweilt. Für seine Darstellung von Tyrion Lannister in der TV-Serie "Game of Thrones" wurde der Schauspieler mit Preisen überhäuft. In der Alpha-Version des "Destiny"-Spiels hört sich seine Sprecherleistung jedoch ausgesprochen müde an. Das Drehbuch tut ihm keine Gefallen, arg flach wirken seine Anmerkungen zu Spielereignissen. "That wizard came from the moon" kommentiert Dinklage einen zu besiegenden Bösewicht – und scheint dabei geradezu mit den Augen zu rollen. Die Spielemacher von Bungie tragen‘s mit Humor: Das flugs zum Internet-Meme avancierte Zitat druckte man auf ein T-Shirt, dessen Verkaufserlöse einem guten Zweck zufließen. Zugleich wurde versprochen, dass die Qualität der Sprecherleistung bis zur Veröffentlichung im September noch gesteigert wird. Schön, wenn man sonst keine größeren Probleme hat.

Der Kooperations-Weg ist das Ziel

Für den Erfolg von "Destiny" spielt Dinklages Leistung ohnehin nur eine untergeordnete Rolle: Bungie-Shooter konsumiert man nicht wegen, sondern trotz ihrer Story. Das erste "Halo" klaute noch recht unterhaltsam Ideen von "Ringwelt" & Co. zusammen, doch seit dem abrupten Ende von dessen zweiten Teil sind Zweifel an der dramaturgischen Kompetenz des Entwicklungsteams gerechtfertigt. Schwächen bei der Handlung dürften bei "Destiny" zu verschmerzen sein, denn das Spiel setzt sehr auf die Dynamik des Miteinanders. So etwas wie einen Offline-Modus gibt es nicht; auch wenn wir alleine auf Planetenerkundung gehen, tummeln sich andere Spieler in derselben Welt. Das sind Bekannte von der Freundesliste oder Wildfremde, die einem netterweise nichts anhaben können. Kooperativer Kampfgeist ist angesagt, wenn man sich nicht gerade in einen der expliziten "Spieler gegen Spieler"-Wettkämpfe traut.

Chancen und Risiken der MMOisierung

In "Destiny" werden wir nicht zum Zusammenspielen gezwungen, sondern können auch alleine vor uns hinwursteln. Doch die Anwesenheit anderer "Hüter" – so der Name unseres Heldenberufsstands – verspricht eine Extraportion Unberechenbarkeit und Dynamik. Wir begegneten zum Beispiel Mitmenschen, die sich heftig um den Sieg über einen Riesenroboter mühten. Klar hilft man da spontan, nicht nur aus uneigennütziger Nächstenliebe, sondern auch im Hinblick auf die Beuteausschüttung. Aber man gerät auch ins Grübeln bezüglich der Auswirkungen auf die Spielbalance. Als wir zum ersten Mal dem berüchtigten "Wizard from the moon" und seinen Schergen gegenüberstehen, scheitern wir daran, dass uns schlichtweg die Munition ausgeht: Die Bewaffnung war mangels Beistand zu schwach, die anderen Spieler tummelten sich sonst wo im Level. Bis zur Veröffentlichung des Spiels kann sich in Balance-Hinsicht freilich noch einiges ändern, schließlich spielten wir nur eine frühe Alpha-Testversion.

Qualitäts-Shooter mit Beutelust

Wo "Destiny" jetzt schon sehr geschniegelt und feingeschliffen daher kommt, das ist das Steuerungsgefühl, die Bewegungen und das Schießen an sich. Dem "spielt sich gut"-Wohlbehagen merkt man an, dass hier ein Entwicklungsteam zu Werke geht, das große Erfahrung mit dieser Art von Kampfgeschehen hat. Der "Halo"-Umsteiger fühlt sich nicht nur wegen der wohlabgestimmten Ziel-, Renn- und Schieß-Aktionen wie Zuhause, auch das rasche Regenerieren der Schutzschildenergie kommt einem vertraut vor. Die Spielwelt wirkt nicht nur attraktiv, sondern auch weitläufig und offen. Per Tastendruck beschwören wir einen Schwebegleiter, um geschwind über die Ruinen-Tundra zu flitzen und neue Schauplätze zu entdecken.

Reichlich Rollenspiel-Beigaben

Dem robusten Shooter-Fundament fügt "Destiny" allerlei Anleihen aus dem Rollenspiel-Genre bei. So stehen drei Klassen für unseren Hüter zur Wahl: Titan, Jäger und Warlock verfügen über unterschiedliche Stärken und Spezialfähigkeiten, die allmählich freigeschaltet beziehungsweise verbessert werden. Vor allem kommt es auf das Sammeln von neuen Ausrüstungsteilen und Waffen an, um die Kampfkraft des Helden zu steigern. Jede der drei Knarrenkategorien verbraucht eine bestimmte Munitionssorte, Schüsse aus dem stärksten Spezialmodell hebt man sich besser für besondere Gelegenheiten auf. Wie gut rollenspielerische Beutelust bei Shootern funktionieren kann, demonstrierte ja bereits die "Borderlands"-Serie. Auch bei "Destiny" springt der "Hui, muss ich gleich ausprobieren!"-Funke beim Ergattern eines neuen Waffenmodells über.

Mehrere Destinationen auf dem Trip durchs All

Jede Spiel-Session beginnt an Bord unseres Raumschiffs, von da aus wählen wir das nächste planetare Zielgebiet. In der Alpha waren wir auf die Region "New Russia" beschränkt, die sich auf einer ungemütlich postapokalyptischen Erde befindet. Das fertige Produkt soll erheblich mehr Destinationen bieten, auch auf andere Planeten des Sonnensystems wie Venus und Mars. Statt die Zonen der Himmelskörper zu erforschen können wir zudem an speziellen Teamwork-Aufgaben teilnehmen oder eine PvP-Station besuchen, wo wir gegen andere Leute antreten. Der spielerische Schwerpunkt von "Destiny" liegt auf Kooperation, was in Shootern bekanntlich für ein erfreulicheres Betriebsklima sorgt.

Sozialer Stadtbummel

Eine weitere Anleihe bei Online-Rollenspielen ist "The City" – eine sichere Begegnungsstätte ganz ohne Kampfgeschehen. Die steuern wir an um zu handeln, Ausrüstungsfundsachen zu identifizieren und weitere Aufträge anzunehmen. Und während auf den Schlachtfeldern einzig die Ego-Perspektive verwendet wird, dürfen wir in "The City" unseren Charakter bei Third-Person-Ansicht von außen bewundern. Damit der Selbstverwirklichungs-Aspekt nicht zu kurz kommt, können bei der Erstellung der Spielfigur alle möglichen kosmetischen Details festgelegt werden. Drei Rassen stehen zur Wahl, jeweils in Männlein- und Weiblein-Varianten.

Attraktive Weitläufigkeit

Die auf der PS4 gespielte Alpha-Test-Version bestand nur aus einem kleinen Ausschnitt der Gesamtwelt von "Destiny", aber die grafischen Aussichten wirken soweit erfreulich. Weite Landschaften, verfallene Gebäude, detailreiche Texturen, dazu treibt die eine oder andere Schneeflocke durch die Gegend – schick. Benutzeroberfläche und Animationen wirken ebenfalls bereits wie aus dem Ei gepellt. Sorgen macht man sich allenfalls, was vom scharfen Next-Gen-Grafikglanz bei den Versionen für die Altkonsolen Xbox 360 und PS3 übrig bleiben wird.

Was uns gefällt

Super-solides Shooter-Spielgefühl aus der "Halo"-Qualitätsliga, kombiniert mit "Borderlands"-mäßiger Ausrüstungssammellust. Die Anwesenheit anderer menschlicher Spieler und spontane Events verheißen Dynamik und Abwechslung. Eine hübsch anzusehende Science-Fiction-Welt mit Raum zur Erkundung.

Was uns nicht gefällt

Spielen ohne Server-Verbindung scheint nicht möglich zu sein. Das Verhalten der Mitspieler beeinflusst den Schwierigkeitsgrad. Story und Atmosphäre sind in der Alpha-Testversion noch wenig überzeugend.

Fazit

Auf den ersten Blick wirkt "Destiny" "nur" wie ein weiterer gut gemachter Shooter, doch MMO-Struktur und Rollenspiel-Anleihen geben dem Geballer Pfiff. Das geschmeidige Spielgefühl, die Freude am Ausprobieren neuer Waffen und die zwischenmenschliche Dynamik deuten bereits an, wie viel Freizeitvernichtungs-Potenzial die neue Schießbude der "Halo"-Erfinder hat.

Infos zum Spiel

Titel: Destiny
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Activision
Hersteller: Bungie
Release-Termin: 09. September 2014
Preis: zirka 70 Euro
System: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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