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Warlords of Draenor: Zurück in die Vergangenheit

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Preview zu WoW: Warlords of Draenor | MMOG | PC, Mac  

Warlords of Draenor: Zurück in die Vergangenheit

21.07.2014, 13:13 Uhr | Karsten Scholz (vb / jr), Medienagentur plassma

Warlords of Draenor: Zurück in die Vergangenheit. World of Warcraft: Warlords of Draenor für PC und OS X von Blizzard Entertainment (Quelle: Blizzard Entertainment)

World of Warcraft: Warlords of Draenor (Quelle: Blizzard Entertainment)

In der fünften Erweiterung für "World of Warcraft" (kurz: WoW) für PC und Mac OS X folgen Sie dem entflohenen Ex-Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei via Zeitportal in eine frühere Version der Scherbenwelt, von wo aus er sich mit der Eisernen Horde für seine bittere Niederlage in Pandaria rächen will. Gleich in der Einführungszone, dem Tanaandschungel, nimmt man es mit seiner gesamten Streitmacht auf. Danach führt einen der Weg in den Frostfeuergrat (Horde) oder ins Schattenmondtal (Allianz), wo der Spieler seine eigene Garnison aus dem Boden stampft. Wir haben die Beta-Version von "Warlords of Draenor" gespielt und berichten, worauf sich Fans des nach wie vor führenden Online-Rollenspiels freuen dürfen.

Zeitreisen in WoW?

Richtig gelesen: Im kommenden WoW-Add-on verlassen Sie die aktuelle Zeitlinie, um in einem Paralleluniversum das Hier und Jetzt zu retten. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Die Geschichte von Warlords of Draenor (WoD) setzt genau da an, wo die vierte Erweiterung "Mists of Pandaria" aufhört: In der Schlacht um Orgrimmar gelingt es dem Bündnis von Horde und Allianz, Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei zu schlagen und in Ketten zu legen. Doch kann der wahnsinnige Orc mit der Hilfe eines geheimnisvollen Fremden durch ein dunkles Portal fliehen und so 35 Jahre in die Vergangenheit reisen.

Sein Ziel: Draenor, die Heimatwelt der Orcs. Mit dem Zeitsprung erschafft der gestürzte Häuptling eine Anomalie, eine Parallelwelt der eigentlichen Vergangenheit, in der seine Taten keine Auswirkungen auf die originale Zeitlinie haben. Dennoch schwebt Azeroth in großer Gefahr! Mit dem neu gegründeten Clan der Eisernen Horde möchte Garrosh Raum und Zeit ein zweites Mal überbrücken und seinen Thron zurückerobern. Also folgen Sie ihm in die Vergangenheit, um seine Pläne zu vereiteln und die dunklen Portale für immer zu schließen.

Bombastischer Einstieg

Im Tanaandschungel, der Einführungszone von WoD, wartet spielerisch nur wenig Neues auf WoW-Kenner. Mal sollen Sie Feinde besiegen, mal Gegenstände einsammeln oder sich hinter ein Geschütz klemmen, um Ihren Truppenverbänden Feuerschutz zu geben. Innovativ ist das nicht, macht aber trotzdem Spaß, weil Sie nie alleine unterwegs sind. Bekannte "Warcraft"-Figuren wie Thrall und Khadgar kämpfen an Ihrer Seite, und gerade der Erzmagier sorgt mit seinem beeindruckenden Zaubern immer wieder für offene Münder - zum Beispiel, wenn er mit einem Elementarangriff einen Staudamm bricht oder dutzende Widersacher in einer Frostnova einfriert.

Eine Zone für echte Kerle

Nachdem Sie im Dschungel Ihren Job erfüllt und das Portal zerstört haben, führt Sie Ihr Weg in das eigentliche Startgebiet Ihrer Fraktion. Hordenspieler landen etwa im Frostfeuergrat, ein Gebiet, das sich nicht deutlicher von den Zonen Pandarias unterscheiden könnte. Zerklüftete, mit Schnee bedeckte Bergketten bestimmen das Bild. Von den Gipfeln bahnen sich heiße Lavaströme den Weg ins Tal, und überall treffen Sie auf feindliche Kreaturen, die Ihnen ans Leder wollen. Genau in dieser heimeligen Zone bauen Sie an einer vordefinierten Stelle Ihre eigene Garnison, das neue Housing-Feature von WoW, auf.

Home sweet Home

Auf den ersten Blick wirkt die Garnison wie eine x-beliebige Hordensiedlung, wie es sie im Dutzend in Azeroth gibt - samt Händlern, Windreitmeistern und Gastwirt. Doch ist es Ihre x-beliebige Siedlung, die Sie Schritt für Schritt zu einer großen Festung ausbauen dürfen! Als erster neuer Gebäudetyp wartet beispielsweise eine Kaserne auf Sie, in der Sie Anhänger auf Missionen und später sogar in Instanzen schicken dürfen. Das funktioniert wie in einem typischen Browsergame: Der Auftrag läuft automatisch im Hintergrund; sobald die Zeit abgelaufen ist, erfahren Sie, ob Ihr Kämpfer erfolgreich war und welche Belohnung es gibt.

Neben der Kaserne gibt es noch 19 weitere Gebäudetypen, die sich zudem in mehreren Stufen ausbauen lassen. Doch besitzen Sie nur wenig Bauplatz und müssen daher genau überlegen, welche Einrichtungen Ihnen am meisten nützen. Der Magierturm gewährt Ihnen Zauber wie Massenteleportation oder Städtereisen, in der Scheune können Sie wiederum Tiere unterbringen, die Sie fortan mit Leder, Stoff und Fleisch versorgen.

Das neue Schattenmondtal

Alle Allianzspieler besitzen natürlich ebenfalls eine Garnison, doch steht die in der neuen Version des Schattenmondtals, das alte WoW-Hasen bereits aus der "Burning Crusade"-Ära kennen. Wer eine einfache Kopie der altbekannten Zone befürchtet, kann beruhigt aufatmen! Da Hexenmeister Gul´dan das Tal mit seinen Dämonen noch nicht korrumpieren konnte, erstrahlt es im blau-lila angehauchten Stil der Draenor. Während Sie im Osten den Tempel von Karabor (vielen besser als "Schwarzer Tempel" bekannt) finden, erstreckt sich im Norden ein beeindruckend schönes Pilzmoor, das an die Zangamarschen erinnert.

Im Questen nichts Neues

Spielerisch geben sich die beiden Gebiete nicht viel. Häufig spulen Sie das Standardprogramm runter, das Sie von WoW seit Jahren kennen. Ein paar Auffälligkeiten gibt es aber doch - etwa, dass Sie häufig an der Seite von NPCs (Non-Player Characters, auf Deutsch: Nicht-Spieler-Charaktere) gegen den Feind kämpfen, darunter auch bekannte Namen wie Prophet Velen oder Verteidiger Maraad. Zudem treffen Sie abseits der Wege auf spezielle Events oder seltene Widersacher. Es lohnt sich also, die weitläufigen Bereiche genau zu erkunden.

Inhalte für Gruppen

Neben den drei Zonen stehen auf dem Beta-Server die ersten Gruppeninstanzen für Testrunden zur Verfügung. Auch hier wird spielerisch gewohnte Kost abgeliefert: Die Bosskämpfe überstehen Sie meist, wenn Sie aus allen schädlichen Effekten herauslaufen und zusätzlich auftauchende Diener umhauen. Komplexer wird es erst in den neuen Raid-Herausforderungen, in denen insgesamt 17 neue Bosse auf Ihren Helden warten. Da der flexible Modus in "Mists of Pandaria" so gut ankam, werden Sie die Schwierigkeitsgrade "Raidfinder", "Normal" und "Heroisch" serverübergreifend mit zehn bis 25 Recken angehen können. Einzig der neue mythische Modus, der extraknackige Bossfähigkeiten liefert, ist für eine feste Gruppengröße von 20 Spielern ausgelegt.

Auftragen, polieren

Von allen anderen WoD-Neuerungen fallen vor allem die optischen Verbesserungen ins Auge. Die alten Völker haben endlich ein Facelifting bekommen und wirken neben jüngeren Rassen wie den Goblins und Pandaren nicht mehr fehl am Platz. Aber auch Kleinigkeiten werten das Gesamtbild auf: Stapft der Spieler etwa durch eine Wiese, passen sich die Gräser der Bewegung seiner Spielfigur an. Die Bedienungsoberfläche bekam ebenfalls einige Optimierungen ab. Ihren Taschen dürfen Sie etwa eine Gegenstandsart zuweisen oder den Inhalt auf Knopfdruck sortieren. Spielzeuge erhalten extra Stauraum, gleiches gilt für Handwerksmaterialien. Platzprobleme dürften damit der Vergangenheit angehören.

Fragwürdig ist dagegen, warum die Entwickler bei allen Klassen derart den Rotstift ansetzen. Viele selten genutzte Zauber werden einfach aus dem Spiel entfernt, und auch die Flexibilität von Hybridklassen wie dem Druiden wird stark beschnitten. Bei den Attributen räumt Blizzard ebenfalls auf: Waffenkunde, Trefferwert und Ausweichen fliegen hochkant aus dem Spiel. Einfacher wird das Spiel dadurch nicht, weil spannende Werte wie Mehrfachschlag (gewährt Chance auf weitere Angriffe oder Heilungen) oder Bereitschaft (senkt die Abklingzeit bestimmter Zauber) ihren Platz einnehmen.

Was uns gefällt

Obwohl sich Warlords of Draenor erst in einem frühen Beta-Stadium befindet, machen die bis dato zugänglichen Zonen durchweg Spaß. In vielen Missionen ziehen Sie mit bekannten Warcraft-Größen wie Thrall oder Khadgar um die Häuser und erleben ihre beeindruckend aussenden Fähigkeiten aus nächster Nähe mit. Auch sonst präsentiert sich der neue Kontinent von seiner schönsten Seite: Die überarbeiteten Charaktermodelle werten die Grafik von WoW gehörig auf, der raue Frostfeuergrat bildet den visuellen Gegenpol zum knuffig-bunten Pandaria, und das Schattenmondtal glänzt mit wunderschönen Panoramen, die man der zehn Jahre alten Engine gar nicht zugetraut hätte.

Was uns nicht gefällt

Spielerisch fehlt es bisher an echten Highlights. Obwohl es kleinere Anpassungen beim Missionsdesign gibt, wirken die Quests in WoD altbacken und innovationsarm. Ähnlich sieht es beim statischen Kampfsystem aus, das es nicht mit der dynamischeren Variante eines "Wildstar" aufnehmen kann. Schade ist auch, dass die Entwickler viele Fähigkeiten aus dem Spiel geschmissen haben, statt selten genutzte Zauber vernünftig auszubalancieren oder sinnvoll in klassenspezifische Aufgaben einzubetten.

Fazit

Die ersten Zonen und Instanzen Draenors hinterlassen trotz diverser technischer Probleme (sekundenlange Lags, Phasing-Probleme oder häufige Verbindungsabbrüche), einen durchweg positiven Ersteindruck. Vor allem grafisch macht das immerhin schon zehn Jahre alte Spiel einen Schritt in die richtige Richtung, aber auch spielerisch gibt es einige neue Akzente. Es fehlt eigentlich nur ein herausragender Höhepunkt. Die Garnison könnte in diese Rolle hineinwachsen, doch fungiert die Blizzardsche Housing-Variante bisher nur als Minispiel auf Browsergame-Niveau.

Titel: World of Warcraft - Warlords of Draenor
Genre: Online-Rollenspiel
Publisher: Blizzard Entertainment
Hersteller: Blizzard Entertainment
Release-Termin: Herbst 2014
Preis: zirka 45 Euro (plus etwa 13 Euro Abo-Gebühr pro Monat)
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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