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Test zum Action-Rollenspiel Sacred 3 von Koch Media für PC, PS3, Xbox 360

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Test Sacred 3 | Action-Rollenspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Den Aufschwung nicht geschafft

01.08.2014, 15:27 Uhr | Markus Fiedler (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zum Action-Rollenspiel Sacred 3 von Koch Media für PC, PS3, Xbox 360. Sacred 3 Rollenspiel von Koch Media für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Koch Media)

Sacred 3 Rollenspiel von Koch Media für PC, PS3 und Xbox 360 (Quelle: Koch Media)

Lange ist es her, seit Spieler zum letzten Mal den Fantasy-Kontinent Ancaria besuchen durften: 2004 erschien der erste Sacred-Teil, vier Jahre später dann der Nachfolger, der so überambitioniert war, dass er Entwickler und Publisher Ascaron gleich mit in die Pleite riss, da sich die Firma mit dem Projekt schlicht übernommen hatte. Mittlerweile liegen die Rechte bei Koch Media, die mit dem hauseigenen Spiele-Label Deep Silver seit 2010 am dritten Teil des Action-Rollenspiels gebastelt haben. Doch Sacred 3 macht so viel anders, dass man von einer Fortsetzung eigentlich gar nicht reden kann.

Fünf Helden, keine Beute

Die auffälligsten Änderungen: Statt einer frei begehbaren, großen Spielwelt durchforsten Sie in Sacred 3 schlauchartige Levels, die je nach Bedeutung zwei bis 20 Minuten dauern. Und die Zeiten, in denen besiegte Gegner wertvolle Gegenstände fallen ließen, mit denen man seine Helden ausstatten konnten, sind ebenfalls Geschichte. Hier erbeuten Sie nur Gold, dazu kommen gelbe (Kampfenergie) und grüne (Lebenskraft) Kugeln, die der Held aufsammeln kann - und das war es auch schon fast. Lediglich Kampfgeister für die Waffe - die Helden aus den Teilen eins und zwei - sowie Plätze in der Ausrüstung für Heiltränke und Energiekristalle lassen sich nach einem gewissen Zufallsprinzip ergattern - der Rest wird nach genauem Plan zugeteilt. Folgerichtig gibt es kein Charaktermenü. Halb so schlimm: Es gäbe dort ohnehin nichts zu tun.

Story light

Die Handlung lässt sich ebenfalls kaum mit den ausgefeilten Plots der Vorgänger vergleichen, denn dort wurde die Geschichte nach und nach immer größer, je tiefer man in den Sacred-Kosmos eindrang. Religionen, Hintergründe zu Völkern und Ereignissen, eine eigene Mythologie: Sacred und Sacred 2 nahmen den Auftrag, ein Rollenspiel zu sein, sehr ernst. Teil drei hat nichts davon - und gäbe es nicht einige Rassen und Städtenamen im Spiel, man hätte zu den Vorgängern gar keinen Bezug. Daher dürften echte Fans der Serie vom neuen Teil auch aus diesem Grund bitter enttäuscht sein.

Ganz dünnes "Diablo"

Statt an den Vorgängern orientierten sich die Macher ganz eindeutig an Diablo 3, allerdings in einer sehr abgespeckten Version. Ziel war es wohl, den Schwerpunkt auf schnelle, einfache Action mit zwei bis vier Spielern zu legen, doch dieser Ansatz funktioniert nur bedingt. Zum einen, weil schon Solisten bei den Gegnermassen mit Übersichtsproblemen zu kämpfen haben und das im Koop-Spiel mit noch mehr Zauber- und Kampfeffekten auf dem Bildschirm nicht besser wird. Zum anderen, weil dieses Konzept nur dann wirklich aufgeht, wenn sich die Spieler per Headset über gemeinsame Taktiken absprechen können. Einfach zusammen losziehen und drauflos metzeln, das funktioniert hier nicht sonderlich gut.

Darüber lacht nicht jeder

Den Hut ziehen vor so viel Mut muss man hingegen für den üppig eingesetzten Humor innerhalb des Spiels. Der tötet zwar binnen Sekunden jeden Rest epischen Fantasy-Flairs beim Spielen ab, dafür dürfte er aber zumindest einen Teil der Spieler gut unterhalten. Humor ist jedoch immer Geschmackssache - die teils ziemlich flachen Sprüche werden garantiert nicht jedem zusagen. Umso tapferer, dass die Entwickler sich hier getraut haben, eingefahrene Wege zu verlassen und Neues zu wagen.

Immerhin ein Hingucker

Grafisch kann sich Sacred 3 sehen lassen: Die Zeit, die die Programmierer durch das Weglassen der riesigen Welt eingespart haben, steckten sie offenbar in Detailfreude und Grafikpracht der Spiel-Levels: Viel unterschiedlicher geht es kaum, und alles ist durchweg gelungen. Schade nur: Die meisten der einladenden Hauseingänge oder Verliese sind reines Augenfutter und können gar nicht betreten werden, obwohl es so aussieht. Aber die Effekte der Helden und das Design der Monster sind gelungen und heben das Spiel zumindest fürs Auge auf einen guten Stand.

Auf der Suche nach Dauermotivation

Vier Schwierigkeitsgrade (wobei die ersten drei Stufen sich nicht sonderlich voneinander unterscheiden; die vierte muss man durch einmaliges Durchspielen erst freischalten), fünf recht ähnlich gestrickte Klassen, drei Waffen pro Held, die man mit Zusatzfähigkeiten aufmotzen kann (allerdings ohne große Auswahl) und eine Handvoll Fähigkeiten für jeden Abenteurer - das soll den Langzeitreiz von Sacred 3 ausmachen. Das ist dann allerdings etwas arg wenig. Die Bemühungen von Entwickler Keen Games, die vielen Programmfehler der beiden Vorgänger mit optimaler Technik und guter Spielbarkeit vergessen zu machen, in allen Ehren - aber hier wurden einfach zu viele Abstriche am Spielsystem gemacht.

Was uns gefällt

Optisch ist Sacred 3 durchweg gelungen, auch der schräge Humor dürfte Spieler, die zum Lachen nicht in den Keller gehen, durchaus belustigen. Und letztlich macht die Prügelei mit drei Freunden wirklich Spaß - nur eben nicht sehr lange. Dafür kann man Sacred 3 auch ruhig anwerfen, wenn man nur 15 Minuten Zeit hat - denn die reichen aus, um etliche der ganz kleinen Levels durchzuspielen und ein paar Erfahrungspunkte zu sammeln.

Was uns nicht gefällt

Zu flach in der Handlung, zu wenig Sammel- und Suchtfaktoren: Warum man Sacred 3 mehr als einmal durchspielen soll, die Frage kann das Spiel nicht befriedigend beantworten. Dazu kommen kleinere Ärgernisse wie unübersichtliche Kämpfe und teilweise fehlendes Balancing innerhalb der Bosskämpfe. Sacred 3 wirkt, als käme es ein wenig zu früh auf den Markt und hätte noch ein paar Monate Feinschliff vertragen können - sicherlich ein Grund, warum sich nur die wenigsten Entwickler ins gefährliche Blizzard-Terrain der Diablo-Klone begeben. Dabei hatte man mit vier Jahren eigentlich Zeit genug.

Fazit

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein paar gute Ansätze reichen eben nicht zum Hit: Sacred 3 wirft zu viele der alten Tugenden über Bord und bietet selbst zu wenig neue, um zu überzeugen. Anhänger der Vorgänger vermissen spielerische Freiheiten, Open-World-Feeling, Beute und Talentbäume. Spieler mit einem Faible für MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena) à la Dota 2 bemängeln den nötigen Tiefgang. Dann doch lieber gleich bei Diablo 3 bleiben - der Blizzard-Knaller bietet ein Vielfaches an Langzeitmotivation und Spielspaß.

Infos zum Spiel

Titel: Sacred 3
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Koch Media
Hersteller: Keen Games
Release-Termin: 1. August 2014
Preis: zirka 45 Euro
System: PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Befriedigend

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