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"Metro: Redux" im Test: Zwei Volltreffer auf einmal

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Test Metro: Redux | Ego-Shooter | PC, PS4, Xbox One  

Zwei Volltreffer auf einmal

20.08.2014, 18:20 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

"Metro: Redux" im Test: Zwei Volltreffer auf einmal. Metro: Redux Ego-Shooter von A4Games für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Deep Silver)

Metro: Redux (Quelle: Deep Silver)

Wie lassen sich zwei der packendsten Ego-Shooter der letzten Jahre weiter verbessern? Indem man die Grafik pimpt, die Steuerung verbessert und beide in ein gemeinsames Paket packt. Genau das hat nämlich der ukrainische Spiele-Hersteller 4A Games vor. Das Team in Kiew überarbeitet seine apokalyptischen Actionspiele "Metro: 2033" und "Metro: Last Light". Besitzer von PC, PS4 und Xbox One dürfen sich auf einen dramatisch zugespitzten Überlebenskampf einstellen. Mindestens so dramatisch liest sich Entstehungsgeschichte der beiden Redux-Versionen. Immerhin entstehen sie in einer von Unruhen durchfluteten Stadt im Krisen-Staat Ukraine.

Metro: Redux - Artjom und die Apokalypse

Inhaltlich bleibt alles beim Alten: Die Metro-Reihe erzählt von einer Welt nach der Apokalypse. Die Menschen haben sich in die Schächte der U-Bahn zurückgezogen. Sie leben in Angst vor verfeindeten Fraktionen und bösartigen Kreaturen, die an der verwüsteten Oberfläche hausen und immer häufiger in den Untergrund dringen. Das Schicksal macht einen Kerl namens Artjom zum Kämpfer. Warum? Er scheint eine besondere Begabung zu haben. Was es damit auf sich hat und inwieweit das Wohl und Wehe der Menschen davon abhängt, das entschlüsselt sich im Lauf zweier Einzelspieler-Kampagnen. "Metro Redux" kombiniert Handlung und Gameplay des 2010 veröffentlichten Ego-Shooters "Metro: 2033" und des drei Jahre später folgenden "Metro: Last Light".

Ein Paket mit zwei Shootern

Nun steht der Begriff "Redux" laut Wikipedia für die Neufassung eines Game oder Spielfilm unter Berücksichtigung von bisher nicht verwendetem Material. So betrachtet könnte man "Metro Redux" ein kleines bisschen Etikettenschwindel vorwerfen. Handlung, Missionen und deren Reihenfolge bleiben nämlich nahezu unverändert. Bis auf zusätzliche Kamerafahrten und ein paar Geheimkammern werden Kenner wenig Neues entdecken. Das spiel ist und bleibt ein geradlinig inszenierter Shooter, der die Actionetappen durch etliche choreographierte Szenen zu einem Gesamtwerk verknüpft. Weil ein Erzähler oft plaudert und wegen der vielen Dialogszenen erinnert das Ganze etappenweise an einen dystopischen Roman.

Als wär's ein neues Spiel

Das ukrainische Entwicklungsteams 4A Games hat in "Metro: Redux" allerdings nicht nur die Grafik überarbeitet, sondern außerdem Timing, Tempo und Bedienung. Die prägende menschliche Note tritt noch einmal stärker hervor. Durch die gelungene Erzählweise lernt man Artjoms Umfeld sehr gut kennen und macht sich mit dem Gefühlsleben von Beteiligten und Unbeteiligten sowie den Beweggründen für ihr Handeln vertraut - und fühlt sich sogar mit ihnen verbunden. Ähnlich wie ein Bioshock fühlt sich "Metro: Redux" nach mehr als nur Action an. Schießen nicht um des Schießens willen, sondern weil das Tun eine Bedeutung hat. Das Gameplay lässt den erzählerischen Komponenten ausreichend Zeit zur Entfaltung. Wer möchte, kann stundenlang durch die Katakomben der Moskauer Metro-U-Bahn spazieren und Gespräche der dort Hausenden verfolgen oder dem Gitarrenspiel eines Straßenmusikers lauschen.

Toller Spielfluss

Zu Beginn besteht die Qual der Wahl zwischen den Kampagnen aus Metro 2033 oder Metro Last Light. Wie auch immer man sich entscheidet: Beide Shooter beherrschen die hohe Kunst des Schockens. Durch mal mehr und mal weniger subtilen Einsatz von Licht, Schatten, Toneffekten und inszenierten Situationen schürt so manche Szene Panik und Angst. Da stimmt einfach das Timing. Das dem so ist, hängt auch mit dem überzeugenden Spielfluss zusammen. Ladepausen sind selten und kurz und werden im Fall des Falles mithilfe der Stimme eines Erzähler gekonnt überbrückt. In der Redux-Version sind einige Etappen, die im Originalspiel allzu kurz geraten sind, zu längeren Abschnitten zusammengefasst. Auch das tut dem Spielfluss gut.

Zusätzliche Details

Dadurch und aufgrund der überarbeitete Optik fühlt man sich hier noch ein bisschen mehr mittendrin als in den Originalspielen. Beispielsweise betonen Schutt und Trümmer das Zerstörungswerk und die Trostlosigkeit, wo der Held im Originalspiel über leeren Boden marschiert. Wo dort so manche Eisfläche abrupt an Felskanten grenzt als hätte der Leveldesigner mit dem Teppichmesser gearbeitet, bilden nun vereiste Stalaktiten einen realtätsnahen Übergang. Viele Bäume und Büsche oder vielmehr die Reste davon hauchen der Landschaft Leben ein. Die Integration von Nebel, Eiskristallen und anderen Partikeleffekten nebst neuen Beleuchtungstechniken in 4A Games hauseigener 4A Engine belebt das Ganze zusätzlich.

Mehr Licht. Mehr Schatten.

Insbesondere die Etappen bei Tageslicht, draußen an der Oberfläche einer zerstörten Umwelt, sehen durch mehr Farben und größere Kontraste nicht mehr ganz so trist und grau aus. Durch größere Unterschiede zwischen hellen und dunklen Arealen wirkt das Gesamtgefüge abwechslungsreicher und etappenweise sogar ein bisschen "freundlicher" - jedenfalls soweit man dieses Wort im Zusammenhang mit der insgesamt betont melancholischen Stimmung gebrauchen möchte. Grelle Lichtquellen stanzen auch schon mal scharfe Schatten in blendendes Gegenlicht. Dadurch wirken die Szenen bedrohlicher, und es können sich eher Monster im Schatten verbergen.

Mehr Tempo

Die Einbindung hochauflösender Texturen mag eher Kosmetik sein, dennoch: Bei der Pirsch durchs Gebüsch fallen an Ästen oder dem Blätterwerk zu keiner Zeit unscharfe oder ausfransende Kanten auf. Und selbst bei genauester Betrachtung aus der Nähe zeigen weder Eisentüren, noch Uniformen oder sonstige Strukturen grobe Pixel. Die Texturen bleibt knackig scharf, egal aus welchem Winkel oder aus welchem Abstand man sie betrachtet. Dazu kommt eine Anhebung der Bildwiederholrate auf 60 Frames. Das hat eine flotte Reaktion auf schnelle Drehungen zur Folge. Das Anvisieren von Zielen fühlt sich präziser und verlässlicher an, die ganze Steuerung macht einen zackigen und direkten Eindruck.

Meckern auf höchstem Niveau

Bedingt durch das knackscharfe Umfeld wirken halt jetzt ein bis zwei übrig gebliebene Relikte aus den Originalspielen deplatziert. In "Metro: Last Light" wurden ein paar eingeschnittene Videoszenen offensichtlich nicht überarbeitet. Dass sie nur mit 30 Frames laufen und aufgrund einer relativ starken Komprimierung etwas verwaschen aussehen, fällt im Originalspiel gar nicht allzu sehr auf. Jetzt eben schon. Man mag es den Entwicklern nachsehen. Sie haben sonst vieles richtig gemacht.

Was uns gefällt

Man muss den Entwicklern ein enorm gutes Auge für Details zusprechen: Beispielsweise wurde die Bedienung zwischen "Metro: 2033" und "Metro: Last Light" vereinheitlicht, so dass sich beide Teile gleich steuern. Auch Hinweis-Icons zur Aufnahme von Munition oder Waffenwechsel sehen identisch aus. Hervorzuheben ist außerdem die vorbildliche Eindeutschung mit toll übersetzen Texten und Synchronsprechern, die mit russischem Akzent die Stimmung betonen.

Was uns nicht gefällt

Obwohl sich die Areale zumindest in "Metro: Last Light" gelegentlich öffnen und man sich links und rechts vom vorgegebenen Pfad ein wenig umschauen kann, wirkt das Gameplay insgesamt schlauchartig und wenig anspruchsvoll. Schade ist außerdem, dass jeder Mehrspieler-Modus fehlt. PC-Besitzer werden zwar 4K-Grafik, aber sonst weniger Neues entdecken als Konsolenbesitzer. Ihre Version sah bisher schon sehr hübsch aus.

Fazit

So mancher Directors Cut und Extended Mix enttäuscht mit Lieblos-Texturen und Abzock-Aroma. "Metro: Redux" bildet dazu den Gegenpol. 4A Games liefert eine detailverliebte Produktion von höchster Güte. Die Überarbeitung ist so gut gelungen, man könnte beide Spiele für brandneuen Stoff halten. Shooter-Fans können sich momentan nichts Besseres auf ihre PS4 oder Xbox One holen, erst recht nicht für so kleines Geld.

Infos zum Spiel:

Titel: Metro Redux
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Deep Silver (Koch Media)
Hersteller: 4A Games
Release: Im Handel
Preis: 19 Euro für "Metro 2033" oder "Metro Last Light" als Einzel-Download / 39 Euro für beide Episoden plus DLCs auf Blu-Ray
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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