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Test zum Action-Puzzlespiel Back to Bed

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Test Back to Bed | Action-Puzzlespiel | iOS, Android, PC, Mac, Linux  

Ein Schlafwandler und sein Retter

04.09.2014, 15:10 Uhr | (jr / tz), Richard Löwenstein

Test zum Action-Puzzlespiel Back to Bed. Back to Bed Action-Puzzlespiel für iOS, Android, PC, OS X und Linux von Bedtime Digital Games (Quelle: Bedtime Digital Games)

Back to Bed Action-Puzzlespiel für iOS, Android, PC, OS X und Linux von Bedtime Digital Games (Quelle: Bedtime Digital Games)

Es ist vor allem seine Ästhetik, mit der das Mobile-Game "Back to Bed" von sich reden macht. Verträumte Luftschlösser und wundervolle Pastellfarben vermengen sich mit Iso-Perspektive und Optik-Illusionen zu einem kunstvollen Rahmen, der wohlige Neugier weckt. Bei Betrachtung der Bilder denkt man unwillkürlich an die abstrakte Kunst des Spaniers Salvador Dalí, die grafischen Illusionen des Holländers M.C. Escher - und eventuell auch an das Puzzlegame "Monument Valley". Undenkbar, dass soviel Schönheit eher schlichtes Gameplay ummantelt, oder?

Bewährtes Grundprinzip

Ganz neu ist die Idee mit dem Schlafwandler und seinem rettenden Begleiter jedenfalls nicht. Das Konzept der indirekten Steuerung als zugrunde liegendes Spielprinzip findet sich schon in vielen Retrogames wieder, beispielsweise in "Whistler's Brother" von 1984 und "Sleepwalker" von 1993. Eine Heldenfigur schlendert schlafwandelnd über die Dächer. Diese Figur ist vom Computer gesteuert, ihr Lauf nicht beeinflussbar. Der arme Tropf würde also unweigerlich über kurz oder lang über den Rand des Daches ins Verderben plumpsen, gäbe es da nicht eine zweite Heldenfigur, die - vom Spieler gesteuert - rechtzeitig Hindernisse beseitigt, Brücken baut, Wege begradigt und für Rettung sorgt.

Brücken bauen, Leben retten

Der Schlafwandler heißt im konkreten Fall Bob, sein Partner nennt sich Subob. Man mag ob der Namengebung darüber spekulieren ob es sich bei Subob um das Unterbewusstsein von Bob handelt oder einfach nur um den Hund, nach dem er ausschaut. Jedenfalls reicht simples Antippen des Bildschirm aus, schon rennt Subob in Back to Bed über Flächen und Stiegen und durch Türen dahin, wo man ihn haben will. Auf Kommando räumt er Hindernisse aus dem Weg oder sammelt Brückenteile und andere Objekte. Die lässt er andernorts fallen damit sie sich nützlich machen.

Durch das Anbringen von Brückenteilen verhindert Subob, dass sein Herrchen über die Dachkante rennt und tödlich stürzt. Bobs Marschrichtung lässt sich ändern, indem man ihm Objekte in den Weg legt. Denn immer wenn Bob auf ein Hindernis stößt, macht er eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn und läuft weiter. Auf diese Weise lässt sich Bobs Spaziergang indirekt beeinflussen: Man lotst ihn in Richtung von Treppen und Türen oder an bösartigen Hunden, Bodenfallen und anderen Gefahrenstellen vorbei.

Banale Rätsel

Wie den Weg finden? Auf welche Weise Bob wohin lenken, das sind die Fragen, die nach Antworten verlangen. Das Ganze gliedert sich in Back to Bed in zwei Welten mit jeweils fünfzehn ziemlich kompakt geratenen Levels. Geübte Puzzlegamer werden nach einer Stunde durch sein, denn allzu viel Überraschendes tut sich im Spielverlauf nicht. Man wird das Gefühl nicht los, das sich aus der Spielidee mehr machen ließe. Gerade die Perspektive-Tricks enttäuschen. Sie wirken eher wie ein optischer Gag und sind nur selten mit dem Gameplay verknüpft. Des Rätsels Lösung gerät oft banal: Bringe ein Objekt von A nach B. Da fehlt der Aha-Effekt.

Gameplay zwischen Lust und Frust

Dass der Held und die Musik stets tiefenentspannt dahin schlendern und gleichzeitig tödliche Hindernisse so enormen Zeit -und Aktionsdruck ausüben - die Kombination wirkt mehr als einmal unausgewogen. Dabei wären Ansätze für eine bessere Verknüpfung von Gameplay und sinnlichem Feedback vorhanden. Oft, wenn Bob auf tödliche Gefahren zusteuert, visualisieren rötliche Farbgebung und bedrohliche Klänge das drohende Unheil. Nun bleiben Sekundenbruchteile für eine Reaktion. Das sorgt grundsätzlich für spannende Momente. Leider ist gezieltes Eingreifen aber häufig nicht mehr möglich, weil einem die ungenaue Steuerung einen Streich spielt. Subob folgt den Wünschen des Spielers nämlich längst nicht immer so präzise wie nötig. Er rennt gerne ein Feld weiter als geplant - und das endet in hektischen Situation tödlich und löst Frust beim Spieler aus.

Was uns gefällt

Für die visuelle und akustische Machart verdient sich dieses Actionpuzzle von Bedtime Digital ein großes Kompliment. Die wunderschönen Kulissen in weise gewählten Pastellfarben werden durch sachte dahin wogende Hintergrundklänge adäquat ergänzt.

Was uns nicht gefällt

Das Wohlgefühl mit der Steuerung hängt vom verwendeten Device ab. Der Bildschirm des iPhone beispielsweise ist fast zu klein. Subob betritt oft nicht die Felder, auf die man ihn kommandieren wollte. Bei langsamen Android-Devices oder solchen mit wenig sensiblem Touchscreen folgt die Reaktion auf Tippgesten zu langsam. Das ist tödlich, weil oft Zehntelsekunden zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Fazit

Auf Bildern und nach den ersten Spielminuten weckt das Actionpuzzle-Game "Back to Bed" Erwartungen, deren Erfüllung die 30 Levels schuldig bleiben. Die Puzzles beschränken sich vorrangig auf banale Hol- und Bring-Aufgaben und lösen daher kein tiefes Gefühl der Befriedung aus.

Infos zum Spiel

Titel: Back to Bed
Genre: Action-Puzzlespiel
Hersteller / Publisher: Bedtime Digital Games
Release-Termin: Im Handel
Preis: Ab 3 Euro
System: PC, OS X, Linux, iOS, Android
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Ausreichend

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